Was ein Kiosk mit Demokratie zu tun hat

| Do, 05. Okt. 2017

Für fünf Lektionen stand mal nicht die gewohnte Lehrperson vor der 4. Klasse in St.Moritz. Eine Person aus der Wirtschaft erklärte den Kindern «ihre Gemeinde». Mit dem Projekt will die Non-Profit-Organisation «YES» Schule und Wirtschaft verbinden.

Corinna Ravo ist nicht nur Mutter und Mitarbeiterin der UBS St.Moritz, sondern heute auch eine Art Lehrperson; als Volontärin beim Projekt «Unsere Gemeinde» der Non-Profit-Organisation «YES – Young Enterprise Switzerland». Fünf Lektionen verbringt sie in der Klasse von Melanie Singer und erklärt als Person aus der Wirtschaft, wie eine Gemeinde funktioniert, was Produktionsstrategien sind, welche Rolle eine Gemeindeverwaltung spielt und was genau ein Geldkreislauf ist. 

 

In einer Gruppenarbei wägen die Kinder die Vor- und Nachteile, ob auf der freien Liegenschaft in ihrer Gemeinde nun ein Kiosk, ein Bekleidungsgeschäft oder eine Konditorei entstehen soll.

Die gesammelten Vor- und Nachteile werden am Entscheidungsbaum festgehalten, so dass sich jedes Kind seine eingene Meinung machen kann.

Dann werden die Stimmzettel ausgefüllt und in die Urne geworfen.

Unter strenger Aufsicht werden die Stimmzettel von den Stimmzählern geprüft und ausgewertet.

 «Es wird ein Kiosk.» Jubel bei den Kioskverfechtern und einige enttäusche Gesichter bei denen, die lieber das Bekleidungsgeschäft wollten. «Siehst du, der Kiosk ist viel besser», sagt ein Junge dem Mädchen gegenüber. Ravo reagiert, greift die Aussage auf und erklärt an dem Beispiel, was ein Mehrheitsentscheid bedeutet. «Das Bekleidungsgeschäft ist nicht falsch, und es war für dich die richtige Entscheidung», sagt sie dem Mädchen. «Es wird aber angenommen, was die Mehrheit will. Das nennt man Demokratie.»

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