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Diesen Sommer fand zum ersten Mal das Live-Art-Festival Manufactura Engiadina statt. Die Lakeside-Bühne in St. Moritz wurde zum Open-Air-Atelier umfunktioniert. Besucher konnten den Künstlern bei  der Arbeit über die Schulter schauen. Foto: Steve Hadorn

Diesen Sommer fand zum ersten Mal das Live-Art-Festival Manufactura Engiadina statt. Die Lakeside-Bühne in St. Moritz wurde zum Open-Air-Atelier umfunktioniert. Besucher konnten den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Foto: Steve Hadorn

Es weht ein frischer Wind in der Kunstszene

Während der letzten beiden Jahre hat sich in der lokalen Kunstszene einiges getan. Besonders junge Künstler profitieren von der wachsenden Kulturlandschaft und Galerien, die aus dem Boden spriessen.

Nirgendwo im Alpenraum ist die Dichte an Galerien, Ateliers und Kunstaustellungen grösser als im Engadin. Gemäss St. Moritz Art News finden sich annähernd 50 Galerien, angefangen vom Bergell bis ins Unterengadin. Vorteilhafte Startbedingungen für junge Künstler also. Laut Carolin Geist, hier ansässige Kunstjournalistin und Kuratorin, ist der hiesige Kunstmarkt einmalig in der Welt – so finden sich selbst in kleinen Dörfern wie zum Beispiel in S-Chanf vier Galerien.

Neue Kulturkommission
Zwar war das Hochtal schon länger auf dem Radar der Kunstkenner der internationalen Szene, doch erst seit Ende 2018 wurde es von Einheimischen, der Politik und dem Tourismus wahrgenommen, wie Geist zu berichten weiss. «Die Eröffnungen der Galerie Hauser und Wirth und des Museums in Susch haben die hiesige Kunstszene ordentlich angekurbelt.» So wurde im Sommer 2019 eine Kulturstrategie verabschiedet, die Ende 2019 in der Gründung einer Kulturkommission gipfelte, die aus Claudia Aerni, Mareike Dittmer, Carolin A. Geist, Christina Marx, Werner Steidle und Arno Wyss besteht. Spürbar sei jetzt auch, dass sich immer mehr junge Künstler hier niederlassen.

Kooperation statt Konkurrenz
Geist bemerkt einen Mentalitätswandel beim Künstlernachwuchs. «Oft wird der Kunstszene nachgesagt, dass die Ellbogen zum Einsatz kommen. Aber bei den Jungen ist das nicht mehr so, das merkt man. Es wird mehr miteinander gearbeitet als gegeneinander, besonders hier im Engadin. Das hat auch mit der neuen Denkweise der jungen Künstler zu tun, die eher auf Kooperation gepolt sind.»Laut Geist ist es nicht schwierig, junge Künstler hierherzulocken – jedoch sei das immer auch eine Frage des Budgets. Kunstresidenzen versprechen Abhilfe: So geben diese den jungen Künstlern die Möglichkeit, hierherzukommen, hier zu leben, zu arbeiten und ihre Werke auszustellen. Auch in St. Moritz gibt es mittlerweile einige dieser Angebote: Allegra Projects in Sils, die St. Moritz Art Academy in St. Moritz oder das Nairs in Scuol-Tarasp, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Lokales Kunstfestival lockt
Frischen Wind in die Kunstszene brachte diesen Sommer das Festival Manufactura Engiadina, das von lokalen Youngsters initiiert wurde. Im Rahmen des Live Art Festivals wurden unter anderem 17 Künstler und Künstlerinnen eingeladen, ihre Version des künftigen St. Moritz Posters 2021 zu kreieren. Der Gewinner wurde durch ein Public Voting und ein Gremium ausgezeichnet. Die Kunstwerke wurden während drei Wochenenden erstellt. Schauplatz und Open-Air-Atelier war die Lakeside-Bühne am Seeufer. Laut Virigina Fleming, Mitinitiatorin von Manufactura Engiadina und freischaffende Künstlerin, könne man sich gut vorstellen, das Kunstfestival nächstes Jahr zu wiederholen. «Man merkt, das sich in St. Moritz wieder etwas tut, und gerade solche Projekte bieten gute Anreize für junge Künstler, ins Engadin zu kommen.»

Autor: Denise Kley


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