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Unverständlich

Unverständlich

Sowohl der Bericht der PUK wie auch jener zur Administrativuntersuchung kommen zum Schluss, dass bei den Polizeieinsätzen gegen Whistleblower Adam Quadroni einiges schief gelaufen ist. Entschuldigen will sich die Regierung bei Quadroni nicht. Ein Kommentar.

Die beiden Berichte, die die Polizeieinsätze gegen Whistleblower Adam Quadroni untersucht haben, umfassen gegen 330 Seiten und leuchten bis in letzte Detail aus, was zwischen Dezember 2016 und November 2017 passiert ist. Die PUK hat es sich nicht einfach gemacht und akribische Arbeit geleistet. Den Überblick zu wahren in den Beschreibungen, Befragungen, Würdigungen und Stellungnahmen, ist nicht ganz einfach. Darum ist es wichtig, sich in einer ersten Beurteilung auf das zu fokussieren, was Gegenstand der Abklärung war: die Polizeieinsätze und mögliche Verstrickungen mit dem Baukartell.
Letztere hat die PUK nicht nachweisen können. Die Frage, ob sie auszuschliessen sind, konnte vom Gremium nicht beantwortet werden. Wichtige Auskunftspersonen wurden von ihren vorgesetzten Instanzen gar nicht oder nur teilweise vom Amtsgeheimnis entbunden und durften nicht befragt werden. Der Postenchef der Kapo, welcher mit seiner Einstufung von Adam Quadroni als «gemeingefährlich» eine Schlüsselrolle bei den fatalen Ereignissen spielte, beruft sich bei wichtigen Fragen auf den Quellenschutz.
Isoliert auf die drei Einsätze betrachtet, kommt vor allem die Kantonspolizei im Bericht sehr schlecht weg. Zu wenig Aufsicht, keine spürbare Führung, mangelnder Ausbildungsstand oder viele formelle Fehler, werfen kein gutes Licht auf die Organisation.
Nun muss man sich zu Recht die Frage stellen, ob aus dieser isolierten Betrachtung eines Falles, welcher auch medial hohe Wellen geworfen hat, Rückschlüsse auf das Funktionieren des Polizeiapparates als Ganzes gezogen werden dürfen. Zumindest in Bezug auf die Führung muss diese Frage mit Ja beantwortet werden. Wer die Berichte im Detail liest, kommt zum Schluss, dass hier nicht einfach Fehler gemacht worden sind, wie sie in solchen schwierigen Situationen und unter Zeitdruck passieren können. Vielmehr muss von systemischen Unzulänglichkeiten ausgegangen werden, die umgehend behoben werden müssen. Die PUK und die Administrativuntersuchung haben mit ihren Empfehlungen den Weg aufgezeigt.
Ob die Botschaft bei der Regierung angekommen ist? Zweifel sind angebracht. Dass insbesondere den Führungsoffizieren der Kapo bereits jetzt – noch bevor das Parlament den Bericht nächste Woche berät – das Vertrauen ausgesprochen wird, ist voreilig. Und dass sie es nicht für nötig hält, sich bei Adam Quadroni für gemachte und nun hinreichend dokumentierte Fehler zu entschuldigen, ist unverständlich.

Autor: Reto Stifel
reto.stifel@engadinerpost.ch


1 Kommentar

1000/1000
Luciano Fasola am 28.11.2019, 10:22
E ist wohl gescheiter, wenn die Regierung Herrn Quadroni n i c h t um Entschuldigung bittet. Es wäre doch nur geheuchelt, da man ihre Einstellung mittlerweile kennt. Ich wohne seit kurzem im Kanton und werde bei den nächsten Wahlen daran denken, hoffentlich viele viele andere Wähler auch.
Noch immer wütend: L. Fasola
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