Mehr Einnahmen, weniger Steuern

Brisanter Vorschlag des Wirtschaftsforums Graubünden: Ungenutzte Zweitwohnungen sollen stärker besteuert und das finanzielle Potenzial der Wasserkraft besser genutzt werden. Mit den Mehreinnahmen könnten die Steuern gesenkt werden. Mehr in der EP/PL vom 1. September.

_

Stärkere Besteuerung von ungenutzten Zweitwohnungen und Mehreinnahmen aus der Wasserkraft für Steuersenkungen: Zielen diese Vorschläge in die richtige Richtung?

Kommentare

Als Ferienwohnungsbesitzer seit 1972 zahle ich in Pontresina - wie auch andere dort - seit 2007 in Verbindung mit der Einführung eines Gesetzes über die Kur - und Sport- taxen eine Jahrespauschale von 800 sfr für eine 3-Zimmerwohnung. Es entfallen für mich und Familienmitglieder zwar die Kurtaxen etc. Diese neue Pauschale ist je nach Eigennutzung jedoch um ein mehrfaches höher. Soweit mir bekannt, ist Pontresina die einzige Gemeinde im Engadin, die solche ein Abgabe erhebt. Insofern wird hier bereits - so sehe ich das - bereits eine "Lenkungsabgabe" erhoben ! Ich bin gespannt, was sich diese Gemeinde mit der vermutlichen Einführung einer sog. echten Lenkungsabgabe wieder einfallen läßt, um die Zweitwohnungsbesitzer weiter zu schröpfen. Nebenbei: An Kurtaxen etc. für Feriengäste führe ich je nach Belegung ca. 2000 sfr im Jahr an die Gemeinde ab. Ob sich dies dann in den Gesamtabgaben an die Gemeinde niederschlägt ?? Ich bin gespannt.
In den Kommentaren zum Vorschlag des Wirtschaftsforums wurde bereits vieles gesagt, was von dieser absurden Idee zu halten ist. Graubünden macht mit unsachlichen und diskriminierden Forderungen Schlagzeilen. Immer mehr Abgaben und Steuern vergraulen jedem Besucher und Zweitwohnungseigentümer den Aufenthalt. Auf Anraten eines damaligen Kurvereinsangestelllten habe ich schon vor einigen Jahren vom ehemaligen Kreispräsidenten Filli Auskunft über die "Abgabe an den öffentlichen Verkehr ohne Gegenleistung" erbeten. Die Antwort war lediglich ein Haufen Photokopien von Gerichtsurteilen, dass diese Abgabe rechtens ist, ohne jegliche Erklärungen! So springt man mit den umworbenen Feriengästen um. Und nun neben Kantons-, Gemeindesteuern, Kurtaxen, Abgabe für den öffentlichen Verkehr, ständing steigen Preisen für die Bergbahnen, noch ein neuer Obolus?
Schade, dass die Abschöpfung und Begehrlichkeit immer Minderheiten betrifft, die keine Möglichkeiten zur Gegenwehr haben. Solche Muster könnten ja auch in der übrigen Schweiz Nachahmer finden und zum Beispiel Steueroptimierer oder Autofahrer aus Randregionen oder Stadtbesucher belasten und einschränken. Die Politik neigt dazu alles und immer regulieren zu wollen, statt sich über Besucher und Gäste und schöne Kontakte zu freuen.
Als "Silvataxmitglied" der ersten Stunde bin ich natürlich sehr erfreut über das Resultat. Doch wie steht es dann mit der Beteiligung an der Gemeindeversammlung, wenn darüber abgestimmt wird? Die Stimmbeteiligung beträgt ja im Durchschnitt 13%.....Bitte liebe Einheimische, geht dann an die Urne, sonst nützt aller Aufwand nichts und wir sehen uns wieder vor Gericht und beschäftigen Anwälte aus Nah und Fern.
