CSI: Viele offene Fragen

| Fr, 13. Apr. 2018

Zwei Tage nachdem bekannt geworden ist, dass das Fünf-Sterne-Reitturnier in St. Moritz nicht mehr stattfindet, gibt es offene Fragen:  Für OK-Präsidentin Leta Joos ist ein solcher Anlass ohne Defizitgarantie der öffentlichen Hand nicht zu stemmen. 

Am Freitag Morgen hat sich OK-Präsidentin Leta Joos mit einer kurzen E-Mail bei der EP/PL gemeldet. In dieser schreibt sie, dass sich das OK entschieden habe, den Anlass 2018 nicht mehr zu organisieren, obwohl das Interesse der Reiter gross sei. «Ohne eine Defizitgarantie von Kanton und den Gemeinden, ist es nicht möglich, einen solchen Grossanlass im Engadin durchzuführen», schreibt Joos und verweist zusätzlich auf die zurückhaltenden Sponsoren. Abschliessend bedauert sie, dass St. Moritz und das Engadin einen weitere Attraktion verlieren würden, welche den Sommertourismus hätte beleben können. Mehr will die OK-Präsidentin im Moment nicht sagen. 

Bereits am Mittwoch hatte der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) kommuniziert, dass der CSI in St. Moritz nicht mehr im internationalen Turnierkalender figurieren wird: «Der Vorstand des SVPS hat beschlossen, die beiden internationalen Fünf-Sterne-Springturniere in St. Moritz und Lausanne aus dem Kalender des Weltverbandes der Reiter (FEI) zu streichen. Finanzielle Gründe waren bei diesem Entscheid ausschlaggebend.» Auf Anfrage präzisiert SVPS-Präsident Charles Trolliet, dass der Veranstalter gegenüber dem Verband Schulden in Höhe von rund 30 000 Franken hat. Konkret geht es um die Meldegebühren an den FEI, welcher der nationale Verband den Veranstaltern jeweils vorschiesst und dann von diesen zurückfordert. «Nachdem St. Moritz eine letzte Frist bis 31. März ungenutzt verstreichen liess, mussten wir handeln», sagt Trolliet. Dies auch mit Rücksicht auf die Elite-Springer, die ihre Saison planen müssten. Der Verband bedaure den Entscheid, dieser sei auch nicht als Bestrafung gegenüber dem CSI St. Moritz zu verstehen. Aber ein Veranstalter müsse die nötigen finanziellen Mittel nachweisen können. Wenn nicht, könne es sein, dass die Reiter ihre Preisgelder, also ihren Lohn, nicht mehr erhalten. «Das wäre für die Schweiz mit einem grossen Imageschaden verbunden», so Trolliet.

Weitere Reaktionen in der gedruckten Ausgabe der EP/PL vom 14. April. 

Autor: Reto Stifel

Foto: Gian Andri Giovanoli/KMU Fotografie

Kommentare

Auch dank der Gemeinde die den Anlass sozusagen in die Pampa verschoben hat. Der schöne Platz am See war wohl dem Anlass zu unwürdig........

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