Die milde Jahreszeit ist definitiv zu Ende. Vorbei sind die seltenen warmen Engadiner Sommerabende, die heissen Temperaturen, die wir diesen Sommer doch ein paar Mal geniessen durften. Die angenehmen Badetemperaturen der Seen sind rapide gefallen. Nebelschwaden am Morgen, die sich meistens auflösen und einem strahlenden Herbsttag mit stahlblauem Himmel weichen und das Heidelbeerlaub auf Bergen wie dem Muottas Muragl, das sich organge-rötlich verfärbt und die Berge nicht mehr saftig grün, sondern rötlich leuchten lässt, kündigen den nahenden Herbst an. Im Wald sind dieser Tage dutzende Eichhörnchen zu beobachten, Murmeltiere fressen sich fleissig ihren Winterspeck an und beim Bergsteigen ist es leiser, viel leiser als im Sommer. Die Vögel schweigen mehrheitlich, langsam sammeln sie sich zu grossen Vogelschwärmen, wenn sie nicht schon in wärmere Gefilde aufgebrochen sind. Auch kulinarische Angebote wie Trauben, frischer «Sauser», Kürbisse oder feinste Bergeller Kastanien läuten den Herbst ein. Das Sommervieh kehrt allerorts von den Alpen zurück ins Tal, die weiss gezuckerten Bergspitzen lassen die kalten Temperaturen auf den Alpweiden erahnen. Auch ist es am Morgen bereits wieder so dunkel, was das Aufstehen nicht gerade erleichtert und den Sommer endgültig ausläutet. Doch es gibt Grund zur Freude: Der goldene Engadiner Herbst mit den herrlich verfärbten Lärchen vor spiegelglatten blauen Seen, Sonnenschein und einer klaren Fernsicht auf den Bergen – für viele eine der schönsten Jahreszeiten – steht bevor.
Autorin: Sarah Walker
Foto: swiss-image.ch/christof sonderegger












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