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Durch die geplante Verlegung der Kantonsstrasse und des Inn-Gewässerlaufs an die RhB-Bahnlinie entsteht wieder eine grosse, zusammenhängende Landwirtschafts- und Auenfläche wie schon vor 1870. Foto: P. Rey, Hydra AG

Durch die geplante Verlegung der Kantonsstrasse und des Inn-Gewässerlaufs an die RhB-Bahnlinie entsteht wieder eine grosse, zusammenhängende Landwirtschafts- und Auenfläche wie schon vor 1870. Foto: P. Rey, Hydra AG

Herausragend und wegweisend

Die Etappe La Punt gilt als ein Herzstück der Inn-Revitalisierung im Oberengadin und steht aktuell vor der nächsten Planungsphase. Das Bafu beurteilt das Projekt in seiner Stellungnahme gar als «herausragend und wegweisend».

Das Flussbett des Inn und verschiedene seiner Seitengewässer wurden in den letzten Jahren zwischen Celerina und Zuoz in weiten Bereichen aufgeweitet, revitalisiert und dynamisiert. Aus strukturarmen und über weite Strecken kanalisierten Fliessgewässern wurden wieder naturnahe, frei fliessende Gewässer in ökologisch aufgewerteten Landschaften.
Die Betonung liegt auf dem «wieder», wie auch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in seiner Stellungnahme zum Vorprojekt «Revitalisierung Inn und Chamuerabach» auf dem Gemeindegebiet von Bever und La Punt Chamues-ch von Ende Januar schreibt. Im Beschrieb der Ausgangslage soll der Inn zwischen der im Abschluss befindlichen zweiten Aufweitungsetappe von Bever bis zur westlichen Siedlungsgrenze von La Punt Chamues-ch und der dortigen Einmündung des Chamuerabachs revitalisiert werden. Vor allem aber soll der Inn hier seinen ursprünglichen Gewässerlauf aus der Zeit vor den grossen Flusskorrektionen um 1870 zurückerhalten und von heute 25 auf stellenweise bis zu 80 Metern Breite aufgeweitet werden. Damit, so das Bafu, sollen der Erosionstendenz des Inn entgegengewirkt und die bestehenden grossen ökologischen Defizite beseitigt werden.

Weitreichende Massnahmen
In der EP/PL vom 29. August 2019 wurden die Revitalisierungsetappen Bever I und II sowie La Punt Inn und Chamuerabach näher vorgestellt. Die La Punter Etappe stellt dabei mit geschätzten Gesamtkosten von knapp 40 Millionen Franken die mit Abstand teuerste Revitalisierungsetappe dar. Mit gutem Grund. Um nämlich den erwähnten vormaligen Gewässerraum wiederherzustellen, müssen verschiedene Haupt- und begleitende Massnahmen umgesetzt werden: Die bestehende Kantonsstrasse muss auf rund eineinhalb Kilometern Länge zum RhB-Trassee hin verschoben und der Inn auf rund 2,3 Kilometern Länge an ebendiese Verkehrswege verlegt werden. 
Damit nicht genug. Im technischen Bericht zum Massnahmenkonzept vom April 2019 sind zudem die Verlegung eines Höchstspannungsmasten sowie von Abwasser- und Werkleitungen, der Bau von zwei Grosstierdurchlässen unter der Kantonsstrasse und Bahnlinie, Anpassungen beim Langsam- und Fussgängerverkehrsnetz sowie Massnahmen zur landwirtschaftlichen Rekultivierung des bisherigen Fluss- und Strassenverlaufs vorgesehen.
Auch im Gewässerbereich sind Massnahmen geplant: So wird der Chamuerabach auf rund 700 Metern Länge revitalisiert, inklusive Neubau der Brücken Müsellas und Seglias, dann werden die künstlich angelegten Binnengewässer Chanels da l’En und Chanels da Palüds zu einem knapp zwei Kilometer langen, natürlichen Gewässerverlauf umgestaltet, und beim Lajet da Saletschas wird die Fischgängigkeit zum Inn wiederhergestellt. Im Projektperimeter sind insgesamt gut 13 Hektaren Waldrodungen vorgesehen, zehn davon temporär. Für das Auflageprojekt ist laut Bafu ein Rodungsgesuch notwendig.

Bis zu 80 Prozent subventioniert
Weil sowohl das kantonale Amt für Natur und Umwelt (ANU) als auch das Bafu dem Projekt positiv gegenüberstehen und von einem «herausragenden und wegweisenden Revitalisierungsprojekt» sprechen, können die Projektverantwortlichen mit einem Subventionsanteil von bis zu 80 Prozent rechnen.
Das hat auch der Gemeindevorstand von La Punt Chamues-ch in seiner Sitzung am 25. März wohlwollend zur Kenntnis genommen. Damit könne in den nächsten Monaten die laufende Vorprojektphase abgeschlossen und die aufwendige Bau- und Auflageprojektierungsphase vorbereitet werden, ist dem Protokoll zu entnehmen. Erst danach könne das Projektgenehmigungs- respektive das Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden.
Um die nächsten Schritte zügig einleiten zu können, hat der Vorstand einstimmig beschlossen, Dienstleistungen für die Bau- und Auflagenprojektierung strukturiert nach Teilprojekten auszuschreiben und zu vergeben. Dies nicht zuletzt mit der Absicht, lokale Anbieter besser berücksichtigen zu können und die Arbeit mit der bisher mit dem Projekt betrauten Ingenieurgemeinschaft Hunziker, Zarn und Partner AG, der ecowert GmbH und der Eichenberger Revital SA weiterführen zu können.

Informationen über das teils abgeschlossene, teils im Endausbau befindliche Anschlussprojekt, die Inn-Revitalisierung von Bever unter: www.innauen.ch

Autor: Jon Duschletta


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