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Foto: Daniel Zaugg

Foto: Daniel Zaugg

Falsche Heuballen in Surlej

Sie lagen und standen vor ein paar Wochen einfach mal da, auf den Wiesen in Surlej: die vier, etwas zu weissen Siloballen mit den etwas zu scharfen Kanten. Merkwürdig, sozusagen an bester Lage mit bester Aussicht auf den Silvaplanersee und in die Berge.
Was das wohl soll?

Man hat solche doch vor kurzem auch an der Biennale Bregaglia ob Promontogno gesehen. Das Internet hilft weiter: «Bales», eine Serie von Heuballen aus weiss lackiertem Edelstahl von Not Vital, dem bekannten Unterengadiner Künstler. Die Serie bestand ursprünglich aus 20 Ballen und wurde erstmals 2018 in Grossbritannien gezeigt. Ganz im angesagten Trend des Rezyklierens, sozusagen. Die meisten der vielen Einheimischen und Gäste, die auf dem Weg zum oder vom Uferweg nach Sils da vorbeigehen und biken, haben sie allerdings kaum beachtet, als noch echte, dieses Jahr meist grünliche Siloballen da herumlagen. Was sollen sie also jetzt da?
Nachdem Surlej der Ort ist, um geniale Sonnenuntergänge zu erleben, schweifen die Gedanken zu Not Vitals «House to watch the sunset», seine drei Häuser zum Sonnenuntergang schauen in Niger, Brasilien und Tarasp. Und weil auf den Wiesen in Surlej nicht gebaut werden darf, jetzt eben markieren mit weissen Siloballen? Die Nachfrage bei Giorgia von Albertini, der Kuratorin der Fundaziun Vital und Managerin von Not Vital Studio ergibt, dass das eine Überinterpretation wäre. Es sei eine Installation, die Heuballen imitiere. Pop Art, oder «art immitates life». Den Bauern in Silvaplana wird übrigens ans Herz gelegt, Heu- und Siloballen möglichst schnell nach ihrer Produktion zu entfernen, damit die geschützte, einmalige Oberengadiner Landschaft nicht verschandelt wird.
Und was meint ein betroffener Bauer zur Installation? Die Antwort ist durchaus positiv, denn die Befürchtung, dass die Leute zu den Ballen marschieren und dadurch Trampelpfade in die Wiese stampfen würden, habe sich nicht bewahrheitet. Man sehe selten, dass sich jemand näher für die Objekte interessiere. Das Schicksal ach so vieler Kunstwerke, auch im Engadin.

Text: Katharina von Salis


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