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An der Schule Zernez werden keine Kinder auf Corona getestet. Foto: Jon Duschletta

An der Schule Zernez werden keine Kinder auf Corona getestet. Foto: Jon Duschletta

Faktenfreie Behauptungen

Der Fall der Schule Zernez, welche nicht an den Corona-Flächentests teilnehmen will, hat schweizweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Abseitsstehen ist das gute Recht der Gemeinde, die Tests sind nicht obligatorisch. Die Begründungen des Schulrates sind nicht nachvollziehbar. Ein Kommentar. 

Wenn es ums Testen geht, ist Graubünden Pionierkanton. Ob Flächentests, Betriebs- oder Schultestungen: Der Kanton hat sich seit dem letzten Dezember für diese Strategie entschieden, zieht sie konsequent durch und stösst damit auf Akzeptanz. Testen ist kein Wundermittel gegen Corona. Aber es ist eine Strategie gegen die Pandemie. Weil es gelingt, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Dass flächiges Testen Schlimmeres verhindern kann, hat sich in der Region im Januar gezeigt, als zwei Luxushotels wegen einer gehäuften Ausbreitung des Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden mussten. Mittlerweile setzt auch der Bund auf eine umfassende Teststrategie.
Seit gut zwei Wochen wird an den Bündner Schulen grossflächig getestet. 95 Prozent nehmen daran teil. Wenn sich die Schule Zernez den Spucktests verweigert, ist das ihr gutes Recht. Eine Verpflichtung mitzumachen, gibt es nicht, das Dafür und Dagegen ist offenbar gründlich diskutiert worden, und der Schulrat ist das demokratisch legitimierte Gremium, das zu entscheiden.
Jetzt kommt das grosse Aber: Ein solcher Entscheid muss fachlich fundiert begründet sein. Und das ist er in diesem Fall nicht. Wenn der Schulratspräsident sagt, dass Tests bisher nichts gebracht hätten, wenn er Corona-Tests mit zahnärztlichen Kontrollen vergleicht und wenn er sagt, dass Masken nichts bringen würden und für Kinder ungesund seien, weil sie zu wenige Sauerstoff bekämen, sind das faktenfreie Behauptungen, die von Fachpersonen nicht geteilt werden.
So spricht sich «pädiatrie schweiz», immerhin die vom Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) anerkannte Fachgesellschaft in der Kinder- und Jugendmedizin, für die Maskenpflicht auf Primarschulstufe aus und steht auch einer erweiterten Teststrategie bei Schulkindern positiv gegenüber.
Die Argumentation des Schulrates orientiert sich nicht an den Vorgaben von Bund und Kanton, sie bewegt sich – weil nicht faktenbasiert – auf sehr dünnem Eis, und das Gremium nimmt für sich in Anspruch, alleine die Wahrheit zu kennen. Wenn in einer Antwort an besorgte Eltern steht, dass der Schulrat beschlossen habe, sich vom Mainstream ab- und der Vernunft zuzuwenden, ist das besserwisserisch und arrogant. Vor allem den Eltern gegenüber, die auf ihre berechtigten Fragen keine überzeugenden Antworten erhalten.
Der Zernezer Schulrat soll noch einmal über die Bücher. Er muss entweder fundierte Argumente liefern, warum Zernez nicht mitmacht. Oder aber, er stösst seinen Entscheid um und nimmt doch an den Schultestungen teil. Dagegen spricht nichts, dafür einiges. Von den Schulen, die mitmachen – und das sind fast alle im Kanton Graubünden – sind bisher keine negativen Reaktionen bekannt, die Tests sind einfach zu handhaben und führen zu einem bescheidenen Mehraufwand. Vor allem aber: Die Flächentests sind freiwillig. Auch für die Eltern und ihre Kinder. Wer nicht will, muss sich nicht testen lassen. Allen anderen aber wird mit dem Nein des Schulrates die Möglichkeit zum Testen in unkompliziertem Rahmen an der Schule genommen. Und das ist nicht richtig.
reto.stifel@engadinerpost.ch

Autor: Reto Stifel

Foto: Jon Duschletta


12 Kommentare

1000/1000
Rudolf Da Bali am 27.03.2021, 02:02
Dieser Schulrat lässt den Verdacht aufkommen, dass die intelligenteren Bewohner von Zernez alle ins Unterland ausgewandert sind.
Josef bünzli am 02.04.2021, 14:50
Eine doch sehr wertende, besserwisserische und spaltende aussage. Kein weg nach vorne, kein inhalt keine diskussion. Wenn sie persönlich nicht bereit sind, sich besser zu informieren, dann sollten sie wenigsten nicht noch die angst-propaganda unterstützen.

