Weitere Feuerwehrfusion in Sicht

<p>Im mittleren Oberengadin kommt es zu einer weiteren Reorganisation im Feuerwehrwesen.&#0160; Die Korps von Pontresina und Samedan sollen ab 2012 ein einziges bilden.
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<p>«Das Oberengadin ist feuerwehrorganisatorisch eine Vorbildregion», erklärte die Bündner Regierungsrätin Barbara Janom Steiner diesen Frühling an der Delegiertenversammlung des Bündner Feuerwehrverbandes in Pontresina. Dieses Lob könnte die Vorsteherin des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit wiederholen. Denn nach den erfolgten Fusionen der Feuerwehren in der Plaiv, im oberen Seenbezirk und derjenigen zwischen Samedan und Bever, wird derzeit ein weiterer Zusammenschluss vorbereitet: Ab 2012 soll die Ortsfeuerwehr von Pontresina mit derjenigen von Samedan fusionieren. Die gesetzlichen Grundlagen sind in Ausarbeitung, noch vor Ende Jahr sollen die Samedner wie die Pontresiner Stimmbürger&#0160; zur Fusion Stellung nehmen können.</p>
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<p><strong>Schwierige Rekrutierung</strong></p>
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<p>Die Reorganisation des Oberengadiner Feuerwehrwesens erfolgt aus verschiedenen Günden: Neben der Nutzung von Synergien auf der Materialebene, der Kostenreduktion und den steigenden Ansprüchen an die Professionalität sind es Rekrutierungsprobleme, die zu einer engen Zusammenarbeit zwingen: Es wird immer schwieriger, genügend Freiwillige für die einzelnen Miliz-Wehren zu finden. Speziell der Abgang altgedienter Feuerwehrleute kann nicht mehr kompensiert werden; das Interesse junger Einheimischer und Zuzüger, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, nimmt tendenziell ab. Trotz besoldeter Übungsteilnahme und dem Wegfallen der Feuerwehrsteuer. «Die negativen Folgen von Personalfluktuationen können durch einen Zusammenschluss aufgefangen werden», meint Patric Morell, Kommandant der Feuerwehr von Samedan, auf Anfrage. Es komme mehr Ruhe ins Team und der Ausbildungsstand sei leichter zu halten.</p>
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<p><strong>Reduktion um ein Drittel</strong></p>
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<p>Geplant ist eine Reduktion des ganzen Mannschaftsbestandes von gegenwärtig 120 auf 80 Personen. In jedem Dorf soll es eine erste Einsatzgruppe geben. Die Kompetenzbereiche Strassenrettung und Waldbrand sollen weiterhin beim Stützpunkt Pontresina bleiben, in Samedan soll der RhB-Stützpunkt samt Schienen- und Tunnelrettung lokalisiert sein. Geplant ist, die fusionierten Korps von einem Kommandanten leiten zu lassen, der von zwei Vize-Kommandanten sekundiert wird, die zugleich das jeweilige Ortskommando haben. Die Fusion hätte auch eine bessere Auslastung des gegenwärtigen Fahrzeugparks zur Folge.</p>
<p>&#0160;«Die Einsatzbereitschaft, Effizienz sowie die Sicherheit der Bevölkerung stehen an vorderster Stelle bei der Vorbereitung solcher Feuerwehrfusionen», betont Morell. Im Allgemeinen würden die Vorteile solcher Zusammenschlüsse sehr wohl gesehen. Zu den Schwierigkeiten beim Umsetzungsprozess gehörte das Loslassen, da ein Teil der bisherigen Selbstständigkeit aufgegeben werden müsse.</p>
<p>&#0160;Nach einem Grundsatz-Ja des Samedner und des Pontresiner Souveräns zur Fusion sollen die detaillierten Bestimmungen im Verlaufe des kommenden Jahres ausgearbeitet werden.</p>
<p>Das Grobkonzept der Reorganisation des Oberengadiner Feuerwehrwesens sieht drei Wehren vor. Nach dem Zusammenschluss der Ortsfeuerwehren in der Plaiv (La Punt Chamues-ch bis S-chanf), Trais Lejs (Maloja, Sils, Silvaplana) und jetzt Samedan (Bever)/Pontresina steht noch zur Frage, ob und mit wem die Feuerwehr von Celerina kooperieren wird.</p>
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<p><em>Autorin: Marie-Claire Jur</em></p>

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