Umstrittene Beschneiungspläne

| Fr, 27. Apr. 2018

Ohne Gegenstimmen und Diskussionen hat die Bürgergemeinde St. Moritz am vergangenen Dienstag im Grundsatz grünes Licht gegeben für die Beschneiung der Hahnenseepiste im Oberengadin. So schlank dürfte es beim Projekt nicht weiter gehen. 

Im Baugesetz der Gemeinde St. Moritz steht, dass Naturschutzzonen nicht beschneit werden dürfen. Diese Regelung soll nun für ein konkretes Projekt aufgeweicht werden: Die Corvatsch AG möchte die beliebte Hahnenseepiste von der Bergstation der Sesselbahn Gian d’Alva bis nach St. Moritz Bad durchgehend beschneien. Beim Hahnensee allerdings liegt die Piste in einer Naturschutzzone. Ob die Umweltverbände dafür grünes Licht geben, ist fraglich. Die ganze Geschichte gibt es in der EP/PL vom 28. April. 

Kommentare

Es fehlt einfach frischer Wind in der Region. Ihr lieben Tourismusmanager, lasst einfach mal die Anglizismen in der Schublade und redet auch nicht immer von irgend einer "Marke", die es zu vermarkten gilt. Es geht darum, ob eine Region touristisch interessant ist, oder nicht. Es glaubt auch bitte kein "Nicht-Tourismus-Manager", dass eine Talabfahrt ein USP ist, weil sie mit Naturschnee präpariert ist. Völliger Nonsens. Was die Gäste interessiert ist, dass es eine Talabfahrt gibt. Und dem sogenannten "Zielpublikum" der hochtrabenden Manager aus Indien, China etc. ist es erst recht egal, ob dort Kunstschnee liegt, oder nicht. Eventuell für uns auf Naturschutz getrimmte Deutsche könnte das von Interesse sein. Und wenn eventuell einmal eine etwas jüngere "Managergeneration" das Ruder übernimmt, dann sollen die mal nach Österreich schauen, wie das dort gemacht wird, dort stimmen die Besucherzahlen.
Das Engadin hat einfach zu viele Skigebiete. Das Gästeaufkommen ist massiv gesunken wie in verschieden Zeitung zu lesen war. Warum nicht auf Corviglia konzentrieren. Corvatsch und Diavoleza auf reine Sommerbahnen trimmen. Dafür Corviglia auf Vordermann bringen mit modernen zubringerbahnen und so weiter.
Wie modern muss es denn noch für Sie werden? Bei jeder neuen Saison auch gleich total neue Lifte, oder wie? Und das beste Beispiel, dass neu nicht gleich besser ist, ist der neue Park Sessellift am Corvatsch.
Ich komme seit über 25 Jahren an Weihnachten immer eine Woche als Tourist nach Sils. Die Corviglia als einziges Skigebiet würde mir definitiv nicht genügen. Ich liebe die ruhige und idyllische Furtschellas, UND den Corvatsch-Gipfel, UND die Hahnensee-Abfahrt (gerne auch beschneit, weil dann öfter offen), UND den Skizirkus auf Corviglia, UND einen Tag Abwechslung auf Diavolezza und Lagalb. Würde auch nur eines dieser Gebiete wegfallen, wäre das schon ein riesiger Verlust. Die Anlagen auf Corviglia finde ich hingegen völlig in Ordnung. Das sind doch fast durchgängig kuppelbare Sesselbahnen mit Wetterschutz-Hauben; ich sehe da im Moment (außer den obligatorischen Wartungen natürlich) wenig Investitionsbedarf.
Sie bringen es auf den Punkt. Genau so empfinde ich das auch.
Wenn es mir recht ist, verläuft ein Teil der Hahnensee-Abfahrt auch über das Gemeindegebiet von Silvaplana. Entsprechend wird / dürfen sich nicht ausschliesslich St.Moritz und die Umweltverbände über dieses Vorhaben äussern.
Das ist richtig, auch Silvaplana wird darüber abstimmen müssen. Der umstrittene Teil aber liegt auf Gemeindegebiet von St. Moritz.

Die Gemeindegrenze zwischen Silvaplana und St. Moritz verläuft durch den Hahnensee selber — das Restaurant steht dabei auf St. Moritzerboden. Was westlich davon liegt gehört zu Silvaplana. Die Gemeinde Silvaplana hat schon mehrmals in Infrastruktur für die Sicherheit der Hahnenseeabfahrt investiert. Es wäre wohl schlauer, diese Abfahrt als tolle, "einmalige" Naturschnee-Abfahrt zu positionieren — ein USP, unique selling Point, in einer ansonsten von Kunstschnee dominierten Schneesportlandschaft. Warum auf teufelkommraus auf eine teure Beschneiung setzen, wenn man einen solchen gratis-USP hat?. Und wenn die Beschneiung dann gebaut wäre, käme wohl auch die Hahnenseebahn, damit es sich überhaupt vielleicht rentiert mit der Beschneiung. Und so bekäme St. Moritz endlich die begehrten Ersteintritte ins Skigebiet, um die es schlussendlich wirklich gehen dürfte. Und die Corvatschbahn und Silvaplana hätten das Nachsehen.
Die Umweltverbände haben einfach zu viel Einfluss in diesem Land. Wo bleibt die Gemeindeautonomie? PS: @EP: Die Piste führt nach St. Moritz Bad
Selbstverständlich nach St. Moritz Bad. Ist korrigiert, danke.

Schnee +Kanone = Kreativitätskiller

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