Die Bike-Situation im Engadin

| Fr, 30. Jun. 2017

Am vergangenem Dienstag präsentierte Darco Cazin von «Allegra Tourismus», die Situation des «Mountainbikes» in der Destination Engadin St. Moritz. «Es steht nicht schlecht um die Entwicklung des Bikes im Engadin», meint er vorab. Für den Gast sind die «Trails» am wichtigsten, für die Destination die «Services»...

Carolin A. Geist

 

Seit zehn Jahren gibt es «Allegra Tourismus“, seit drei Jahren nun auch hier im Engadin. Allegra Tourismus entwickelt Destinationen zu «Bike Destinationen». Darco Cazins Arbeit kreist um drei Säulen: die der «Trails», der «Services» und der «Identity». 

Perspektive des Gastes
Der Tourismusgast, der Biker, als Hauptnutzer sähe das Erlebnis aus völlig anderer Perspektive als die Destination. Die Services stehen bei ihm nicht im Vordergrund. Die «Services» rund um das Bike bieten ihm Bequemlichkeit. Aber das Wichtigste für den Biker sind die Trails an sich. Wie gut sie präpariert sind. Wie einmalig sie sind.

Perspektive des Anbieters
Für die Destination, die das Bike-Erlebnis entwickelt, sind Trails die «Kosten“ Seite. Der Aufwand. «Es gibt beim Biken nämlich keine Vignette», scherzt Darco Cazin. Keine Modelle wie beim Langlaufen. Keine Möglichkeit, einen Biker abzurechnen. 
Deshalb sind die «Services»  der Ankerpunkt des wirtschaftlichen Returns: für die Vermietung der Velos kann ein Entgelt verlangt werden, für die Übernachtungen etc. 
Die «Identity»  kann ebenfalls zur Ressource werden: vorerst basiert sie auf der Kommunikation nach aussen, wie die Lage der Destination im Bereich Bike sich profiliert. Mit der Entwicklung des Marktes baut sich über die Zeit allerdings ein wichtiges Know-how auf, das wiederum genutzt werden kann. 

Situation im Engadin
Wie steht es nun um das Biken als Geschäftsmodell im Engadin? «Nicht so schlecht»,  im Allgemeinen, hatte schon Darco Cazin per Anfang eingeführt. 
Zu den Trails: Die Qualität der Wege in Graubünden seien die besten der Schweiz und die Wege im Engadin seien die besten Graubündens. Womit sich das Engadin schwertut, ist seit Wegfall der Ebene des Kreises die Administration. Nun gilt es bei jeder neuen Strategieumsetzung, bei jeder Gemeinde durch die neuen Instanzen erneut zu laufen, «und das ist für die Koordination sehr aufwendig!»,  führt der Gründer von Allegra Tourismus fort. Dafür seien die Services die besten, die man sich vorstellen könnte. Sie seien «Top of the World» . Sonntags sind im Engadin die Bike-Shops offen, in denen auch notfalls Ersatzteile geboten werden. Dass die Trinkqualität des Bergquellwassers auch ermögliche, dass man bei jedem Ausflug nicht literweise Wasserflaschen mittragen müsse, sondern einfach an jedem Bach seine Trinkflasche neu auffüllen kann, ist für Biker sehr wichtig. Und neben trinken kann man an jedem Ort im Engadin immer etwas zu essen finden. 
Die «Identity» hat zwei Gesichter im Engadin: Nach aussen ist sie sehr schwach. Das Biken war nicht nicht eine Priorität, international kommuniziert zu werden. Cazin erzählt, dass er oft im Ausland gefragt werde, ob es überhaupt Bike-Möglichkeiten gibt im Engadin. Dafür ist die Identity nach innen sehr stark. Das Engadin habe quasi die «Flowtrails» erfunden. Und diese wurden vielseitigst kopiert. Auch sind im Engadin die klassischen Touren-Trails sehr gut saniert und die Schulungsmöglichkeiten die besten: die drei besten Bike-Schulen der Schweiz befinden sich im Engadin, Davos und Thusis. Unter den Top 3 der Bike-Routen der Schweiz kristallisiert sich die «Bernina-Route» als besonders beliebt heraus. 
Einige Hotels haben grosse Investitionen getätigt, um sich den Bike-Gästen anzupassen. Zum Beispiel das Cresta Palace oder das Hotel Palü. Dies habe sich schon sehr gelohnt. Im Hotel Palü machen mittlerweile Bike-Gäste ein Viertel aller Übernachtungen aus betont Cazin. «Der Bike-Markt entwickelt sich noch. Mit dem E-Bike kommen noch weitere Möglichkeiten.»

Kommentare

Super Beispiel: Wanderweg Sils - Isola - Maloja. Auf meine Äusserung "Mühsam", als ich von einem Biker auf einem schmalen Teil überholt wurde, gab er rüpelhaft zurück, ich müsse mich halt mit der Zeit gehen. Es bringt eben nichts, wenn am Anfang der Wanderwege die Bemerkung angebracht wird, man solle aufeinander Rücksicht nehmen. Wer auf einem Wanderweg? Es gibt nur eine ganz klare Trennung zwischen Wanderern und Bikern.
Die Bikers, ruecksichtslos und prepopent, verunmoeglichen es, dass der gewoehnliche Spaziergaenger auf vielen Wegen kaum mehr laufen kann, um nicht dauernd von den Velofahrern verdraengt zu werden ! Offenbar ist das eine Art neuer Tourismus : ein Verdraengungswettbewerb ! Man sollte den ohnehin nicht gerade auf der Hoehe stehenden Kurvereinmitgliedern, empfehlen gelegentlich einen Spaziergang zu Fuss zu machen !
Mit dem E-Bike kommen noch weitere Möglichkeiten .... und weniger Wanderer, zahlende, bleibende Feriengäste, denn diese werden von den Bikern "vertrieben". Überall muss der Biker nun auch durch!
"und die Wege im Engadin seien die besten Graubündens" Wenn denn dem so wäre, würde mich wunder nehmen warum denn es die Gäste nicht wissen. Loben kann ich mich auch selber.

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