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Mitarbeiter von Repower und des Kabellieferanten Brugg Cables hieven die Kabelrohre kurzzeitig aus dem Wasser, um Ventile zum Ausgleich des Wasserdrucks fertig zu montieren. Dieser Teil der Rohre kommt später in einem Kabelschacht am Seeufer zu liegen. Fo

Mitarbeiter von Repower und des Kabellieferanten Brugg Cables hieven die Kabelrohre kurzzeitig aus dem Wasser, um Ventile zum Ausgleich des Wasserdrucks fertig zu montieren. Dieser Teil der Rohre kommt später in einem Kabelschacht am Seeufer zu liegen. Fo

Bald fliesst wieder Strom am Seegrund

Für rund sieben Millionen Franken ersetzt und modernisiert Repower Frei- und Kabelleitungen zwischen Champfèr und Silvaplana. Die neuen Leitungen verlaufen grösstenteils im See. Zudem verschwinden im nächsten Jahr über 80 Strommasten aus dem Landschaftsbild.

Eigentlich hätten die beiden vier- und fünfteiligen Rohrblocks, die seit Tagen in einem grossen Bogen wie schwarze Ölsperren auf dem Champfèrersee schwimmen, am Mittwoch auf den Seegrund abgesenkt werden sollen.
Die Beschädigung eines bestehenden unterirdischen Kabels am Dienstagmittag durch eine Baggerschaufel hat das Vorhaben indes um ein paar Tage verzögert, ansonsten aber laut dem Leiter Unternehmenkommunikation von Repower, Thomas Grond, keine weiteren Auswirkungen auf den Terminplan und die Stromversorgung gehabt.
Seit 1972 liegt eine 60  kV-Kabelleitung auf dem Grund des Champfèrersees. Im Zuge des Projekts werden sowohl diese 48 Jahre alte Kabelleitung wie auch eine 150  kV-Freileitung und Teile einer 16  kV-Freileitung ersetzt und modernisiert. Laut Thomas Grond werden damit Verfügbarkeit, Versorgungssicherheit und Leistungsfähigkeit des Stromnetzes im Raum St. Moritz, Champfèr und Silvaplana verbessert und der effiziente Betrieb langfristig gesichert. «Die dafür aufgewendeten sieben Millionen Franken werden sich deshalb schon bald auszahlen», ist Grond überzeugt.

Durch See und Umfahrungstunnel
Die neuen Leitungen werden über weite Strecken zusammengelegt und unterirdisch geführt. Einerseits vom westlichen Ufer des Champfèrersees in einem weiten Bogen am Seegrund bis in die Nähe des Strassenkreisels des Silvaplaner Umfahrungstunnels und durch dessen Service-Stollen hindurch. Die 150 kV-Leitung wird zudem separat als Kabelleitung von Silvaplana ins Unterwerk Albanatscha auf der Julierstrasse geführt. 930 Meter der insgesamt rund 2,6 Kilometer langen Kabelleitung verläuft unter Wasser.
Thomas Grond betont, dass sowohl bei der Linienführung als auch bei der Bauweise der Kabelleitung eng mit Behörden und Spezialisten zusammengearbeitet wurde. Vor Ort wird das Projekt zudem vom Celeriner Umweltbüro Eco Alpin AG begleitet.

Absenkung mit Spezialtauchern
Sobald die leeren Kabelrohre vorbereitet sind, werden diese geflutet und – von Spezialtauchern begleitet – langsam in die Tiefe gelassen. Mittels Ausgleichsventilen kann später und bei Bedarf im Kabelschacht am Seeufer der Wasserdruck im Rohr angepasst werden.
Neben den eigentlichen Kabelleitungen sind Leerrohre und auch Glasfaserleitungen Bestandteil der Rohrblöcke. «Wir haben diese Leitungen bewusst und auf lange Sicht geplant», sagt Thomas Grond, «und die Glasfaserkapazitäten sind schon heute an die Anforderungen des Bundesprogramms ‹Smart Meter› angepasst.» Dabei handelt es sich um intelligente, elektronische Stromzähler, die es zukünftig ermöglichen sollen, Stromverbrauch und -produktion aus der Ferne abzulesen oder als Bestandteile des intelligenten Stromverteilnetzes ‹Smart Grid› mithelfen, die Netzqualität zu überwachen.
Erst wenn die Rohrblöcke auf dem Seegrund liegen, werden in einem nächsten Schritt die eigentlichen Stromkabel in die Rohre eingezogen. Diese kommen vom Schweizer Kabelproduzenten Brugg Cables. Es sind gegen Wasser und Wasserdruck speziell isolierte, sogenannte Seekabel aus Kupfer mit einem Durchmesser von neun Zentimetern und entsprechendem Gewicht. Das Eigengewicht der Unterwasserleitung hält diese dann auch sicher am Seegrund. Die gesamte Konstruktion muss dabei den strengen Normen und Auflagen entsprechen.
Laut Thomas Grond wird zurzeit noch geprüft, was mit der bestehenden, 48 Jahre zählenden Stromleitung im See passieren soll. «Je nach Zustand der Leitung könnte diese weiter als Redundanzleitung gebraucht werden.» Nach Abschluss der Arbeiten und Inbetriebnahme der Leitungen bis voraussichtlich Ende Jahr folgt im nächsten Jahr der Rückbau der Freileitungen. Heisst, dass im Projektgebiet 84 Freileitungsmasten aus dem Landschaftsbild verschwinden, davon 13 Gitter- und 71 Holzmasten. Dies hat, so Thomas Grond, «nicht zuletzt positive Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Vogelschutz.»

Autor und Foto: Jon Duschletta


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