So geht das nicht!

| Do, 07. Jun. 2018

Vor gut drei Wochen ist mit dem Abbruch des Hotels Misani in Celerina begonnen worden. Kurze Zeit später wurden die Bauarbeiten eingestellt, die Baustelle ist geschlossen. Ein Hotelruine mitten im Dorf. Das geht nicht, findet der Kommentator. 

Dass Celerina mit dem Hotel Misani einen Traditionsbetrieb verliert, ist seit letzten Herbst bekannt. Die Pfäffiker Simmen Group als neue Besitzerin will daraus ein Aparthotel mit zwölf bewirtschafteten Wohnungen machen. 
Die Hotelschliessung hat im Dorf selber kaum Reaktionen ausgelöst. Wenn es darum geht, ein neues Hotelprojekt – notabene mit einheimischen Investoren – zu verhindern, lassen sich die Massen mobilisieren. So geschehen beim Hotelprojekt «Punt Schlattain» vor bald fünf Jahren. Das Ende eines Hotels hinterlässt Schulterzucken, im besten Fall eine gewisse Ohnmacht.
Zu hoffen ist, dass der «Fall Misani» aufrüttelt. Dass eine Baustelle vorübergehend stillgelegt werden muss, kann passieren. Nicht aber drei Wochen nach Start der Bauarbeiten und schon gar nicht, wenn mitten im Dorf eine Hotelruine hinterlassen wird. 
Der Investor mag aus rein ökonomischer Sicht recht haben: Wenn die Finanzierung eine Projektes nicht mehr gesichert ist, muss er die Notbremse ziehen. Nur: Neben den Aktionärsinteressen gibt es gerade in diesem Fall auch ein hohes öffentliches Interesse – Celerina als Tourismusgemeinde kann sich kurz vor dem Start in die Sommersaison keine Bauruine im Zentrum leisten. Da ist es geradezu zynisch, wenn in den Verkaufsunterlagen mit dem «charmanten Nachbardorf von St. Moritz» für das Projekt geworben wird. 
Dass die Gemeinde scharf interveniert, ist richtig. Wenn sie dabei von der Bevölkerung unterstützt würde, wäre das nicht falsch. Die Stimmen aus Celerina sollen in Pfäffikon gehört werden. Ein anderer Vorschlag: Am Montag ist Gemeindeversammlung. Wenn sich der Investor dort direkt den Fragen der Bürger stellen würde, wäre das zumindest ein positives Zeichen. Denn eines ist klar: So geht es nicht!

Autor und Foto: Reto Stifel

reto.stifel@engadinerpost.ch

Mehr: 

