Foto: Daniel Zaugg

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Hat es sich bald ausgeknallt in St. Moritz?

Gilt in St. Moritz bald ein Verbot für Feuerwerke? Ein Vorstoss aus dem Parlament fordert genau das. Auch an Silvester und dem 1. August wäre das Abbrennen von Raketen und Knallkörpern verboten. Andere Tourismusgemeinden kennen bereits ein solches Verbot. 

Was Tourismusorte wie Arosa und Davos bereits kennen, soll auch in St. Moritz Realität werden: Ein generelles Feuerwerksverbot. FDP-Gemeinderätin Martina Gorfer hat am Donnerstag einen entsprechenden parlamentarischen Auftrag eingereicht. Sie möchte das kommunale Polizeigesetz dahingehend abändern, dass das Abbrennen von Feuerwerken auf dem gesamten Gemeindegebiet ganzjährig verboten wird. Ausnahmen gäbe es für Feuerwerke mit unbedeutenden Immissionen und geringer Gefahr oder für Anlässe mit überregionaler Bedeutung. Nicht als Ausnahmefall gelten gemäss dem Text des Auftrage der schweizerische Nationalfeiertag und der Jahreswechsel. Bei Widerhandlungen sollen Bussen bis zu 5000 Franken ausgesprochen werden können.

Gemäss Gorfer mag ein Feuerwerk zwar einigen Personen ein kurzes Vergnügen bereiten, der Preis für die Öffentlichkeit aber sei viel zu hoch. Sie erwähnt die Belastung der Umwelt. Besonders Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen, die Tierwelt, aber auch die Luft und die Böden seien massiv betroffen. «Nebst der völlig unnötigen Verschmutzung der Landschaft kommt es auch immer wieder zu Magenverletzungen und Erstickungsgefahr bei Tieren, von der Verletzungs- und Unfallgefahr durch die panikartige Flucht bei unseren Wild- und Haustieren infolge der Knallerei ganz zu schweigen», sagt sie. 

St. Moritz hat zum Jahreswechsel 2019/20 auf das Feuerwerk verzichtet und stattdessen eine Drohnenshow durchgeführt, welche auf grosse Resonanz stiess. Pandemiebedingt konnte diese 2021 nicht stattfinden, ist aber für den kommenden Jahreswechsel wieder geplant. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der EP/PL Anfang dieses Jahres hatte sich eine Mehrheit für ein Verbot von Feuerwerken ausgesprochen.

Auf eine Mehrheit hofft Gorfer auf im Gemeinderat, dieser wird auf Antrag des Gemeindevorstandes abschliessend entscheiden. «Ich bin auch für einen Gegenvorschlag offen, solange des gewünschte Ziel nicht verwässert wird», sagt sie. Auf Bundesebene läuft zurzeit eine Volksinitiative, welche nicht nur das Abbrennen, sondern auch den Verkauf verbieten will. Ob ein solches Verbot auf kommunaler Ebene durchzusetzen wäre, Stichwort «Wirtschaftsfreiheit», damit wirft Gorfer, die selber Juristin ist, eine interessante und heikle Frage auf. Sie hofft, dass das St. Moritzer Beispiel Schule macht und auch die Nachbargemeinden ihre Regelungen überdenken. 

Autor: Reto Stifel

Foto: Daniel Zaugg


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