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Spitäler, im Bild das Ospidal Scuol, und auch Alters- und Pflegeheime im Engadin sind für den Corona-Notfall gerüstet. Die Lage ist derzeit noch allenthalben ruhig. Archivfoto: Jon Duschletta

Spitäler, im Bild das Ospidal Scuol, und auch Alters- und Pflegeheime im Engadin sind für den Corona-Notfall gerüstet. Die Lage ist derzeit noch allenthalben ruhig. Archivfoto: Jon Duschletta

Die Lage ist ernst, aber (noch) nicht bedrohlich

Noch ist die Situation in Zusammenhang mit dem Coronavirus in den beiden Engadiner Spitälern ruhig. Gleiches gilt laut einer Umfrage auch für die Alters- und Pflegeheime der Stiftung Gesundheitsvorsorge Ober- und des Gesundheitszentrums Unterengadin.

Man nehme die Entwicklung des Coronavirus ernst und schätze die Lage fortlaufend absolut realistisch und situationsbezogen ein. Das betonte am Montagvormittag Verena Schütz, die Direktorin des Bereichs Pflege und Betreuung am Gesundheitszentrum Unterengadin, dem Center da sandà Engiadina Bassa (CSEB), auf Anfrage. Es diene niemandem, wenn in einer solchen Situation Panik aufkomme.
Gut 110 Bewohner verzeichnen die fünf CSEB-Betriebe im Sektor der Alters- und Pflegebetreuung aktuell. Es sind dies die beiden Pflegeheime Chasa Puntota und Chüra Lischana in Scuol sowie die drei dezentralen Pflegegruppen in Zernez, Scuol und Samnaun. «Wir stützen uns in all dem, was wir tun, auf die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit und des Gesundheitsamtes des Kantons Graubünden», so Verena Schütz.

«Hygiene ist das A und O»
Ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen gehören in die Gruppe der sogenannten Risikopatienten. Das ist aber, abgesehen vom Coronavirus, auch bei jeder normalen Grippeepidemie so. «In jedem Fall sind aber konsequente Hygienemassnahmen das A und O jeglichen Handelns», betonte Schütz. Man kann es nicht genug wiederholen, Hände waschen, in Armbeuge oder Taschentuch niesen und husten und zu Hause bleiben, wenn Mann oder Frau sich krank fühlt.
Seit das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seine Sensibilisierungs- und Informationskampagne «So schützen wir uns» von Stufe Gelb auf Rot geändert hat, gelten drei zusätzliche allgemeine Verhaltensregeln: Händeschütteln, Umarmungen und Begrüssungsküsse vermeiden, benutzte Papiertaschen-tücher nach deren Gebrauch in geschlossenen Abfalleimern entsorgen und nur nach telefonischer Anmeldung eine Arztpraxis oder eine Notfallstation aufsuchen.
Auf diese aktualisierten BAG-Verhaltensregelungen stützt sich auch das Gesundheitszentrums Unterengadin. «Hygienematerial ist intern genügend vorhanden, und wir machen unsere Bewohner, aber auch Besucher mit den entsprechenden Plakaten und Flyern auf die wichtigen Hygienegrundsätze aufmerksam», so Verena Schütz.
Grundsätzlich würden sich am CSEB aber weder Hygiene- und Reinigungsmassnahmen noch das Verhalten der Mitarbeitenden von einer normalen Grippesituation unterscheiden: «Wir rufen allerdings Angehörige und sonstige Besucherinnen und Besucher, welche sich krank fühlen auf, zu Hause zu bleiben und ihren Besuch in unseren Betrieben auf später zu verschieben.»
Auf der gleichnamigen Internetseite des CSEB sind zeitnah zwei Veranstaltungen aufgeführt: Am 11. März soll in Scuol eine «Fallvorstellung Innere Medizin» und am 25. März ein Mini-Symposium KSGR für Hausärzte stattfinden. Auch hier hält sich das CSEB an die nationalen und kantonalen Vorgaben. Verena Schütz lässt deshalb offen, ob die Veranstaltungen stattfinden oder nicht: «Stand heute spricht nichts dagegen, weil es eher kleine interne Veranstaltungen sind, ohne touristische Vernetzungen.»

Ähnliche Situation im Oberengadin
Auf der Homepage des Alters- und Pflegeheim Promulins in Samedan steht der Aufruf, dass Kranke ihren Besuch doch bitte verschieben sollten, unübersehbar in roter Schrift und prominent platziert auf der Startseite zu lesen. Die Leitung von Promulins ist Mitglied im Sonderstab der Stiftung Gesundheitsvorsorge Oberengadin und behält die aktuelle Entwicklung im Auge.
Beat Moll, CEO der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO) und Direktor des Spitals Oberengadin in Samedan, dem zweitgrössten Spital Graubündens mit über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sagte auf Anfrage, dass mehrere Räume zu zusätzlichen, vollwertigen Patientenzimmern umfunktioniert wurden und so eine neue Isolationsstation geschaffen werden konnte. Auch die Patientenaufnahme wurde räumlich erweitert, was möglich macht, dass die Patientenströme bereits vor dem Betreten des Spitals geteilt und dadurch Verdachtsfälle gleich vom laufenden Betrieb getrennt werden.
Zudem werde zusätzliches Personal aufgeboten, um die beschlossenen Massnahmen umzusetzen. Das Pflegepersonal und die Ärzte schützen sich bei der Behandlung und Untersuchung von Verdachtsfällen und Infizierten mit einem Einwegmantel, Handschuhen, einer Maske und einer Brille.

Sonderstab tagt zweimal täglich
Der Sonderstab der Stiftung Gesundheitsvorsorge Oberengadin trifft sich aktuell zweimal täglich, um die Situation neu zu beurteilen und, wenn nötig, neue Massnahmen zu beschliessen. «Für unsere Institution liegt die Herausforderung weniger in der Schwere der Krankheit COVID-19, sondern mehr in der schwer abschätzbaren Entwicklung der Fallzahlen», so Beat Moll. Man stehe zudem in engem Kontakt mit den kantonalen Behörden, insbesondere mit der Kantonsärztin.
In Absprache mit ebendieser wurden seitens des Spitals alle Veranstaltungen mit externen Besuchern abgesagt. Dies betrifft insbesondere auch das für den 19. März angekündigte 29. Medizinsymposium «End of Life» zum Themenkreis Palliativmedizin, welches laut aktualisiertem Eintrag um ein Jahr verschoben wurde. 

Informationsquellen: www.bag-coronavirus.ch oder www.gr.ch/coronavirus. Und auf lokaler Ebene: www.cseb.ch, www.spital-oberengadin.ch oder www.promulins.ch.

Autor und Foto: Jon Duschletta


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