Klarer Entscheid gegen Olympia 2026

| So, 12. Feb. 2017

Die olympischen Träume sind ausgeträumt: 60,09 Prozent der Bündner Bevölkerung sagt Nein zum Verpflichtungskredit für die Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 in Graubünden. Auch das Engadin ist klar dagegen.

Nur vier Jahre nach dem Nein zu den Olympischen Winterspielen 2022 verwarf Graubünden die neue Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit 41'633 zu 27'648 Stimmen bei 50,90 Prozent Beteiligung. Die Kandidatur, über die vor vier Jahren abgestimmt wurde, war beim Stimmvolk mit 52,7 Prozent durchgefallen.

Wirtschaftsverbände hatten die Olympia-Idee danach aufgewärmt und an die Politik herangetragen, die sofort auf den Zug aufsprang. Die Kantonsregierung kaufte den Wirtschaftsexponenten deren Grobskizze für mehrere hunderttausend Franken ab und machte die Kandidatur zur eigenen. Der Grosse Rat liess sich vom Olympia-Fieber anstecken und stimmte dem Kredit von 25 Millionen fast einstimmig zu - einzig die SP-Fraktion lehnte die Vorlage ab.

Zürich wollte nicht

Mit Spielen, die nicht wie letztes Mal auf Davos und St. Moritz konzentriert waren, wollten Wirtschaft und Politik das Ja an der Urne diesmal hinbekommen. Als Wettkampfstätten vorgesehen waren Chur, St. Moritz, Davos, Flims/Laax und Arosa/Lenzerheide. Ausserkantonal waren Engelberg, Einsiedeln, Kloten und Zürich in das Bündner Konzept eingebunden.

Vor allem die Stadt Zürich hatte aber schon vor dem sonntäglichen Urnengang Distanz markiert: Das Zürcher Stadtparlament, der Gemeinderat, sprach sich Mitte Januar deutlich gegen eine Beteiligung an der Bündner Kandidatur aus. Der Grund: das finanzielle Risiko sei zu hoch.

Noch ein Projekt übrig

Im nationalen Bewerbungsprozess verbleibt damit nur noch die Westschweizer Kandidatur mit Sitten als Host-City. Diese läuft unter dem Motto "Sion 2026. Die Winterspiele im Herzen der Schweiz". Das Wallis bewirbt sich bereits zum vierten Mal für Olympische Winterspiele - die bisherigen Kandidaturen von 1976, 2002 und 2006 fanden beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) allerdings kein Gehör.

Bei der am 20. Januar in Bern offiziell lancierten Kandidatur aus der Westschweiz handelt es sich um eine interkantonale Bewerbung der Kantone Wallis, Waadt, Freiburg und Bern. Ende November wurde Sitten als Host-City bestimmt. Sämtliche Kantone haben ihre finanzielle Unterstützung der Kandidatur zugesichert.

Der Exekutivrat von Swiss Olympic entscheidet am 7. März, ob das Projekt als Schweizer Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 lanciert wird. Der Entscheid muss danach noch vom Sportparlament von Swiss Olympic ratifiziert werden. Über die Vergabe der Winterspiele 2026 entscheidet das IOC 2019.

Autor: sda

 

Kommentare

Besser wir bauen Altersheime - das hat Zukunft im Land la Grischa.
Das wäre dann so ziemlich das Dümmste, was wir machen könnten. Denn Altersheime baut man heute nicht mehr. Dank dem guten Ausbau der Spitexdienste können wir heute länger im trauten Heim bleiben. Wir müssen dieses erst verlassen, wenn vermehrt Pflege gefragt ist. Wenn schon, dann also Pflegeheime bauen. Ausser es gibt bald Pflegeroboter für zu Hause — warum also nicht in die digitale Zukunft investieren als immer nur in Beton?
Sion war vier Mal Kandidaturstadt, nämlich 1968, 1976, 2002 und 2006.
Liebe St.Moritzer, vielen Dank für das klare Nein zu Olympia! Ich hab gezweifelt, aber nun weiss ich mich von vernünftigen Menschen umgeben. (Ich meine damit nicht unsere Politiker) Eine neue Zeit ist angebrochen, und wir müssen uns von analogen Vorhaben trennen und das digitale Zeitalter einläuten. Und alles wird Gut werden, denn das Engadin ist zu schön.
Genau, das digitale Zeitalter, das wird's richten. Bei der Kandidatur 2030 wird nix mehr wirklich gebaut, sondern die Hostcity wird virtuell sein, es braucht nur einen gut verkabelten, ausrangierten Fabrikkomplex in der Pampa. Die Gäste resp. Zuschauenden schauen daheim oder in der Zweitwohnung am Fernsehen oder Laptop oder irgendwo unterwegs auf der Piste, am Sandstrand oder im Urwald am Smartphone hängen. Die Kameraleute werden zwar noch vor Ort sein — oder sind's dann doch schon Roboter, die weder Verpflegung noch Betten bräuchten?. Die meisten Journalistinnen würden ihrer Arbeit irgendwo nachgehen. Nur die armen Athleten und Athletinnen müssten noch her reisen. Und um sie und ihre altmodischen, doch noch anreisenden Fans würden wir uns wieder herzlich kümmern. Vor allem, wenn die Malojaschlange dann wieder mal das Programm durcheinander bringt und wir zeigen können, wie gut wir im Improvisieren sind und welch' tolle Erlebnisse hier die Natur selber bietet. Oder ob es bis dann bereits zur Gewohnheit würde, solche Wetterphänomene auf Wunsch abzustellen, wenn sie gerade stören? Oder die AthletInnen passende Brillen hätten, mit welchen sie auch kleinste Pistendetails durch den Nebel noch sehen können? Tja, es kann noch viel entwickelt werden, bis 2030. Aber kaum in unserem so schönen, aber etwas mutlosen Kanton … ;-(. Oder doch? ;-))
Klare Antwort auf das Chaos am Samstag auf Salastrains. 40'000 Leute und komplett überfordert. Gut Nacht St. Moritz!
Da sieht man einmal mehr, wie der "groß Rat" an der Bevölkerung vorbei politisiert. Das Bündner Volk ist intelligenter als ihr großer Rat.
Warum hat es ihn dann so gewählt?
Die Sandalenschweiz ist mehr ein Veganerland als eine Sportnation! Ich schäme nich Eidgenosse zu sein am heutigen Sonntag!
Die Sandalenschweizer im Veganerland ... Lol! Das ist gut!
...zum Gluck grenzt die Schweiz an so viele andere Länder...
Es zeigt sich bei der erneuten Kandidatur zur Olympiateilnahme, dass anscheinend unsere Politiker, nur ihre eigenen Interessen und nicht die des Souverän vertreten.
Jetzt aber aufhören mit "mehr vom alten" sondern neue Geschäftsmodelle. Auf Massenprodukte verzichten. Vorteile für individuelle Konsumenten statt Grossgewinne für einzelne Protagonisten. Zweitheimische als Teile der Bevölkerung begrüssen. Alternativenergie nutzen und ausbauen. Natur und Kultur substanziell in die Tourismusstrategien einbauen. Nachhaltigkeit wahrhaftig handhaben und nicht als Feigenblatt (WM 2017).
Bravo, mehr ist nicht zu sagen. Die Vernunft hat gesiegt.

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