Zweitwohnungen: Gemeinden sind aktiv

Bis 2013 haben 35 Bündner Gemeinden Zeit, Massnahmen gegen den Zweitwohnungsbau zu treffen. Wie eine Übersicht des zeigt, sind viele Gemeinden aktiv geworden. Ein Grund könnte die Weber-Initiative sein, über die am 11. März abgestimmt wird.

Am 11. März wird über die Zweitwohnungsinitiative von Franz Weber abgestimmt. Werden Sie die Forderung nach einer Fixierung des Zweitwohnungsanteils auf 20 Prozent pro Gemeinde unterstützen?

Kommentare

Das Oberengadin zu betonieren, nur dass das Baugewerbe Arbeit hat? Was für ein Wahnsinn!
Blauäugigkeit! Die Gemeinden sind aktiv! Nun will man uns also schon vormachen, dass die Gemeinden aktiv gegen den Zweitwohnungsbau ankämpfen. Oder habe ich das vielleicht falsch verstanden und die Gemeinden wollen wie bis anhin den Zweitwohnungsbau aktiv fördern?? Mooo..! Hinsichtlich der Abstimmung vom 11.März brüsten sich nun komischerweise, plötzlich verschiedene Gemeinden im Oberengadin, mit Zahlen zu den Erstwohnungen die sie anscheinend seit 2007 erstellt haben. Silvaplana zB., mit angeblich 88 erstellten Erstwohnungen. Das, gemäss Aussagen von Frau Katharina von Salis aus Silvaplana, 57 dieser angeblichen Erstwohnungen, nur Studios, mit einer Fläche von 23 m2 bis 28 m2 sind, wird grosszügigerweise verschwiegen. Insgesamt sollen so jedenfalls seit 2007, im ganzen Oberengadin 219 Erstwohnungen erstellt worden sein. Super oder? Fairerweise hätte man im Bericht, der so aktiven Gemeinden, auch schreiben müssen, dass in der gleichen Zeit, pro Jahr, im Oberengadin 12'000 m2 Wohnfläche durch Zweitwohnungen verbaut wurden. Was somit, bei einer durchschnittlichen Grösse einer Zweitwohnung von 100m2, im Vergleich zu den mickerigen, sogenannten Erstwohnungen, seit 2007 wohl locker das dreifache ausmacht. Für wie blauäugig halten uns die Profiteure aus der Politik, der Baulobby und der Immobilienbranche eigentlich?
So ist es. Nach jahrzehntelanger Untätigkeit vor der Abstimmung kurz vorgaukeln dass regionale Schritte eingeleitet sind und viele Wohnungen für Einheimische gebaut werden (ist 23m2 von Selvaplana überhaupt als Wohnung bezeichenbar?). Wenn der gutgläubige Bürger sein Nein in die Urne geworfen hat, lehnen sich viele Politiker zurück, schauen weg, verzögern und in den nächsten 30Jahren passiert wieder aber auch gar nichts. Das dem so ist tuscheln sie ja jetzt schon mit vorgehaltener Hand den Freunden aus der Baubranche zu. Der Brand wird nicht kleiner wenn man noch mehr Brandmittel reinschüttet. Fertig mit diesem Wahnsinn.
Wenn wie im Zweitwohnungsbau die Marktmechanismen und die Eigenverantwortung versagen, dann muss der Staat einschreiten. Deshalb ein "JA" am 11. Maerz 2012.
Zwaitwohniga, jetzt muss gehandelt werden.es darf doch nicht sein dass Einheimische keine bezahlbare Wohnung mehr finden, gleichzeitig hört man in der Stadt von Leuten die erzählen, wie schoen ihr Ferienwohnung im Engadin ist,es sei ja mehr eine Geldanlage für später, wenn man pensioniert ist.Hamstern oder horten sagt man dem. kaufen solang der Preis noch stimmt,dann warten warten. ev kann man dann die Wohnung teuer verkaufen und hat zünftig vorwärts gemacht.und der Einheimische bleibt auf der Strecke. Die Einheimischen sind ja so nett, die freuen sich doch wenn die Feriengäste ins Haus kommen.... Nachhaltigkeit der Zweiwohnungsbesitzer?!? Man bringt alles aus dem Unterland, Ski und Snowboard hat man schon, wir kaufen dann nur das nötigste im Engadin,gell! ist ja teurer als bei uns.Die Engadiner Sonne ist gratis,die kann man geniessen, ohne zu bezahlen. Ein Umdenken ist nötig, darum Ja zu Initiative Zweitwohnungsbau. auf dass das Engadin nicht noch ganz zubetoniert wird. (Beton muss auch transportiert werden,auch nicht nachhaltig das Bauen) JA JA JA JA JA zur Abstimmung, damit endlich die Verantwortlichen aufwachen.
Eine nationale Regelung des Zweitwohnungsbau auf 20% pro Gemeinde ist die allerletzte Lösung die wir haben. Die bürgerlichen Parteien im Engadin haben ein Ja bei dieser Abstimmung verdient, denn alles was bis anhin unternommen wurde, wurde angefochten. Natürlich vom Steuerzahler finanziert. Die 50% zu 50% Lösung wäre die bessere gewesen, nun werden es 20% - ein JA für einen Baustop im Engadin - ein JA für 6-Wochen Ferien für alle.
