Im Beisein von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf und Stararchitekt Norman Foster wurden am Freitag die Schweizer Solarpreise 2012 vergeben. In der Kategorie «Energieanlagen für erneuerbare Energien» wurden die Lataria Engiadinaisa SA (LESA) in Bever und der Holzbaubetrieb Salzgeber in S-chanf mit dem Solarpreis 2012 ausgezeichnet. In der Kategorie Gebäude erhielt die energetische Sanierung der Liegenschaft Malloth Holzbau in St.Moritz ein Diplom. Die Zernezer Familie Beer erhielt für ihren ökologischen PlusEnergieBau ebenfalls ein Diplom.
Die neue Umwelt Arena Spreitenbach, selber mit dem «Norman Foster Solar Award» ausgezeichnet, beherbergte die diesjährige Preisvergabe. Insgesamt wurden 15 Solarpreise an Persönlichkeiten, Institutionen, Neubauten, Sanierungen und Solaranlagen vergeben. Darüber hinaus wurden drei Foster-Awards, drei Solarpreise für PlusEnergieBauten sowie verschiedene Diplome vergeben.
Engadiner Solar-Preisträger
Die höchstgelegene Molkerei Europas, die Lataria Engiadinaisa SA (LESA) in Bever, ist eine der Solarpreis-Gewinnerinnen 2012. Mit 115m2 parabolrinnenförmigen Hochtemperatur-Kollektoren erzeugt die LESA Solardampf zur Milchverarbeitung. Mit den erzeugten 60'000 kWh/a können jährlich 7'000 Liter fossile Brennstoffe, sprich Heizöl, und 21 Tonnen CO2-Emissionen reduziert werden.
Die Firma Salzgeber Holzbau in S-chanf erhielt den Solarpreis für eine 609 m2 grosse solarthermische Dach- und Fassadenanlage. Diese liefert Wärme an das Betriebs- und Wohngebäude der Firma und unterstützt die Trocknung des Holz- und Holzschnitzellagers. Auch das von Betriebsinhaber Simon Salzgeber in Eigeninitiative erstellte Fernwärmenetz für die Gemeinde S-chanf wird durch die Solaranlage gespiesen. Die montierten Sonnenkollektoren erzeugen, unterstützt von vier Speichern und zwei Wärmepumpen, mit rund 543 000 KWh das Fünffache des eigenen, jährlichen Gesamtenergiebedarfs. In der Laudatio fand der Einsatz erneuerbarer Energie zur Wärmeproduktion für ein lokales Fernwärmeprojekt auf Gemeindegebiet spezielle Erwähnung.
Diplome für Neubau und Sanierung
In der Kategorie Gebäude erhielt die in zwei Etappen erfolgte energetische Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses der Malloth Holzbau AG in St. Moritz ein Solarpreis-Diplom. Der 1968 erstellte Gebäudekomplex benötigt nach der Sanierung nur noch 42 Prozent der bisher verbrauchten Energie. 44 m2 Solarkollektoren kommen heute für rund zwei Drittel des Warmwasserverbrauchs auf. Eine grossflächige Photovoltaikanlage produziert jährlich 80 000 KWh Energie und deckt damit ebenfalls rund zwei Drittel des Stromverbrauchs ab.
Ein Diplom erhielt weiter das PlusEnergieBau-Einfamilienhaus der Familie Beer in Zernez. Das nach ökologischen Gesichtspunkten erstellte Haus erzeugt selber 129 Prozent des jährlichen Gesamtenergiebedarfs. Bedeutend mehr also, als die Bewohner und das Gebäude selber verbrauchen. Die Sonne als Gratis-Energielieferantin unterstützt dabei gleich dreifach. Mit passiver Wärmenutzung durch grosszügige Fenster sowie durch eine Solar- und eine Photovoltaikanlage.
Mit Sonnenkraft AKWs ersetzen
Laut einer Medienmitteilung der federführenden Solar Agentur Schweiz, wurden während der ganztägigen Veranstaltung Preise im Gesamtwert von 100'000 Franken verliehen. Wie Agentur-Geschäftsführer Gallus Cadonau ausführte, weisen die PlusEnergieBauten (PEB), welche in den letzten zwei Jahren neu gebaut wurden, einen durchschnittlichen Energie-Selbstversorgungsgrad von 257 Prozent aus. Damit, so Cadonau, beweise eine innovative Gebäudebranche schon heute, wie die Energiewende 2050 und der Ausstieg aus der Atomenergie problemlos umgesetzt werden könne. Würde nämlich der PEB-Standard bei Neubauten und Sanierungen in Zukunft flächendeckend angewendet, liessen sich in zehn Jahren alle Schweizer Atomkraftwerke mit ihren insgesamt 25 TWh/a-Leistung substituieren, so Gallus Cadonau weiter.
Autor: Jon Duschletta
Foto: Schweizer Solarpreis 2012












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