«Guter Journalismus kann nicht im luftleeren Raum gedeihen», sagte Stiftungsratspräsident Philipp Landmark anlässlich der Verleihung des 12. OstSchweizer Medienpreises am Mittwochabend in St. Gallen. Er betonte in seiner Ansprache, dass es zwar nur ein Einzelner ist, der eine Auszeichnung erhält, hinter der Arbeit aber meistens ein ganzes Team steht.
Als hätte es eines Beweises für diese Aussage gebraucht, wurde 2012 mit der Redaktion der «Engadiner Post/Posta Ladina» ein ganzes sechsköpfiges Team mit dem Medienpreis in der Kategorie «Tagestext» ausgezeichnet. Jurypräsidentin Eva Nietlispach Jäger gab ihrer Bewunderung Ausdruck, dass ein so kleines Team einer sehr kleinen Zeitung mit den Schwerpunktwochen Akzente setzen kann. Wer die 14 Artikel der Serie «Architektur im Engadin» gelesen hat, schaut künftig anders hin, wenn es ums Bauen im Engadin geht», sagte sie.
«Herausragende Anerkennung»
Für EP/PL-Verleger Walter Urs Gammeter ist der Medienpreis eine «herausragende Anerkennung» für ein Verlagshaus, das sich ausschliesslich dem lokalen Geschehen in einer Randregion unseres Landes verschrieben habe (siehe auch letzte Seite).
«Ich freue mich, und ich bin stolz auf unsere Redaktion», sagt Verlagsleiter Urs Dubs. Er ist überzeugt, dass die kontinuierlichen Bemühungen um die Qualität der EP/PL Früchte tragen. «Wenn Bezahlmedien in der wachsenden Gratis-Kultur eine Zukunft haben sollen, dann ist Qualität der Schlüssel dazu.» Die Auszeichnung unterstreiche, dass auch eine Lokalzeitung den Qualitätsstandard von weitaus grösseren Titeln erreichen könne. Das sieht auch die vierköpfige Jury so. Die «Schwerpunktwoche» der EP/PL trage klar zur Meinungsbildung unter ihren Lesern bei. «Und erfüllt einen klassischen Auftrag einer gut gemachten Zeitung», heisst es.
Ein Thema ins Zentrum rücken
Das Projekt «Schwerpunktwoche» ist bereits zu verschiedenen Themen durchgeführt worden. So wurde beispielsweise eine Artikelserie der Integration gewidmet, eine andere befasste sich mit dem Leben im Engadin als Einheimischer. Anfang Juli wird das Thema «Ökologie und Tourismus» eine Woche lang im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen.
Die Schwerpunktwochen sollen ganz bewusst Themen ins Zentrum rücken und jeweils eine Woche lang Akzente setzen. Das ist für die Redaktion spannend, die intensiver recherchieren kann, als das im normalen Tagesgeschäft der Fall ist. Es bietet aber auch den Leserinnen und Lesern einen Mehrwert und fordert sie heraus, sich intensiv mit einem ganz spezifischen Thema, das aber immer den lokalen Bezug hat, auseinander zu setzen.
EP/PL-Chefredaktor Reto Stifel freute sich aus verschiedenen Gründen über den Medienpreis 2012. Vor allem aber strich er die Teamleistung heraus, die mit dieser Artikelserie gewürdigt worden ist. «Ich bin stolz auf ein Team, das bereit ist, solche zusätzliche Efforts auf sich zu nehmen», sagte er in seinen Dankesworten anlässlich der Preisverleihung. Er ist auch überzeugt, dass es gerade in der heutigen, multimedialen Welt einen Journalismus braucht, der recherchiert, hinterfragt, einordnet und kommentiert.












Kommentare
Wolfgang Mayer
11/06/2012-09:10
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