Doppelbödige Moral, Fässer ohne Boden, fundamentlose Argumente Die Liberalen kritisieren die „doppelbödige Moral“ der Befürworter der Zweitwohnungsinitiative, welche ohne Unterscheidung dem „linken und grünen Lager“ zugeschrieben werden (Brief von Michael Pfäffli an die EP vom 8. März 2012). Ist doppelbödige Moral wirklich nur ein Problem der Befürworter? Am liebsten würden die Liberalen jede Art von Subvention abschaffen und sogar die Schweizer Landwirtschaft dem freien Markt preisgeben. Egal, wie viele Bauern dadurch auf der Strecke bleiben würden. Im Zusammenhang mit der Zweitwohnungsinitiative argumentieren aber gerade sie damit, dass Zweitwohnungen eine unerlässliche Einnahmequelle zur Quersubventionierung von Erstwohnungen und Hotels darstellen und dass eine Annahme der Initiative den Verlust vieler Arbeitsplätze zur Folge hätte. Da stellt sich die legitime Frage, ob es ihnen nicht eher um ihre eigenen Interessen als um den Erhalt von Arbeitsplätzen geht. Drehen wir den Spiess mal um: Wieso versuchen wir nicht, im Sinne des Liberalismus den freien, unverzerrten Markt auch im (Erst-)Wohnungssektor und im Tourismus spielen zu lassen, ohne Quersubventionierungen durch Zweitwohnungen? Die Kauf- und Mietpreise für Immobilien im Engadin sind in den letzen Jahren rasant gestiegen und übersteigen ihren effektiven Wert um ein Vielfaches. Was nützt es also den Einheimischen, eine Stelle im Engadin zu haben, wenn sie sich bald keine Wohnung mehr leisten können? Früher oder später werden die meisten so oder so abwandern müssen, wenn keine radikale Veränderung stattfindet. Durch die Annahme der Weber-Initiative erhoffen sich die Befürworter für Einheimische wieder Wohnungen zu… Marktpreisen, d.h. zu fairen, bezahlbaren Preisen, die dem tatsächlichen Wert der Wohnung oder derer Nutzung entsprechen. Und wie steht es mit der von den Gegnern hochgepriesenen Quersubventionierung von Hotels durch Zweitwohnungen? Wenn es wirklich den Zweitwohnungsbau braucht, um den Tourismus zu finanzieren bzw. aufrechtzuerhalten, heisst es mit anderen Worten, dass der Engadiner Tourismus bereits heute nicht mehr marktfähig ist. Liesse man den Markt spielen, ohne Quersubventionierung durch den Zweitwohnungsbau, müsste man bereits heute die meisten Hotels schliessen. Ist der Engadiner Tourismus also ein Fass ohne Boden, welches ständig vom Zweitwohnungsbau subventioniert werden muss? Das ist ja die logische Schlussfolgerung aus der Argumentation der Gegner der Initiative und der Tourismusverantwortlichen. Ist der Engadiner Tourismus nicht gerade deswegen nicht mehr konkurrenzfähig, weil man für lange Zeit zu stark auf den Zweitwohnungsbau gesetzt hat? Wäre es nicht endlich Zeit für ein Umdenken? Diversifizierung heisst hier das Lösungswort. Auch im Tourismus. Mann braucht wieder innovative Pioniere, alternative Beherbergungsmöglichkeiten, bezahlbare Unterkunftsmöglichkeiten für die Touristen aus der Mittelschicht. Nur noch Häuser im Passivhaus-Standard, wie von Josias Gasser vorgeschlagen, wären ein erstrebenswertes Ziel, nicht nur im Zweitwohnungsbau. Das muss aber zuerst umgesetzt werden. Und eine nicht bewirtschaftete Zweitwohnung bleibt unökologisch, auch wenn sie in einem Passiv- oder sogar in einem Nullenergiehaus steht. Die heutige Zweitwohnungs- und Tourismuspolitik ist also weder ökologisch, noch ökonomisch, noch sozial nachhaltig. Was wird nämlich passieren, nachdem der letzte Quadratmeter verbaut sein wird? Spätestens dann wird die ganze Engadiner Wirtschaft zusammenkrachen. Dann wird nämlich das Geld zur Quersubventionierung von Erstwohnungen und Hotels fehlen, was dazu führen wird, dass alle ihre Arbeit verlieren und das Tal verlassen müssen. Die meisten von uns werden diese Zeit wahrscheinlich nicht mehr erleben, da man durch die von den Liberalen und Bürgerlichen vorgeschlagene Symptombekämpfung das Problem hinauszögern kann. Wir dürfen aber auch nicht auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder leben und, sei es in 10, 20 oder 100 Jahren, ein verbautes Tal ohne Zukunftsperspektiven hinterlassen. Not macht erfinderisch. Genau darum werden alle, Politiker, Unternehmer, Fussvolk etc. mit einem Ja zur Initiative dazu angeregt, nachhaltige Lösungen zur Rettung der touristischen Bergregionen zu entwickeln. Das Engadin hat noch so viel zu bieten: Eine wunderschöne Landschaft, Natur, nette Leute, Traditionen, Kultur, Kunst… . Oder kann es sich mittlerweile wirklich nur noch mit Zweitwohnungen „profilieren“? Daniele Pandocchi und Luca Mondelli, Celerina

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