Durch die Blume

| Mi, 12. Sep. 2018

St. Moritz ist im Wahlfieber. Sigi Asprion oder Christian Jenny? Ein Gruppe von jungen Einheimischen unterstützt nicht einen der beiden Kandidaten. Nein, mit dem Slogan «#Gohn go wähla.» wollen sie für den 23.9. die Stimmberechtigten mobilisieren. 

Und plötzlich standen sie da. Über Nacht besetzten 17 Kaffee-Jutesäcke, gefüllt mit Erde und bepflanzt mit wunderschönen Blumen, den öffentlichen Raum in St. Moritz. Vor der Kirche ebenso wie auf dem Schulhausplatz oder beim Ovaverva. Und in jedem Sack steckt ein Holzschild mit dem Aufruf «#Gohn go wähla.» Oder übersetzt für alle, die, wie der Autor, des Bündnerdeutschen nicht mächtig sind: Gehe wählen. 
Eine simple Botschaft mit grosser Wirkung. St. Moritz rätselte am Montag, wer hinter dieser Aktion stecken könnte. In einer kurz gefassten Medienmitteilung bekennt sich «Eine Gruppe von jungen Einheimischen» zur Aktion. Was aber die Frage noch nicht wirklich beantwortet. Und weil es die Aufgabe einer Redaktion ist, Recherchen anzustellen, werden alle möglichen Informanten abgeklappert. Lange ohne Erfolg, bis ein Hinweis zu einer der Initiantinnen führt. Wer also steckt dahinter? «Eine Gruppe von jungen Einheimischen» antwortet diese lachend und nein, Namen möchte sie lieber keine in der Zeitung lesen. Weil es nicht darum gehe, Personen in den Vordergrund zu stellen, sondern die Botschaft. 
Und ja, die ist in ihrer Aufforderung klipp und klar formuliert: Eine hohe Wahl- und Abstimmungsbeteiligung am 23. September. Zwei Botschaften sind den Initianten der Blumenaktion wichtig. «Uns geht es nicht nur um die Wahlen alleine, sondern auch um die Abstimmungen, die beispielsweise auf nationaler Ebene anstehen. Und: «Wir sind politisch neutral. Unser einziges Ziel ist es, die Wählerinnen und Wähler zu sensibilisieren und zu mobilisieren.»
Ein schöner Gedanke, auf sympathische Art und Weise umgesetzt. Wohltuend unaufgeregt und wichtig in der Botschaft: Am 23. September gibt es auf verschiedensten Ebenen Weichenstellungen, also liebe Leute, geht wählen und abstimmen. 
Die Blumen sind übrigens mit Bedacht ausgewählt worden, sie sind kälteresistent. Pflücken verboten, giessen erlaubt. Obwohl das Bauamt bereits seine Unterstützung zugesagt hat und beim Giessen behilflich sein wird. Am 23. September werden die Blumenbotschaften wieder entfernt. Eigentlich schade. Aber die nächsten Wahlen und Abstimmungen kommen bestimmt. 

Autor: Reto Stifel

Foto: z. Vfg

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Kommentare

Liebe St. Moritzer lässt euch nicht blenden! Die Propaganda bringt uns nicht weiter. Was würde bis heute Falsch gemacht!? Was bringt uns Jenny?
Was uns Jenny bringt, wissen wir nicht, das weiss man nie bei der Wahl eines Gemeindepräsidenten. Jedoch wurde die letzten Jahre viel falsch gemacht.
Viel falsch, starker Tubak! Alles falsch? Starker Tubak. Nichts Gutes! Falls Jenny gewählt wird und alles anders wird, stehen seine Wähler hoffentlich noch hinter ihm!
Ja, geht wählen, unbedingt. Aber wählt den Richtigen, für mich ist es Jenny. Auch wenn er noch keine politische Erfahrung hat. Jenny isz eine Hoffnung zum Besseren. Danke.
Hoffe auch das Herr Jenny gewählt wird. Politische Erfahrung braucht es nicht in dieser Position, die Erfahrung kommt während der Arbeit. Was es braucht sind Macher an der Spitze. Hoffe nur, einige der Parlamentsmitglieder werden auch "ausgetauscht" sonst verhinderen sie weiterhin. Gruss von einem Unterländer oder noch schlimmer aus Zürich der sich anmasst seinen Senf da zu zu geben. Hoffe Herr Salis überlebt es.
Super Idee, vielen Dank! Es stimmt: "Gohn go wähla"!!

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