Die Anspannung im ersten Jahr nach dem Rennabbruch aufgrund eines Kälteeinbruchs war sehr gross. Die Organisatoren hatten sich mit einer Eventualplanung auf ähnliche Ereignisse vorbereitet und die Wettervorhersagen waren nicht besonders gut. Doch am Renntag des 11. Nationalpark Bike-Marathons herrschten perfekte Bedingungen und die zufriedenen Gesichter im Zielgelände zeugten von einem gut organisierten Anlass. «Das war das gewünschte ‹normale› Rennen», zieht OK-Präsident Urs Wohler kurz nach dem Rennen Bilanz. «Vielleicht haben wir in diesem Jahr etwas zu pessimistisch kommuniziert und alle Entscheide auf der sicheren Seite getroffen.» Aber auch die Teilnehmer wollten die Ausgabe 2011 nicht wiederholen und aufgrund der Wettervorhersagen haben weniger Teilnehmer an der 11. Austragung des Nationalpark Bike-Marathons teilgenommen. «Aufgrund der hohen Sicherheitsmassnahmen auf der Strecke liegt die Gewinnschwelle des Anlasses bei rund 1800 Teilnehmern», informiert Wohler. Schlussendlich sind in diesem Jahr 1650 Teilnehmer an den Start. Damit könne aber, gemäss Urs Wohler, der Verlust aus dem Vorjahr nicht kompensiert werden.
Rollender Start als Ausnahme
Insgesamt 512 Teilnehmer sind gemeinsam am Samstagmorgen auf die mit 138 Kilometer längste Strecke rund um den Nationalpark mit Start und Ziel in Scuol gegangen. Für die anderen Strecken ab Fuldera, Livigno und S-chanf haben die Organisatoren einen rollenden Start angesetzt. «Diese rollende Startvariante ist bei der breiten Masse der Teilnehmer gut angekommen und hatte den Charakter eines Volksrennens», erklärt der OK-Präsident. Nur einzelnen Spitzenathleten und Elitefahrern habe so die Rennatmosphäre gefehlt. «Das war ein Ausnahmeentscheid, der uns aufgrund der Prognosen einen Zeitgewinn eingebracht hat.» Dafür blieb aber die Spannung bis zur Rangverkündigung bestehen. Urs Wohler konnte den 11. Nationalpark Bike-Marathon in Scuol ruhig und entspannt mitverfolgen. Der fehlende «Stress» zeugte aber auch davon, dass das Rennen gut organisiert war und sich alles «normal und im grünen Bereich» abspielte, so der OK-Präsident.
Alles andere als gewöhnlich war die sportliche Leistung von Lukas Buchli aus Samedan. Er setzte neue Massstäbe und gewann den 11. Nationalpark Bike-Marathon mit neuer Rekordzeit zum dritten Mal nach 2009 und 2010, und zwar mit rund 15 Minuten Vorsprung auf die Verfolger Urs Huber und Konny Looser. Bei den Damen gewann Jane Nüssli aus Cham vor der Davoserin Andrea Kuster. Die Vorjahressiegerin und Schweizermeisterin Milena Landtwing aus Pontresina war verletzungsbedingt nicht am Start.
Gute Engadiner Leistungen
Neben der herausragenden Leistung des Lokalmatadors Lukas Buchli haben sich auch andere Engadiner gut in Szene gesetzt. So erreichte der St. Moritzer Claudio Tschenett den hervorragenden 2. Rang in der Overallwertung auf der 71 Kilometer langen Strecke ab Livigno. Damit gewann er auch in seiner Alterskategorie. Die Zweier- und Vierer-Stafette über 138 Kilometer wurde von zwei Nationalparkteams gewonnen. Die Scuoler Andrea Florineth und Marcus Florineth haben als Zweierteam dominiert und Berni Tschalär, Michel Müller, Mario Riatsch und Buolf Näff die Viererkategorie gewonnen. Mit Nicolà Hartmann aus Zuoz, Yvo Bachmann aus Champfèr, Bruno Silva aus St. Moritz, Reto Lazzarini aus Samedan und Gian Paul Arquint aus Scuol gab es weitere Engadiner Podestplätze auf den verschiedenen Strecken und in den verschiedenen Alterskategorien.
Bei den Damen überzeugten die einheimischen Leah Rosenast aus Scuol mit dem 3. Rang (Overall) von Livigno nach Scuol und Seraina und Arina Riatsch aus Sent mit dem 2.und 3. Rang (Overall) von S-chanf nach Scuol. Mit diesen Leistungen erreichten sie auch in der entsprechenden Alterskategorie den Schritt aufs Podest. Seraina und Arina Riatsch gewannen ihre Kategorie. Zudem holte Fabiana Wieser aus Sent die Bronzeauszeichnung bei den Junioren über 47 Kilometer von S-chanf nach Sent.
Die weiteren Rangierungen sind auf www.bike-marathon.com abrufbar. Eine Bildergalerie gibt es auf www.engadinerpost.ch.












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