Biker, Wanderer – Ein fröhliches Miteinander?

Mo, 24. Jul. 2017

Wenn neue Mobilitäten wie «Biker» auf den Wanderwegen zum Alltag werden, braucht es Anpassungen. Deswegen werden stetig mehr Wege biketauglich gemacht. Zum Leid der Wanderer? Im Gegenteil, sagt der Experte. Es gehe darum, dass der Weg generell länger lebt.

Engadiner Post: Darco Cazin*, wie steht es um die Bike- und Wanderwege im Engadin?
Darco Cazin: Bezüglich Wanderwege ist die allgemeine Qualität im Engadin per se schon höher als in anderen Gebieten in den Alpen. In Sachen Bikewegen gibt es jedoch noch viel zu lernen. Wenn das Ideal eine 10 wäre, sind wir vielleicht bei einer 5. Gewisse Orte in Amerika und Kanada sind vielleicht bei einer 7 aber in Europa stehen viele auch noch bei einer 2. In der Branche sind wir alle noch in einer Lernphase.

Weg ist Weg, ob man jetzt darüber wandert oder fährt, oder nicht?
Wenn Mountainbiker die Wege nutzen, braucht es andere technische Unterhaltsarbeiten. Der Biker beansprucht den Weg durch Bremswirkung usw. anders. Ausserdem will man den Weg und die Umgebung schützen. Am Bernina beispielsweise wurde ein Wegabschnitt so ausgefahren, dass daneben immer wieder neue Spuren entstanden. Das findet niemand lässig und ist vermeidbar. Weiter geht es um die Reduktion potenzieller Nutzerkonflikte. Wenn die Geschwindigkeitsunterschiede zu gross sind, müssen gewisse Wegpassagen entsprechend angepasst werden. Falsches Sanieren gibt es nicht. Man kann Arbeiten jedoch so ausführen, dass der Weg länger oder weniger lang für Wanderer und Biker hält. 

Inwiefern die Route «673 Bernina Express» auf dem Berninapass in Sachen Trailsanierung zum Vorzeigeprojekt wurde, wieso sich Wanderer laut Cazin nicht von den Wanderwegen verdrängt fühlen müssen und was ein Bikeverbot wie das in Samedan für Auswirkungen hat, gibt es im Interview der Dienstagsausgabe Nr. 86 der EP/PL.

 

* Darco Cazin ist der Gründer der Allegra Tourismus AG. Allegra ist weltweit für die Entwicklung von Mountainbike-Destinationen zuständig. 

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Kommentare

Jeder der Kommentargeber hierzu hat für seinen Fall Recht. In meinem Innern teile ich je Hälftig den WANDERER und den BIKER, (neuerdings auch den E-MTB'ler) Täglich kann ich die Reaktionen und Aktionen beider Gruppen beobachten. Die Einen zeigen einem schon aus der Entfernung von 10 Metern mit gewölbter Brust und Ellenbogen, dass sie gewillt sind, das Streitgespräch mit dem Biker unbedingt zu wollen und alte Besitzansprüche und Wegerechte anzumelden!! Die Anderen wollen Rekorde brechen und mit dem Fully- oder DickreifenMTB ungestört nach unten brettern, ein paar Kröten (3,50 SFr und 8 Gramm Gewicht) stören viele Biker, eine Klingel am Lenker anzubringen, und lassen die Wanderer, die sehr oft wegen Windgeräuschen Geräusche von hinten nicht wahrnehmen, zu Tode erschrecken, wenn sie in teils halsbrecherischem Tempo der Höhe enteilen!! Das alles muss nicht sein, es geht auch miteinander. Aber bei der Gestaltung und Herstellung und Pflege beider Wegearten sollte bedacht werden, dass es nicht Rennstrecken mit Steilwandtechnik sein muss, die das Gelände durchpflügen. Eine Trennung, wenn möglich, bringt da viel. Nur eines wäre wichtig: Das Zusammenlegen oder Freigeben von jahrzehntelange genutzten Wanderwegen, wie z.B. der Wege zum Morteratschgletscher nun als Bikeweg freizugeben, halte ich für absolut Unsinn. (vor drei Jahren war dieser noch für Biker gesperrt)!! Nicht Alles für Velos vorsehen, Weniger ist Mehr!!! Das Velo lässt sich auch mal abstellen und die Veloschuhe haben gute Sohlen ( leider die Klickschuhe nicht, aber das sind meistens auch die, die für Unruhe sorgen!)
Ich bin Wanderer und Biker und glaube, dass es grundsätzlich auch nebeneinander geht. Das grösste Problem heute sind die E-Bike-Raser, welche ihr Gerät nicht im Griff haben. Nur weil das Ding von alleine fährt heisst das nicht, dass es auch gut und sicher fährt. Mit den heutigen Akkus sind auch anspruchsvolle Touren konditionslos möglich. Nur die Technik übernimmt das E-Bike eben nicht. So sind Konflikte auf engen Wanderwegen vorprogrammiert. Ein versierter Mountainbiker kann solche Konflikte verhindern oder umgehen, ein ungestümer Nichtbiker auf dem E-Velo nicht...
Ich bin Biker und ich muss sagen das kommt langsam mühsam mit den vielen Wanderern! Nein. Mal im ernst! Ist denn nicht Platz genug für alle da?? Wäre es nicht möglich sich wie in dem genialen Werbefilm zu verhalten? Ist das so schwierig? Ich verstehe den Ärger der Wanderer wenn die Städtischen Profibiker mit gefühlten 60 Km/h an den Wanderern vorbei rasen müssen, nur weil ihre Ferienzeit möglichst effizient abgehalten werden muss oder das Bett im Spital bereit vorreserviert ist. Ich verstehe aber auch den Ärger der Biker. Die sich manchmal 3 Meter neben dem Weg verkriechen müssen weil gewisse Wanderer wie Baumwurzeln in der Wegmitte festgewachsen zu sein scheinen und mit ihrem Killerblick ihrem Territorium ausdruck verleihen möchten. Bitte nehmt doch einfach rücksicht aufeinander. Faustkämpfe im Hockey gehören zum Sport dazu. Beim Biken und Wandern fehlt einfach das Publikum. Seid lieb zu einander
Ich bin wanderleiter und ich muss sagen das kommt langsam mühsam mit den vielen biker!

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