Foto: Jon Duschletta

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Seltener Gast

Viel mit der lokalen Bodenbeschaffenheit und Glück hat die Sichtung weisser Enziane zu tun. Diesen pigmentgeschädigten, geschützten Weisslingen wird übrigens nachgesagt, dass sie unter ihren Wurzeln einen Schatz versteckten.

Wer liebt sie nicht, die tiefblauen Enziane (Gentiana), die gerade vielerorts in üppigen Gruppen wachsen und dem löwenzahngeplagten Auge willkommene Abwechslung bescheren. Enziane sind eine Pflanzengattung der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) und kommen weltweit gesehen und mit Ausnahme von Afrika in 300 bis 400 Arten vor, alleine in Mitteleuropa gedeihen 35. Wichtig zu wissen, alle europäischen Enzian-Arten stehen unter Naturschutz und dürfen deshalb weder gepflückt noch ausgegraben werden.
Auch Nationalparkwächter Domenic Godly aus Brail sind heuer die vielen Enziane aufgefallen. Er spricht insofern von einem aussergewöhnlichen Jahr, als dass gerade viele Blumen zur gleichen Zeit üppig blühen, was mit einer frühen Schneeschmelze, ausbleibendem Frühlingsfrost sowie Regen und den bereits erlebten Wärme- und Trockenperioden zu erklären ist. Godly, der seit Jahren Temperaturen und Daten der Schneeschmelze aufzeichnet, hat festgestellt, dass die Vegetation in diesem Jahr rund zweieinhalb Wochen Vorsprung hat. 
Autor und Foto: Jon Duschletta


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