Viele Betten blieben im Juli kalt

Frankenstärke und das schlechte Wetter haben sich im Juli massiv auf die Übernachtungszahlen ausgewirkt. Viele Betten blieben kalt. Insgesamt nächtigten 7,2 % weniger Gäste in Schweizer Hotels, 8,8 % betrug der Rückgang bei den ausländischen Gästen.

 

Rund 3,8 Millionen Logiernächte zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) für den Juli. Dies sind 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Und bereits 2011 litt der Tourismus im für ihn wichtigsten Ferienmonat unter rückläufigen Übernachtungen. Neu war die Schweiz flächendeckend betroffen - die Bergregionen ebenso wie die Städte.

Unisono finden Schweiz Tourismus und der Branchenverband hotelleriesuisse im starken Franken und im durchzogenen Wetter die Ursachen für das schlechte Sommergeschäft. Regen und Wolken waren vor allem der Grund, dass sich einheimische Touristen von Schweizer Destinationen fernhielten. Hier resultierte eine Abnahme der Übernachtungen von 5,0 Prozent.

"Immer häufiger buchen die Gäste ihre Ferien kurzfristig", erklärte Daniela Bär, Sprecherin von Tourismus Schweiz. Das schlechte Wetter vor den Schulferien habe viele Schweizer veranlasst, ins Ausland zu reisen. Hotelleriesuisse-Sprecher Manuel Staub ergänzt, dass die Gäste aus der Schweiz zudem auf das Portemonnaie geschaut haben dürften und ins benachbarte Ausland oder in den Süden ausgewichen seien.

Olympiade und Ramadan

Viel schwerer fiel jedoch mit einem Minus von 8,8 Prozent das Ausbleiben ausländischer Urlauber ins Gewicht, insbesondere derjenigen aus Deutschland. Neben dem ungüstigen Geldwechselkurs hielten gemäss Daniela Bär auch in die Olympischen Sommerspiele in London Gäste von einem Besuch der Schweiz ab.

Selbst der islamische Fastenmonat Ramadan, dessen Beginn 2012 auf den Juli entfiel, hatte laut Bär Einfluss. Die Genfersee-Region, die von Reisenden aus arabischen Ländern häufig besucht wird, verzeichnete denn auch den deutlichsten Rückgang an Hotelübernachtungen.

Weniger Kosten, gleiche Qualität

Eine baldige Besserung der Lage erwartet hotelleriesuisse nicht. "Es ist davon auszugehen, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist", sagte Staub. Im August dürfte sich die Lage leicht entspannt haben, das kurzfristige Buchungsverhalten lasse aber keine verlässliche Prognose zu.

Die Hotelbetreiber seien gezwungen, die Kosten weiter zu senken, sagte Staub: "So dürfte es zu weiteren Einsparungen beim Personal kommen." Die Qualität der Dienstleistungen müsse aber gehalten werden, denn die Ansprüche der Gäste blieben hoch.

In die selbe Kerbe schlägt Tourismus Schweiz: Wenn man einen Währungsnachteil habe, müsse man zwingend Top-Qualität liefern. "Die Hoteliers sind extrem gefordert", sagte Bär - die Branche gehe bei den Kostensenkungen "bis an die Schmerzgrenze".

Um aus der Krise zu finden, schlägt sie vor: "Der Schweizer Tourismus muss attraktive und innovative Angebote machen, die leicht kommunizierbar sind." Als bereits existierende Beispiele nannte sie gratis Skikurse für Kinder in Arosa GR oder den fixen Euro-Wechselkurs von 1.40 Franken in Grächen VS.

 

Kommentare

die engadiner/tourismusverantwortlichen!!! wie vogel strauß, kopf in den sand, d.h. die verantwortlichen stecken bereits bis zu den schultern mit den köpfen im sand, nur nicht zugeben, daß alles zu teuer wurde. ich komme bereits seit 20 jahren in das engadin und bin auch am überlegen, ob ich mein urlaubsdomizil für die nächsten 20 jahre in günstigere regionen verlege. das wetter ist meiner meinung nach nur eine ausrede, denn die ausbleibenden gäste sind bei selben wetter eben woanders. allerdings der franken ist für mich kaum noch bezahlbar.die serviceleistungen lassen ebenbfalls stark zu wünschen übrig, so unfreudlich wie in dieser winter- u. somnmersaison wurde ich noch nie behandelt und bedient. kann es sein, daß sie nur noch eine bestimmte art von gästen wollen? schade eigentlich!

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