Umweltverbände gegen Zipline

| Di, 07. Nov. 2017

Die Umweltverbände wehren sich gegen den geplanten Bau einer Zipline von der Alp Grüm nach Cavaglia. Das auf Fun und Action ausgerichtete Angebot beeinträchtige die geschützte Landschaft am Berninapass heisst es in einer Mitteilung. 

An der knapp zwei Kilometer langen Tyrolienne sollen Gäste künftig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometer von der Alp Grüm nach Cavaglia sausen. Seit 2008 gehört die Berninalinie zum UNESCO-Welterbe. Sie hat diese Auszeichnung erhalten, weil die Bahnlinie spektakulär in die Landschaft gebaut ist und sich die schönsten Aussichten der Alpen bieten. 
Für die Tyrolienne werden gemäss der Medienmitteilung zwei Seile mit gut sichtbaren Markierungen zur Vermeidung von Kollisionen mit dem Flugverkehr und Grossvögeln in die Landschaft gehängt. «Diese auffälligen Seile, aber auch die heruntersausenden, kreischenden Gäste werden das Landschaftserlebnis am Bernina massiv stören», heisst es.  Neben dem UNESCO Welterbe Berninalinie tangiere das Projekt ein Landschaftsschutzgebiet von kantonaler Bedeutung in der Ebene von Cavaglia. 
Das Rummelplatz-ähnliche Angebot einer Tyrolienne soll nicht in einer Landschaft errichtet werden, welche durch touristische Infrastrukturen wenig vorbelastet ist. Das Gebiet zwischen der Alp Grüm und Cavaglia sei bis heute von grossen Infrastrukturen und Lärm weitgehend verschont geblieben. Wanderer, Biker, Skitourengänger und Schneeschuhläufer würden wegen der intakten Landschaft, der Ruhe und der schönen Aussichten kommen.  «Die Zipline wäre ein Fehlgriff in der touristischen Positionierung des Puschlavs», heisst es weiter. 
Die Umweltverbände Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Mountain Wilderness und Pro Natura erachten das Projekt Zipline deshalb als nicht bewilligungsfähig. Zur Landschaft an der Berninalinie müsse Sorge getragen werden. 

Autor: pd/ep

Foto: www.swiss-image.ch

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Kommentare

Erlebnistourismus ist in. Schönes Wetter und Landschaft reicht angeblich nicht mehr. Wer sich aber mit dem Phänomen "Erlebnistourismus" richtig beschäftigt (und nicht nur allen nachtrillert) stellt fest, dass es eine große Gruppe Touristen gibt, die Stille, Ruhe, Natur, dem Alltag entkommen, Herunterfahren, usw. als wichtigstes Erlebnis ihres Urlaub schildern. Diese Gruppe kann rund um den Bernina sehr gut bedient werden. Deshalb bitte keine Tyrolienne sondern mehr Fokus auf ein Segment. Und dann bitte auch das Mountain-Biking Konzept der Wegteilung konsequent verfolgen.

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