Im Zeichen der Zwei- und Mehrsprachigkeit

| Fr, 07. Jul. 2017

Wie kommuniziert ein Hund mit einem Esel? Diese Frage wird in der «Engadiner Post/Posta Ladina» nicht beantwortet. Trotzdem ist die zweisprachige Regionalzeitung ein Spiegelbild der Sprachensituation im Engadin. Während der Schwerpunktwoche befasst sich die Redaktion mit der Mehrsprachigkeit.

In diesem Jahr feiert die «Engadiner Post/Posta Ladina» ein wichtiges Jubiläum: Seit 20 Jahren erscheint die EP/PL als zweisprachige Zeitung. Mit einer Sonderausgabe am 6. Dezember wurde die Geschichte der «Posta Ladina» erzählt. In diesen zwei Jahrzehnten ist die einst kleine Schwester der «Engadiner Post» zu einer starken selbstbewussten Jugendlichen herangewachsen. Durch die zweisprachige «Engadiner Post/Posta Ladina» ist auch das Bewusstsein der Engadiner Bevölkerung für die Zweisprachigkeit gestiegen. Die EP/PL versteht sich auch als Spiegelbild der Sprachensituation im Engadin. So, wie die einheimische Regionalzeitung, sind nämlich alle Engadiner zumindest zweisprachig. Nächste Woche steht die Zwei- und Mehrsprachigkeit im Fokus der «Engadiner Post/Posta Ladina». Mit einer entsprechenden Schwerpunktwoche sucht die Redaktion nach der gelebten Mehrsprachigkeit im Engadin.

Sind Kinder überfordert?
Die Dienstagsausgabe der EP/PL widmet sich den Themen Schule und Bildung. Zu Wort kommen Andrea Urech, Beauftragter für Zweisprachigkeit in Samedan, und Christoph Till, Sprachheilpädagoge an der Universität Fribourg. Beide nehmen zur Frage Stellung, ob Kinder im Primarschulalter mit mehreren Sprachen überfordert werden. Zudem haben die Redaktoren portugiesische Kinder in die Schule begleitet und einen Romanischkurs in Zürich besucht, der Stadt mit der höchsten romanischen Sprachdichte ausserhalb Graubündens.
In der Donnerstagsausgabe vom 13. Juli stehen die Wirtschaft und der Tourismus im Fokus. Wieso zum Beispiel wird die Geschäftskorrespondenz im ganzen Tal hauptsächlich in deutscher Sprache geführt? Dazu Stellung nimmt der ehemalige Generalsekretär der Lia Rumantscha Urs Cadruvi. Als Betriebsökonom hat er den Schritt zurück in die Wirtschaft gewagt und leitet nun als Vizedirektor die Flury-Stiftung in Schiers. Hat er damit der Rumantschia den Rücken gekehrt? Das Redaktionsteam porträtiert am Donnerstag auch drei ausländische Arbeitnehmer, die im Engadin eine neue Heimat gefunden haben, obwohl sie nicht Deutsch sprechen. Zudem werden die Schwierigkeiten und Herausforderungen anderer zweisprachiger Zeitungen vorgestellt. Im romanischen Teil der Ausgabe geht die Redaktion der Frage nach, ob die romanische Sprache in der touristischen Kommunikation mehr als nur ein Werbe-Gag ist.

Was kostet Mehrsprachigkeit?
Am Samstag geht es dann um die Sprachenpolitik. Die «Engadiner Post/Posta Ladina beantwortet Fragen wie die, ob eine Sprache wie die der romanischen per Gesetz gerettet werden kann und warum nur deutschsprachige Inte‧gration vom Kanton unterstützt wird. Spannung verspricht auch die Aufklärung der Frage, welche Kosten die Mehrsprachigkeit in Graubünden überhaupt verursacht. Im Interview dazu Stellung nimmt Isabelle Chassot, Direktorin des Bundesamtes für Kultur. Zudem veranschaulicht die EP/PL die Sprachensituation mit ein- und mehrsprachigen Gemeinden im Engadin. Nicht vergessen wird dabei auch die Situation der italienischen Sprache in Südbünden. In allen drei Ausgaben kommen externe Kolumnisten zu Wort. Die Redaktion wird online und in den Sozialen Medien einen entsprechenden Schwerpunkt setzen.

Text: Nicolo Bass / Foto: Fotolia.com/Dan

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