Museum Cheva soll «Sils-like» werden

| Do, 27. Nov. 2014

Die Steinbruchanlage im Val Fex steht kurz vor dem definitiven Verfall. Sie soll saniert werden und mit einem kleinen Erlebnismuseum erweitert werden. Die Eröffnung ist für Mitte Juli 2016 geplant. Das Projekt wurde erstmals öffentlich vorgestellt.

An der öffentlichen Veranstaltung vom vergangenen Dienstag in der Chesa Fonio in Sils konnte sich die interessierte Bevölkerung erstmals über das geplante Museum «Cheva (Steinbruch) plattas da Fex» informieren lassen. Da der Steinbruch zuhinterst im Val Fex in den 60er-Jahren stillgelegt wurde, droht nun der endgültige Zerfall. «Zunächst verfielen die Stollen, dann die Nebengebäude und heute befindet sich auch der Wohntrakt kurz vor dem definitiven Zusammenbruch», erläuterte Projektleiter Othmar Lässer. Ein Kulturerbe des Val Fex drohe endgültig zu verschwinden, deshalb müsse das historische Material umgehend gesichert und die Bauten saniert werden.

Sehen, erleben und ausprobieren
Damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, hat die Bürgergemeinde Sils die Stiftung «Cheva plattas da Fex» ins Leben gerufen. Der Vorsitzende Gian Kuhn sieht eine der Herausforderungen darin, Attraktionen zu schaffen. Das Museum müsse erlebt werden und Besucher sollen selbst zugreifen können, meinte er. Eine Möglichkeit wäre, den Stollen wieder zu aktivieren, sodass Besucher vielleicht auf den Stollenwägelchen fahren könnten. Geplant sei ein Erlebnis- und Abenteuerweg, und in einer Werkstatt könne unter Anleitung selbst Stein bearbeitet werden, vor allem Speckstein. «Wir wollen nicht ein Museum nur mit Tafeln, das harte Leben der Steinhauer soll aufgezeigt und nachvollzogen werden», informierte Othmar Lässer.

Museum mit Führungen
Besucher sollen vor allem über öffentliche Führungen ins Museum kommen. Auf diese Weise könne das ganze Angebot genutzt werden und die Stiftung die Sicherheit gewährleisten. Minimal vier Personen sollten angemeldet sein. Allerdings seien auch Museumsführungen ausserhalb der ordentlichen Öffnungszeiten möglich. Mit spontanen Besuchern wie Wanderern und Ausflüglern müsse immer gerechnet werden, daher soll das Museum regelmässig für Laufkundschaft geöffnet werden. In einer Dauerausstellung würden Gegenstände, die unmittelbar mit der Herstellung der Fexerplatten, die einzig hier im Val Fex zu finden seien, gezeigt. Dies könnten unter anderem Werkzeuge, Bilder, Rekonstruktionen oder auch geologische Informationen sein.
 

Begegnungsstätte für Silser
Othmar Lässer verwies auf die ruhige Atmosphäre der Lage und die Einfachheit des Hauses. «Das Haus ist einfach und soll einfach bleiben. Und es soll als Begegnungsstätte für die Silser Bevölkerung dienen, Sils-like eben. Gian Kuhn, Vorsitzender der «Fundaziun cheva plattas da Fex», Projektsteuerung, fügt hinzu, wie früher in dem heute zerfallenen Haus gesungen worden sei. Und das möge wieder so werden, ein lustiges Haus, indem sich Menschen begegnen und miteinander erleben und diskutieren können.

Realistische Finanzierung
Das Budget für die Umsetzung des Projektes beträgt rund 1,5 Millionen Franken und soll durch verschiedene Sponsoren finanziert werden. «Die Aussichten sind realistisch», erläuterte Othmar Lässer, «wäre ich davon nicht überzeugt, hätte ich der Projektleitung niemals zugestimmt.» Lässer ist der Meinung, dass es einfacher sei, viel Geld zu erhalten als weniger. Denn so oder so müssten 900 000 Franken für die Sanierung investiert werden. Mit dem zusätzlichen Museum allerdings würden auch Einnahmen fliessen, die sich langfristig auszahlen könnten.
Mitte Januar 2015 soll ein Förderverein für die finanzielle, materielle und ideelle Unterstützung gegründet werden. Das Amt des Präsidenten ist noch offen. Es wird eine prominente Person gesucht, die als Repräsentant das Projekt für die Sponsoren in der Öffentlichkeit präsentieren soll.
Der Abschluss des Projektes findet im Oktober 2015 statt. Nach der Eröffnung des Erlebnis-Museums im Sommer 2016 werden laufend Erweiterungen der Aussenanlage durchgeführt. «Wie wollen klein anfangen und dann kontinuierlich aufbauen», sagt Othmar Lässer, der mit Zuversicht der Realisierung entgegensieht.

Text: Astrid Longariello  Fotos: Othmar Lässer

Kommentare

Ich hoffe das diese Meinung nicht zur Engadinerzeitung kommt sondern entweder zu Othmar Lässer oder Gian Kuhn. Ich bin begeistert von der Idee den alten Steinbruch für die Öffentlichkeit wieder zu eröffnen! Vor allem begeistert mich die Idee das die Besucher selber Steine bearbeiten können. Ich weis das Speckstein leichter zu Bearbeiten ist als andere Gesteine. Meine Meinung ist aber das ein Stein der aus der Region aus der Umgebung kommt bearbeitet werden sollte um als Andenken mit nach Hause zu nehmen! Ich bearbeite, schleife seit Jahren Steine aus der Schweiz! Jeder Stein den ich als Anhänger trage oder in meiner Stube steht, sehe ich wenn ich ihn anschaue auch den Ort an dem ich ihn gefunden habe! Das wünsch ich mir für die Besucher vom geplanten Museum Cheva plattas da Fex! Meine Frage: gibt es im Val Fex Speckstein? Das habe ich noch nie gehört! Vor 40 Jahren als ich zum ersten Mal mit meinen Eltern im Engadin in den Ferien war verliebte ich mich in dieses Tal! Wann immer es mir möglich ist komme ich " heim" ins Engadin! Leider hat es sich bis jetzt noch nicht ergeben da zu leben und zu arbeiten doch ich bin bereit dazu! Wünsche viel Erfolg mit dem Museum und würde mich freuen wenn diese meine Idee auch zur Diskussion kommt und noch mehr freue ich mich eine Antwort zu bekommen! Therese Stampfli

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