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Symbolbild: www.swiss-image.ch

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Bündner Wirtschaft fordert mehr Geld

Die zweite grosse Corona-Umfrage bei 575 Unternehmen im Kanton Graubünden zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage infolge des zweiten Lockdowns nochmals verschärft hat. Insbesondere Betriebe im Tourismusbereich dürften einen grossen finanziellen Schaden erleiden.

«Langsam geht es zahlreichen Betrieben an die Substanz: Investitionen werden gestrichen, Personal abgebaut und das Eigenkapital und die Reserven aufgebraucht.  Der Bündner Wirtschaft dürften für die Jahre 2020 und 2021 zusammen rund eine Milliarde Franken zur Deckung der Betriebskosten und Investitionen fehlen», heisst es in einer Medienmitteilung der Dachorganisationen. Die Unternehmen erwarten ganz klar eine gezielte Erweiterung der Härtefallhilfen für betroffene Unternehmen. Vor diesem Hintergrund fordern die Dachorganisationen der Bündner Wirtschaft in einem Positionspapier gezielte Verbesserungen der Entschädigungen: Kredite für die Sicherung der Liquidität und Entschädigungen für indirekt Betroffene.

Medienmitteilung im Originalwortlaut:

Tourismus 2021 stärker betroffen

Der wirtschaftliche Schaden aufgrund der Corona-Pandemie dürfte 2021 insgesamt in etwa gleich gross sein wie 2020, falls sich die Lage im Frühling wieder nachhaltig normalisiert. Trotzdem dürfte die Wirtschaft im Kanton im Jahr 2021 insgesamt stärker getroffen werden, da im Vergleich zum ersten Lockdown der Schaden nun weniger breit unter den Unternehmen verteilt ist. Vom zweiten Lockdown sind vor allem die Tourismusbranchen wie Hotellerie, Gastronomie, Bergbahnen und Zulieferer sowie der Detailhandel in den Tourismusregionen sehr stark betroffen. Die Umfrage zeigt, dass sich im Jahr 2020 Betriebe mit einem Plus und solche mit einem Minus noch etwa die Waage gehalten haben. Im Handel (37%) und im Tourismus (29%) gibt es zahlreiche Betriebe, die das Jahr 2020 besser als 2019 abschneiden dürften. Für 2021 erwartet demgegenüber die grosse Mehrheit der Befragten einen mittleren bis starken Rückgang der Jahresergebnisse. Die Aussichten sind stark getrübt, insbesondere im Tourismus, wo 61% der Betriebe angibt, einen Einbruch vom Cashflow in der Höhe von mehr als 40% zu erwarten. Bereits in der ersten Umfrage im Sommer 2020 hatten 60% der Hotelbetriebe angegeben, existenziell gefährdet zu sein, falls es zu einem zweiten Lockdown kommen sollte.

Streichung von Investitionen und Kündigungen nehmen zu

Die Reaktionen der Unternehmen auf die schwierige wirtschaftliche Situation haben sich im Vergleich zum Sommer kaum verändert. Weiterhin haben über die Hälfte der Betriebe Investitionen verschoben und Werbe- und Marketingausgaben gekürzt bzw. haben vor, dies zu tun. Die grössten Unterschiede im Vergleich zum Sommer 2020 sind, dass nun mehr Unternehmen die Personalkosten gesenkt (33%) und Investitionen gestrichen (28%) haben sowie die Verwendung des Eigenkapitals (30%) als Reaktion auf die schlechte wirtschaftliche Lage gesteigert haben. Die deutliche Zunahme in diesen drei Bereichen zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage auch auf Betriebsebene verschlechtert hat. Dies dürfte vor allem bei der Gruppe der besonders stark betroffenen Betriebe der Fall sein. Vor allem in der Gastronomie mussten mehr als die Hälfte der Betriebe den Mitarbeiterbestand um 25-50% reduzieren oder müssen dies voraussichtlich tun.

Nur knapp die Hälfte mit der Arbeit des Bundesrats zufrieden

In der Beurteilung der staatlichen Corona-Eindämmungsmassnahmen gibt es über alle Branchen hinweg zwei ungefähr gleich grosse Lager: die erste Gruppe findet die Massnahmen zu weitgehend, die andere angemessen. Für eine kleine Minderheit gehen die Massnahmen zu wenig weit. In der Arbeit und Kommunikation im Zusammenhang mit der Corona-Krise erhalten die kantonalen Akteure ein besseres Zeugnis als die nationalen Akteure. So sind 86% der Unternehmen mit den kantonalen Wirtschafts- und Branchenverbänden und 73% mit der Bündner Regierung zufrieden. Demgegenüber bewerten 72% der Unternehmen die Arbeit der nationalen Wirtschaftsorganisationen und 58% die Arbeit des Bundesrats als gut oder eher gut.

Die aktuellen Unterstützungsmassnahmen reichen nicht aus

Für gut zwei Drittel der befragten Unternehmen gehen die wirtschaftlichen Unterstützungsmassnahmen zu wenig weit, ein Drittel finden diese angemessen und nur ein ganz kleiner Teil ist der Meinung, dass diese zu weit gehen. Auch in Branchen, die weniger stark oder gar nicht betroffen sind spricht sich eine Mehrheit für die Erweiterung der Unterstützungsmassnahmen aus. Alle Unterstützungsmassnahmen werden grundsätzlich als gut oder eher gut bewertet. Am besten wird ganz klar die Kurzarbeitsentschädigung bewertet. Am meisten Verbesserungspotenzial wird bei den aktuellen Härtefallmassnahmen gesehen. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmen ist damit nicht zufrieden.

Härtefallmassnahmen für Indirektbetroffene gefordert

Die Dachorganisationen der Bündner Wirtschaft fordern in einem Positionspapier gezielte Verbesserungen der Härtefallhilfen. Erstens braucht es bei den aktuellen Härtefallhilfen Anpassungen bei den Obergrenzen und die Handhabung, dass auch teilgeschlossene Betriebe als Härtefälle anerkannt werden. Zweitens braucht es eine Lösung, um indirekt betroffene Betriebe mit weniger als 40% Umsatzrückgang, aber mit hohen Fixkosten und grosser Investitionstätigkeit, zu unterstützen. Solche Betriebe werden durch die aktuellen Härtefallmassnahmen nicht abgedeckt. Diese Betriebe wie Hotels, Bergbahnen und Zulieferer sind jedoch für den Kanton Graubünden von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. In erster Linie braucht es so schnell wie möglich zinslose Darlehen oder Kredite zur Sicherstellung der Liquidität für diese Betriebe. In zweiter Linie sollen nicht rückzahlbare Beiträge aufgrund des Rückgangs des Jahresergebnis im Vergleich zu den Vorjahren gewährt werden. Damit könnten Betriebe, die von der sehr schlechten Wintersaison im Tourismus betroffen sind, zielgerichtet und mit den beschränkten finanziellen Mitteln wirksam unterstützt werden. Im Grundsatz gilt auch weiterhin «Jenen die Arbeit haben und die arbeiten können, muss das Arbeiten ermöglicht werden. Damit sie möglichst eigenverantwortlich durch die Krise kommen und den enormen Schaden mitfinanzieren können».

Autor: pd/ep

Symbolbild: www.swiss-image.ch


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