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Foto: OK Weltcup/Fabio Nay

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20 000 Arbeitsstunden – und dann keine Rennen

Frust für die Veranstalter der Weltcup-Rennen: Die beiden Super-G sind dem Wintereinbruch zum Opfer gefallen. Zumindest finanziell dürfte kein grösserer Schaden entstehen. Ob in dieser Saison allenfalls doch noch Rennen stattfinden, ist offen.

Er hat lange auf sich warten lassen, der Schnee. Und jetzt, wo er in rauen Mengen gefallen ist, hat er zuerst einmal für Chaos und weniger für Freude gesorgt. So auch bei den Organisatoren der Skiweltcup-Rennen: Die für Samstag und Sonntag geplanten Super-G-Rennen der Damen mussten abgesagt werden. Sehr enttäuscht zeigte sich am Sonntagabend OK-Chef Martin Berthod. «Gerne hätten wir zeigen wollen, dass Skisport auch in diesen schwierigen Zeiten möglich ist.» Schade sei es vor allem für das Team, welches in den letzten zehn Tagen enorm viel gearbeitet habe. Pro Tage seien mit den Voluntari, den Bergbahnen, dem Militär und dem Zivilschutz im Schnitt 250 Personen im Einsatz gewesen. Und das täglich während acht Stunden. Macht rund 20 000 Arbeitsstunden. Nicht miteingereicht der Aufwand des OKs. «Dieser war aufgrund von Covid-19 deutlich höher als in den vergangenen Jahren», sagt er.

Nicht belohnt worden
Sehr schade ist die Absage, so Sigi Asprion, Präsident der organisierenden Alpine Spots Event St. Moritz Engadin, wegen der Kommunikation nach aussen. «Rennen bei Schnee und schönem Wetter wären beste Werbung gewesen», so Asprion. Sein Bedauern drückt er aber vor allem gegenüber den vielen Helferinnen und Helfern aus: «Das OK und die Voluntari haben in den vergangenen Wochen Grossartiges geleistet. Gute und spannende Rennen sind dann jeweils der verdiente Lohn. Und um diesen sind sie leider gebracht worden.»
Zumindest finanziell dürfte kein grösserer Schaden entstehen. Die Leistungen der öffentlichen Hand, der Partner und Sponsoren fliessen trotz der Absage. Der Aufwand war in gewissen Bereichen tiefer, beispielsweise mussten keine Tribünen aufgebaut werden. Dafür haben die Covid-Schutzmassnahmen Geld gekostet. Berthod hofft, dass bis Ende des Jahres die Rechnung vorliegt, diese dürfte sich im Rahmen der letzten Jahre bewegen. Gewinnbringend sind solche Rennen nicht, meistens schliessen sie mit einer roten Null. Sobald die Rechnung vorliegt, können beim Bund über das Stabilitätspaket Beiträge für die Covid-Aufwendungen geltend gemacht werden.
Was mit Blick auf die kommenden Rennen gelöst werden muss, ist gemäss Sigi Asprion die Mitfinanzierung durch die Region, sprich die politischen Gemeinden. Für die jetzt abgesagten Rennen wurde eine Lösung gefunden. Neben der Standortgemeinde St. Moritz haben die anderen Gemeinden mit einer Ausnahme den geforderten Beitrag geleistet, eine Gemeinde hat weniger bezahlt. «Jetzt müssen wir an einem runden Tisch sitzen, um eine stabile, langfristige Lösung zu finden.»

Goodwill geschaffen
Eigentlich wären die Rennen erst für das kommende Wochenende geplant gewesen – wenn man den längerfristigen Wetterprognosen glauben will, mit Sonnenschein und einer tief verschneiten Winterlandschaft. St. Moritz war über die Vorverlegung, die der Corona-Pandemie geschuldet war, nicht begeistert, hat sie aber möglich gemacht. So, wie die Oberengadiner Veranstalter auch in den letzten Jahren schon kurzfristig Rennen übernommen haben, nicht nur im Weltcup, auch im Europacup- oder bei FIS-Rennen. Dass sich das einmal auszahlen könnte, hofft Asprion. Und Berthod ergänzt, dass St. Moritz gegenüber dem Internationalen Skiverband FIS und Swiss-Ski sicher Goodwill gezeigt hat. Ob das belohnt wird, beispielsweise in Form von (finanziell) lukrativeren Herrenrennen, hofft Asprion. Berthod ist aufgrund des dicht gedrängten Rennkalenders für die Herren eher skeptisch. Realistischer wären für ihn Damenrennen, auch in anderen Disziplinen. «Diesbezüglich werden wir sicher das Gespräch suchen», sagt er.

Doch noch Rennen diese Saison?
Ob St. Moritz in dieser Saison doch noch Weltcup-Rennen durchführen wird, ist zurzeit offen. Bereits abgesagt worden sind die Olympia-Testrennen im Februar in Peking. Ob und wo diese nachgeholt werden, ist noch nicht entschieden. Gemäss Berthod ist das auch noch nicht diskutiert worden. Weder im OK noch mit der Region oder den Leistungsträgern. Die Rennen würden mitten in der Hochsaison stattfinden, was immer Hochsaison in diesem speziellen Winter auch bedeute.
Noch am Sonntag wurde die Infrastruktur im Zielgelände abgebaut. Aufgrund der geschlossenen Strassen konnte der Rücktransport des Materials nicht wie geplant durchgeführt werden, und weil am Sonntag das Skigebiet geschlossen werden musste, muss nun auch der Rückbau der Infrastruktur am Berg noch erfolgen. Die für Dienstag und Mittwoch geplant gewesenen Europacup-Rennen sind ebenfalls abgesagt worden.

Autor: Reto Stifel

Foto: OK Weltcup/Fabio Nay


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