Seit dem Sommer 2010 befassen sich verschiedenste Personen mit der Zukunft des Regionalflughafens Samedan. Im Mai 2011 wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der die wichtigsten Grundsätze über die künftige Organisation und den Betrieb festgehalten sind. So soll die
Infrastruktur organisatorisch und rechtlich vom Betrieb getrennt werden. Die operative Tätigkeit würde einer Betriebsgesellschaft – wie bisher der Engadin Airport AG – mit einem Leistungsauftrag erteilt.
Die Erarbeitung der Unterlagen für die Volksabstimmung ist nicht nur komplex, sie kostet auch Geld. Im Juni des letzten Jahres hatte der Kreis 250 000 Franken gesprochen für das Projekt. Am vergangenen Donnerstag war das Gesuch für einen Zusatzkredit von 106 000 Franken für die Kreisratssitzung traktandiert. Ein Geschäft, das erwartungsgemäss zu einigen – auch grundsätzlichen – Diskussionen führte. Der Fraktionssprecher der Glista Libra, Hansjörg Hosch, befürchtete, dass mit den vielen Gutachten eine bestimmte Richtung für die Entwicklung des Flughafens zementiert wird, Andreas Weisstanner störte sich daran, dass nur gut ein halbes Jahr nach der Gewährung eines Projektbeitrages bereits ein Zusatzkredit fällig wird.
«Das ist gut angelegtes Geld», entgegnete von bürgerlicher Seite Christian Meuli. «Wenn wir vor das Volk wollen, muss dieser Entscheid sauber vorbereitet sein», sagte er. So soll auf Antrag der Steuerungsgruppe noch eine Nachhaltigkeitsbeurteilung erfolgen, alleine diese kostet 30000 Franken. Dass nur in eine Richtung gearbeitet werde, stimme nicht, sagte Martin Aebli. «Wir haben insgesamt sechs Szenarien geprüft. Von der Schliessung bis zum Ausbau zum Linienflugplatz», sagte er. Für Thomas Nievergelt, Gemeindepräsident der Standortgemeinde Samedan, ist heute eine ganz andere Denkweise festzustellen. «Wir richten uns nach dem Bedarf, das Projekt wird in verschiedene Ausbauschritte unterteilt.» Der Zusatzkredit von 106000 Franken wurde schliesslich einstimmig gutgeheissen. Wie schon beim Projektkredit wird die Hälfte der Kosten vom Kanton übernommen. Gemäss dem Terminplan soll der Kreisrat im April unter Ausschluss der Öffentlichkeit detailliert über die Ergebnisse des Projektes informiert werden. In der Juni-Sitzung ist dann die Behandlung der Abstimmungsbotschaft im Kreisrat vorgesehen, im August eine zweite Lesung. Die Abstimmung im Kreis Oberengadin ist für den Oktober geplant, im Februar 2013 müsste die Botschaft im Grossen Rat behandelt werden.
Autor: Reto Stifel















Kommentare
Robert Koch
So, 01/29/2012 - 00:33
il bornatic
Mo, 01/30/2012 - 04:39
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