Kommentare

Das die Simmen Group schuld für den Verlust des Traditionsbetriebes ist (dies geht aus der Syntax hervor), sollte rational betrachtet werden. Was war es denn vor der Übernahme? Das traditionsreiche Hotel wird nach höchstem Design- und Qualitätsstandard in ein Aparthotel umgebaut. Das eine Baustelle vorübergehend stillgelegt werden muss, kann passieren. Ob nach drei Wochen, 4 Monaten oder einem Jahr. Jede Baustelle verfügt über seine Projektdauer. Ich frage mich was wir gemacht hätten, wenn die Touristen über die Sommersaison eine Baustellen-Geräuschkulisse vorgefunden hätten. In der jetzigen Situation können wir darauf hoffen, dass das Projekt nach der Saison nochmals in Angriff genommen wird und wir schon bald von den Vorteilen des Hotels profitieren.
Bleibt das Misani nun eine Bauruine? Für wie lange? für immer? Hat die Gemeinde keine Garantien von der "Simmen Group" eingefordert? wieso nicht? wer ist diese "Simmen Group" überhaupt? wurde das abgeklärt? Das stinkt doch zum Himmel! Ein Finanzhai, der schon nach 2 Wochen die Arbeiten einstellen muss! Ich hoffe und nehme an, die Gemeinde hat ein begrenztes Zeitfenster (Ende Juni) für den Abbruch des nicht geschützten Neubaus angesetzt hat. Was soll das? Soll das jetzt den ganzen Sommer und darüber hinaus so bleiben? Hat die Gemeinde denn keine Klauseln eingebaut, dass wenn diese "Simmen Group" ihren Verpflichtungen nicht nachkommt - dann fällt das Misani an die Gemeinde zurück! Celerina hat 3 Millionen Überschuss alleine letztes Jahr. Bitte Schlarignots, mez crüds e mez cots - jetzt übernimmt die Gemeinde das alt-ehrwürdige Misani und macht daraus ein Alters- und Kulturhaus. wohin auch mit den vielen Millionen?, die jedes Jahr sprudeln! wo sind jetzt die Verantwortlichen? die Gemeinde-Exekutive, wer sonst?!
Celerina investiert sicherlich nichts, sie profitieren lieber von den Nachbarsgemeinden.
Herr Stifel von der Redaktion schreibt "Das Ende eines Hotels hinterlässt Schulterzucken, im besten Fall eine gewisse Ohnmacht." Ohnmacht ja. Gab es doch früher ein Hotel Kulm, ein Posthotel, Hotel Demont, Hotel Misani usw. und man denke!!! in einem touristischen Dorf gab es sogar ein Kur- und Verkehrsverein! (welcher Bauer gibt schon sein Stall auf?) Die masslose Bauerei hat alles kaputt gemacht. Das schnelle Geld war zu verlockend. Wer konnte hat bei dieser «Prostitution» mitgemacht - und die sind jetzt alle weg! Diese Ruine wird niemanden mehr "aufrütteln" schreibt der Redaktor. Wen denn auch? Sind doch alle weg und dafür ist es längst zu spät. Wer sind denn noch "Celeriner"? Es wohnt ja kaum jemand mehr hier. Die Gemeinde lässt traditionelle Hotels in Wohnungen umbauen, will dann aber neue Hotels bauen. Wieso, warum, wozu? Dass die Celeriner Bevölkerung von dieser Politik wenig begeistert ist, ist leicht nachvollziehbar. Celerina, rein monetär gesehen hat das super gemacht :-) Wo früher wenig steuerbare Kühe weideten stehen nun "Apartments", die ein Vielfaches an Eigenmietwert als Steuern an die Gemeinde abliefern müssen, Jahr für Jahr und von Amtes wegen! Kein Wunder schreibt Celerina wieder 3 Millionen Überschuss! Aber eine Gemeinde sollte kein gewinnstrebendes "Business" sein! Die Steuern können nicht weiter gesenkt werden - Celerina ist schon auf dem Minimum! Wohin mit dem vielen Geld? Solche Probleme muss man erst Mal haben! Wie wäre es damit: Die Gemeinde übernimmt die Ruine Misani und macht daraus ein Alters- und Kulturhaus. (Eine Gemeinde darf über lange Zeit kein "Gewinn" machen! das ist nicht der Sinn einer Gemeinde - Celerina ist kein Business!) Und dann führt Celerina wieder ein Kur- und Verkehrsverein ein! So wie es St.Moritz auch hat. So holen wir den Stall und die Alp und die Identität und das Leben zurück ins Dorf!
2 Bankberater, die der "Simmen Group" den Kredit versprachen, wurden entlassen! Wieso denn das??? Die "Simmen Group" hat den Kreditvertrag ja nicht mit diesen "Beratern", sondern mit der dahinten stehenden Bank abgeschlossen! Viele, viele Fragen und das Ganze stinkt jetzt schon zum Himmel! Hoffentlich hat die Gemeinde ein klar definiertes Zeitfenster fuer den Abbruch gewaehrt. Armes Hotel Misani! Die Gemeinde will neuer Hotels bauen (bauen, bauen, bauen), kann aber bestehende Traditionshaeuser nicht vor den Ruin bewahren!
Es wundert mich nicht das die Hotelschliessung kaum eine Reaktion ausgelöst hat. Es wundert mich auch nicht das Investoren nicht willkommen sind im Engadin. Das Punt Schlattain ist nicht das einzige Projekt das von den Einheimischen gebodigt wird. In Pontresina geschieht zur zeit das selbe in etwa. Die Einheimischen müssen mal wissen was sie wollen. Hotels die modern sind und auch wieder Gäste anziehen oder dann halt so wie es ist und keine Gäste mehr. Es sollte ja auch Gäste geben die kein 5Stern Hotel vermögen. So wird die Hoffnung das der Fall Misani aufrüttelt wohl nicht in Erfüllung gehen. Aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Aber auch die stirb mal. Das Engadin liegt sozusagen auf dem Sterbebett in Sachen 3 und teilweise 4Stern Hotel
Da kann ich Herrn Vollenweider nur zustimmen, leider. Man hat sich im Engadin zu lange auf das "Altbewährte" verlassen, schade.
Genau so ist das und wen sich nicht schnellstens was ändert wird das Engadin aussterben!
herr vollenweider , in pontresina hat es andere hintergründe wieso das projekt bombardiert wird . tum 3inen ist es der falsche standort für die art von hotel... pontresina bietet mit dem areal gitöglia en super platz für gefade so einer art herberge plus nähe zjm bhf loipen etc am sportpavillon/ eines der schönsten eisplätze im engadin ist es einfach nicht sinvoll dort sollte man eher ein zentrum bauen mit kindertagestätte bowling bahn indor spielplatz usw ekn in pontresina wohnender wollte solch ein projekt finanzieren welches 3inen klaren mehrwert für alle bringt .. einfach ein viereck auf so einen schönen platz bauen kann jeder. des weiteren ist im obersten stock eine welnessanlage geplant welche einen karakter hat das man sie schnellstens wieder wegbauen kann (ev für ein späterer wohnungsbau) falls das hotel dann doch nicht läuft . ich bin ihrer meinung das wir was tun müssen aber vorallem zb bergbahnen stundentickets uvm schlechtwetter angebot konzerte die alle begeistern vom reichen bis zum armen zb zucchero auf der skipiste oder solches würde uns weitmehr bringen. pontresina hat zb das voices abgestellt unf sucht jetzt händeringend nach einer neuen aufmachung des voices denn sie merken jetzt was das voices gebracht hat

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage soll automatisierten Spam verhindern und überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind

KOMMENDE EVENTS

STELLEN

IMMOBILIEN

DIVERSES