Mehr Einnahmen, weniger Steuern Die vom Wirtschatsforum Graubünden veröffentlichten Vorschläge für Belastungen der Zweitwohnungen sind m.E. sowohl in rechtlicher auch ökonomischer Hinsicht fragwürdig. Es beginnt damit, dass den Vorschlägen für die Erhebung der Lenkungssteuer auf Zweitwohnungen die rechtliche Grundlage fehlt; immerhin wird im Artikel RR Schmid zitiert, welcher darauf hinweist, auch auf negative Imagefolgen. Die in der Studie erwähnte Begründung, die Abgabe sei ua. auch dadurch begründet, dass die belasteten Eigentümer von der Beschränkung des Zweitwohnungsbau profitieren würden. Es mutet seltsam an, dass in einem Kanton, wo Freiheit in verschiedenster Hinsicht sehr hoch eingestuft wird, verlangt werden soll, mögliche Mehrwerte im Voraus zu besteuern oder die Eigentümer zur Vermietung zu zwingen. Auch ist es ein krasser Widerspruch einerseits von einer Lenkungssteuer zu sprechen und anderweits in keiner Weise feststehende Mehrwerte abschöpfen zu wollen. Zu erwähnen ist, dass die von RR Schmid befürchten Imageprobleme bereits im Anzug sind. Laufende Rechtsverfahren (ua. Silvaplana) ziehen immer weitere Kreise und führen zu Verstimmung bei den Zweitwohnungseigentümern, die massive Erhöhung der Tourismusabgaben ohne irgendwelche Mehrleistungen der Gemeinden für die Gäste und weiteren Belastungen wie Hydrantensteuer und Verkehrsabgaben. Die Eigentümer können auch damit reagieren, dass sie immer weniger Dienstleistungen des lokalen Gewerbes(Detailhandel, Gastronomie und Handwerker) in Anspruch nehmen. Marketingkompetenz scheint im Wirtschaftsforum nicht Vorhanden zu sein, dafür reichlich Phantasie, den Gästen ohne Leistungsangebot ans Eingemachte zu gehen. Die politisch Verantwortlichen täten gut daran, dem Vorhaben durch entsprechende Kommunikation ein Ende zu setzen. Mit Blick auf die Währungsentwicklung erscheint die Pflege der Schweizer Kundschaft eher empfehlenswert als einen grossen Teil zu vergraulen.
Eine Zweitwohnung soll 80 Tage belegt sein. Warum gerade 80 Tage? In 80 Tagen reiste man einstmals um die Welt...Warum Tage und nicht Nächte? 80 Tage: das können 40 mal übernachten sein. Wer kontrolliert das, dass in einer Wohnung an 80 Tagen jemand war? Nachdem man die Erhebung von Übernachtungen zwecks Zahlung der Kurtaxe abgeschafft hat, weil (zu) viele Nächte nicht gemeldet wurden, dürfte klar sein, dass hier eine Knacknuss wäre. Ich sehe schon eine neue Beschäftigung für Pensionierte: Zweitwohnungsbesucherin.
Herr R. Stifel schreibt:“ Gemäss dem Vorschlag des Wirtschaftsforums muss die Wohnung einfach mindestens 80 Tage belegt sein, von einer Zwangsvermietung an Dritte ist keine Rede“. Das ist zutreffend, es ist keine Zwangsvermietung, jedoch eine Zwangsbelegung, sei es durch Eigennutzung und/oder Vermietung. Im Klartext heisst dies, entweder ist die Zweitwohnung mindestens 80 Tage belegt oder der ausserkantonale Eigentümer hat eine kantonale Lenkungssteuer, eine kantonale Strafsteuer zu zahlen!
