Klares Ja für den Fussball

Die Gemeindeversammlung von Celerina hat einen Kredit von 2,8 Millionen Franken für ein Betriebsgebäude auf dem Fussballplatz San Gian bewilligt. Wird die BaB-Hürde genommen, soll bereits im kommenden Frühjahr Baubeginn sein.

Die Situation auf dem Fussballplatz San Gian in Celerina präsentiert sich alles andere als einladend. Baucontainer, Zelte und herumstehendes Material prägen das Bild. Und das in einem Gebiet, das bereits seit Mitte der 1980erJahre der Landschaftsschutzzone zugewiesen ist. Und zusammen mit der Kirche San Gian im Inventar über die schützenswerten Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN-Objekt) aufgeführt ist.
Neben der ästhetisch unbefriedigen-?den Situation, sind auch die betrieblichen Abläufe kompliziert. Duschmöglichkeiten und feste sanitären Einrichtungen oder eine Küche sucht man ebenso vergebens wie Garderoben, die diesen Namen verdienen.

«Ein wichtiges Zeichen»
Nun aber könnte sich für den FC Celerina nach jahrzehntelangem Warten alles zum Guten wenden. Bereits in Bau sind die Arbeiten für Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen ins Gebiet San Gian. Und am Montagabend haben die 110 anwesenden Celeriner Stimmberechtigten ohne Gegenstimmen einen Kredit von 2,8 Millionen Franken gutgeheissen. «Ein sehr wichtiges Zeichen gegen aussen», freute sich Gemeindepräsident Räto Camenisch über das klare Abstimmungsresultat. Und spielte damit auf die nächste Hürde an, die dem Projekt noch bevorsteht: Das Verfahren für Bauten ausserhalb der Bauzone (BaB). Dort könnten die Landschaftsschutzverbände Einspruch erheben. Ihnen ist der ganze Fussballplatz in diesem Schutzgebiet ein Dorn im Auge.
Raimund Rodewald, Geschäftsfüh-?rer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) verhehlt nicht, dass ihm San Gian ohne den Fussballplatz besser gefallen würde. Nicht zuletzt dank der Vernehmlassung der SL sei die Planung aber jetzt mit Vernunft angegangen worden, sagt Rodewald, ohne aller-?dings das Projekt bereits im Detail zu kennen. Sicher werde man das Vorhaben im Rahmen des BaB-Verfahrens anschauen, besonders auch die Architektur, sagt er.

In einem Jahr bezugsbereit?
Gibt es keine Einsprachen, soll bereits im nächsten Frühjahr mit dem Bau begonnen werden, so dass das Gebäude im Herbst 2013 bezugsbereit wäre. Die vom Zuozer Architekturbüro Klainguti & Rainalter SA entworfene Studie sieht vor, die Masse des vorhandenen Baufensters von 40 mal 8 Meter voll auszunützen. Entstehen soll ein schlichter Bau in Mauerwerk und Holz mit einem Untergeschoss und einem Erdgeschoss. Im UG würden die Garderoben, die sanitären Anlagen und die Technik angeordnet, im EG die Küche, ein Verpflegungs/Theorieraum und ein Mate-?rialraum. Auf dem Flachdach sind?Solarpannels für die Warmwasseraufbereitung geplant.
«Das ist ein Riesenschritt für unseren Klub», sagte Nicola Rogantini, Präsi-?dent des FC Celerina. Allerdings bleibt er vorsichtig. «So richtig freuen kann ich mich erst, wenn das BaB-Verfahren ohne Einsprachen durch ist», sagt er.
Schlicht und zweckmässig: So könnte das neue Betriebsgebäude im Modell in etwa aussehen. Das konkrete Projekt wird aber erst jetzt entworfen.             

Autor: Reto Stifel

Modellfoto: Klainguti und Rainalter SA, Zuoz

Kommentare

Der Souvrän hat entschieden und dem Bau ganz klar grünes Licht gegeben. Aus meiner persönlichen Sicht wäre ein solches unterfangen an diesem Ort zu unterbinden, da es sich in einem Kraftort und in einem schützenswertes gebiet befindet. Da in der Schweiz die direkte Demokratie betrieben wird, möchte ich den entscheid akzeptieren und nicht kritisieren. Doch im wissen des Gemeindevorstandes dass junge Erwachsene Musiker Bandräumlichkeiten suchen im Oberengadin, und solches nicht auch miteinplant wenn man schon das kleine Portemonnaie zückt, ist beschämend. Dem Gemeindevorstand und dem Gemeindepräsi von Celerina ist seit längerem Bewusst dass die Gemeinde keine Bandräumlichkeiten hat, bwz. keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen möchte. Mit dem Bau von einem Betriebsgebäude hätte man doch wenigstes zwei kleine Bandräumlichkeiten für junge und junggebliebene Musiker einrichten. bzw. planen können. Naja, musik bringt nicht so viel prestige wie der Fusball....

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