Vor der letzten Saison

| Do, 30. Nov. 2017

In Davos beginnt für Curdin Perl der letzte Abschnitt seiner Profikarriere. Im grossen Interview mit der EP/PL blickt er heute mit einer grossen Genugtuung auf seine Zeit als Profisportler zurück. Eine Zeit, die ihn auch als Mensch geprägt hat. 

Das ganze Interview gibt es in der EP/PL vom 30. November zu lesen. Ein kleiner Auszug:

Bodenständig, unkompliziert, aufgestellt, alles Eigenschaften, die mit Curdin Perl in Verbindung gebracht worden. Gute Eigenschaften für einen Spitzensportler?
Jein. Manchmal wäre ich wohl besser etwas egoistischer gewesen. Durch meine umgängliche Art ist vielleicht der Respekt vor dem, was ich leiste, etwas verloren gegangen. Oft hat es geheissen, ja der Perl, der macht das schon. Aber vielleicht konnte ich durch meine Art gerade auch den Jungen aufzeigen, dass auch der Langlaufsport letztlich nur ein Beruf ist und es daneben auch noch viele andere Sachen gibt, die eine Persönlichkeit ausmachen. Nicht nur die Resultate. 

Oft wurde gesagt, ja, wenn der Curdin noch etwas seriöser trainieren würde, noch etwas ehrgeiziger wäre, dann hätte er mehr erreichen können ...
... das ist das, was die Leute sagen, die keine Ahnung haben von dem, was ich mache. Ich bin einer der wenigen Athleten, die eigentlich zu viel machen. Mich musste nie ein Trainer motivieren, mehr zu trainieren. Wenn ich dann solche Aussagen höre, macht mir das weh. Die Leute sehen mich am Nachmittag im Coop mit der Familie beim Einkaufen. Aber die wissen nicht, dass ich jedes Wochenende weg bin, zeitweise über Wochen. Aber ich habe gelernt, das auszublenden. Das gelingt besser, wenn die Resultate stimmen. 

Sie haben im Laufe Ihrer über zehnjährigen Karriere viele Krisen erlebt. Wird man dadurch als Mensch stärker?
Ja, es gab viele wirklich harte Momente, mehr als erfolgreiche ...

... mit Rücktrittsgedanken?
Sicher. Diesen Frühling beispielsweise, nach der sehr schlechten Saison. Wenn ich nicht schon vorher gesagt hätte, ich mache noch bis zu den Olympischen Spielen weiter, hätte ich vielleicht aufgehört. Aber jedes Mal, wenn ich mich wieder aufgerafft habe und zurückgekommen bin, habe ich gemerkt, wie sehr ich für diesen Sport lebe. Und ich habe gespürt, wie mich das stärker macht, auch als Mensch. Die Leidenschaft ist nie gestorben, und das empfinde ich rückblickend als das Schönste. 

Autor und Foto: Reto Stifel

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