Die Argumentation der Studienverfasser ist nicht haltbar. Die Zweitwohnungen wurden auf Land gebaut, das Bündner - wohl meist mit Gewinn - verkauft haben. Gebaut wurde von Bündner Bau- und Immobilienunternehmern, die damit wohl ebenfalls Gewinn gemacht haben. Und nach den Überlegungen der Studienverfasser sind jetzt die Käufer die Schuldigen und sollen bezahlen. Die Zweitwohnungsbesitzer haben oft während langer Jahre z.B. im Engadin eingekauft, ihre Steuern bezahlt und zahlen jetzt schon hohe Abgaben. Der Tourismus jammert über sinkende Frequenzen. Wenn man laufend auf den Zweitwohnungsbesitzern "herumtrampelt" werden die mit der Zeit auch noch ausbleiben bzw. verkaufen - und dann will man noch mehr Finanzausgleich aus dem Unterland! Man sollte beachten, dass es in der Schweiz und im Ausland Gegenden gibt, die landschaftlich durchaus vergleichbar sind, in denen man mit Zweitwohnungsbesitzern anständig umgeht. Zudem ist es dort meist noch billiger. Auch Zweitwohnungsbesitzer können wirtschaftlich denken. Bis jetzt haben die Bündner und im speziellen die Engadiner noch keine griffige Raumplanung zu Stande gebracht. Das wäre wohl nützlicher als solche Studien.
Gerade das Beispiel von Herrn Kielholz zeigt doch, dass es sehr viele Ferienwohnungsbesitzer gibt, die ihre Wohnung entweder selber nutzen oder aber an Familienmitglieder weitergeben und das wohl an mehr als 80 Tagen pro Jahr. Gemäss dem Vorschlag des Wirtschaftsforums muss die Wohnung einfach mindestens 80 Tage belegt sein, von einer Zwangsvermietung an Dritte ist keine Rede.
Es scheint tatsächlich, dass sich noch niemand mit der Tatsache befasst hat, dass es auch Zweitwohnungsbesitzer gibt, die ihre Ferienwohnung mehr als insgesamt 6 Monate im Jahr - unvermietet - benützen, sei es selbst oder, wie in meinem Fall, durch mehrere Familienmitglieder. Soll dies nun durch eine weitere Abgabe bestraft werden? Etwas mehr Ueberlegung und/oder Fingerspitzengefühl seitens des Wirtschaftsforums wäre angebracht und zu erwarten gewesen...
Die Idee einer solchen "Lenkungsabgabe" ist m.E. rechtlich unhaltbar und äusserst imageschädlich. Sie würde Zweitwohnungsbesitzer diskriminieren, denn mit dem Eigentum muss ich machen können, was ich will. Diese Vorschläge sind kurzsichtig und lösen kein einziges Problem, nein, sie schaffen viele neue!
EP/PL 1.9.11 (Wettbewerbsfähige Steuern für Graubünden): ALTER WEIN IN NEUEN SCHLÄUCHEN! Endlich wird die sogenannte Lenkungsabgabe auf Zweitwohnungen als das entlarvt, was sie schon immer war: eine Fiskalsteuer eingetrieben bei denen, die sich nicht wehren können, da nicht stimmberechtigt. Von wegen Lenkung: Umverteilung nach bester klassenkämpferischer Manier! Aus liberaler Sicht könnte man das Gleiche ebenso durch einen schlankeren Staat erreichen (in diesem Fall nicht mal 8% seiner Ausgaben). Solche unausgegorenen Ideen können auch nur in einer geschützten „Denk-“ Werkstatt wie dem Wirtschaftsforum in die Welt gesetzt werden. Man gibt sich nicht mal mehr die Mühe, sauber zu argumentieren und wird von unkritischen Medien erst noch dafür gelobt (Pflicht, gegen den Strich zu bürsten!). Wenn wir schon beim Neid sind (...wer sich ein Feriendomizil leisten kann...): warum werden eigentlich die einheimischen Erstwohnungs- und Grundstücksbesitzer nicht zur Kasse gebeten? Deren Kapitalanlage hat in den letzten Jahren ebenfalls ohne ihr Dazutun massiv an Wert zugelegt! Aber eben: gegen den Strich bürstet man nur, wenn es nicht weh tut bzw. wenn es nicht die eigenen Stimmbürger betrifft! Urs Frey

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.