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Foto: Daniel Zaugg

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Gemeinden sind sich uneinig über den ARA-Rückbau

Spätestens zwei Jahre nach der Eröffnung der Gross-ARA in S-chanf soll die alte ARA Staz in Celerina rückgebaut sein. Über den Grad des Rückbaus gibt es jedoch unterschiedliche Vorstellungen.Die Standortgemeinde möchte das Areal möglichst unbelastet übernehmen.

Delegiertenversammlungen des Abwasserverbandes Oberengadin (AVO) stehen im Normalfall nicht auf der Liste der prickelndsten Veranstaltungen. Am kommenden Donnerstag müssen die Delegierten allerdings einen wichtigen Entscheid fällen. Wenn im nächsten Sommer die neue Gross-ARA in S-chanf ihren Betrieb aufnimmt, soll auch klar sein, wie die heute über 50-jährige Abwasserreinigungsanlage Staz in Celerina zurückgebaut werden soll. Die Frage nach dem «Wie» hat vor allem den Grad des Rückbaus im Blick. Klar ist: Von den heutigen Hochbauten wird in Zukunft nichts mehr zu sehen sein. Die Frage, die für Diskussionen sorgt, ist die danach, wie tief unter Boden dieser Rückbau erfolgen soll. Denn je tiefer die Betonelemente unter Boden zurückgebaut werden, umso teurer wird es.
Wie der Einladung des AVO zur Delegiertenversammlung zu entnehmen ist, hat sich der Vorstand mit 2:1 Stimmen dafür ausgesprochen, die von einem Ingenieurbüro günstigste Variante 1 weiterzuverfolgen, nämlich den Rückbau bis auf rund einen Meter unter Boden. Gemäss AVO-Präsident Sandro Ferretti beruht dieser Entscheid auf einem kürzlich vom Amt für Natur und Umwelt (ANU) eingegangenen Schreiben, in dem ausgeführt wird, dass keine der Rückbauvarianten einen Eintrag in den Altlastenkataster zur Folge hat. Für die beiden Gemeinden St. Moritz und Pontresina sei diese Bestätigung ebenfalls ausschlaggebend, für die Variante 1 zu stimmen. «Einen Mehraufwand für den Rückbau unter diesen Voraussetzungen zu begründen, ist schwierig», sagt er.

«Zustand, der nicht vertretbar ist»
Kein Verständnis für diesen Entscheid hat Celerinas Gemeindepräsident Christian Brantschen. «So hinterlassen wir den kommenden Generationen einen Zustand, welcher nicht vertretbar ist», sagt er. Brantschen appelliert an die Solidarität der drei anderen Verbandsgemeinden St. Moritz, Pontresina und Samedan. «Wir verlangen nichts Unmögliches. Wir möchten, dass das Areal in dem Zustand zurückgegeben wird, in dem es der Verband vor 54 Jahren übernommen hat», sagt er. Celerina beantragt in einem Schreiben an die Verbandsgemeinden die Variante 3a weiterzuverfolgen. Diese sieht vor, die gesamte Anlage exklusive der Schlitzwand, der Bodenanker und der Mikro-pfähle zurückzubauen. Brantschen bezeichnet diese Variante als Kompromiss zwischen der Maximalvariante mit einem kompletten Rückbau und der vom AVO-Vorstand favorisierten Variante 1. Der von Celerina beantragte Rückbau kostet 5,24 Millionen Franken, jener, welcher der AVO den Delegierten vorschlägt, 3,71 Millionen. Angesichts der gemäss Brantschen geringen Preisdifferenz von knapp 1,6 Millionen sei es nicht verantwortbar, Altlasten zurückzulassen, die für eine spätere Generation – vielleicht auch erst in hundert Jahren – zum Boomerang werden könnten. Er gibt zu bedenken, dass schon oft Stoffe, die bis anhin als unbedenklich galten, später in die Liste der umweltbelastenden Stoffe aufgenommen wurden. «Dass die Gemeinde Celerina bezüglich der Entfernung der Bauteile der ARA Staz weitergehen möchte, als dies von der Gesetzgebung verlangt wird, ist für uns nachvollziehbar», heisst es im oben erwähnten Schreiben des ANU. Allerdings beschränke sich die Aufgabe des Amtes auf den Vollzug der einschlägigen Gesetzgebung.

Als grüne Wiese belassen
Die Gemeinde Celerina will das Land vom AVO für einen Preis von insgesamt 200  000 Franken zurückkaufen. Gemäss AVO-Antrag soll im Vertrag eine Klausel eingebaut werden, nach der den Gemeinden St. Moritz, Pontresina und Samedan ein Gewinnanteilsrecht für den Fall eingeräumt wird, dass Celerina das Areal in den nächsten 20 Jahren einer Nutzung zuführt, welche einen höheren Betrag rechtfertigen würde. Das Land ist heute einer nutzungsgebundenen ZöBA zugewiesen. Celerina möchte das Gelände in Zukunft als grüne Wiese belassen.

Autor: Reto Stifel

Foto: Daniel Zaugg


1 Kommentar

1000/1000
Hans am 25.10.2020, 17:50
Es mutet etwas merkwürdig an, wenn ausgerechnet die finanziell am besten gestellte Gemeinde des Oberengadins an die Solidarität der anderen Gemeinden appelliert, um einen Sonderwunsch zu finanzieren, der deutlich über die gesetzlichen Erfordernisse hinausgeht.
Wie wäre es, wenn Celerina die Mehrkosten oder mindestens einen wesentlichen Teil davon (z.B. 50%) selbst trägt?
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