Wer glaubt, dass die massnahmen zum schutz der gesundheit der menschen da sind, dass die impfung die (fragwürdige) krankheit besiegen und ein impfpass uns die freiheit bringen wird, soll das tun. Doch die entäuschung wird gross sein. Und das angerichtete leid werden wir nicht rückgängig machen können.

Darum fangt an euch zu informieren. Gut möglich, dass die schweiz zum beispiel werden könnte..
Fortunat am 27.03.2021, 10:13
Mit Freiwilligkeit hat das wenig zu tun. Da entsteht ein sozialer Zwang. Im Recht gilt die Unschuldsvermutung. Niemand muss nachweisen, dass er nicht infiziert ist. Quarantäne heisst, die Kranken isolieren, Tyrannei ist alle unter Generalverdacht stellen. Gesundheit ist nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit. Dieser Irrsinn dauert jetzt schon über 1 Jahr und es wird immer absurder. Testen, testen, testen. Nein. Sagt endlich Mal, wie wir unser Immunsystem stärken können. Diese Angstmacherei ist völlig unbegründet. Die Alten und Schwachen sind jetzt geimpft. Der Bundesrat sagte vor einem Jahr, die Masken bringen nichts, weil sie keine hatten! In der Tat. Auf dem Beipackzettel steht geschrieben, dass diese Masken nicht vor viralen Infektionen schützen. Was hilft ist gesunder Menschenverstand und keine Gesundheitsdiktatur. Wieso verkauft der Staat Zigaretten und schreibt darauf: "Rauchen tötet". Dann verbietet es doch und holt die Drogendealer raus. Mit Contact Tracing kein Problem.
fragender am 01.04.2021, 11:16
Das für mich einzig relevante an Ihren faktenfreien Behauptungen, ist die Frage, wie man Dorgen-Dealer mit ContactTracing fassen sollte? Da Sie dies mehrmals angesprochen haben, scheinen Sie einen handfesten Plan dafür zu haben. Mich würde es wundern, wie Sie ein solch unlösbares Problem glauben lösen zu können.
Fortunat am 27.03.2021, 11:45
Herr Stifel: Sind sie ein Soziopath? Wollen Sie uns sagen, was richtig ist? Ist Ihre Meinung die richtige? woher wollen Sie das wissen???! Fühlen Sie sich dazu berufen, als Redaktor einer Zeitung Ihre Richtigkeit zu manifestieren? Woher kommt dieses Denken, Ihre Meinung als richtig selbst zu urteilen? In Ihrer journalistischen Ausbildung haben Sie bestimmt einen Test, (ach dieses Unwort) der objektiven Berichterstattung bestehen müssen. Alles subjektiv und darum ist auch Ihre Meinung nicht "die Richtige". Als Redaktor dürfen Sie keine Meinungsmache betreiben. Das ist eine Grundregel des Journalismus. Sonst entgehen Ihnen die Leser zu Recht und Sie werden bald nichts mehr zu schreiben haben.
Reto Stifel am 27.03.2021, 16:17
Nein. Ich will und kann nicht sagen was richtig ist. Wie alle anderen auch, versuche ich mir anhand der vorliegenden Informationen kombiniert mit ein paar Gedankengängen ein Bild zu machen und zu einem Schluss zu kommen. So wie Sie das - einfach nicht unter ihrem richtigen Namen, warum bleibe mal dahingestellt - sehr häufig auf unserem Online-Forum auch tun. Ich weiss nicht, ob Sie eine journalistische Ausbildung haben. Ich habe gelernt, und bin auch davon überzeugt, dass zwischen der möglichst objektiven Berichterstattung – mit Argumenten beider Lager – es eben auch den Kommentar oder den Leitartikel braucht. Und der kann per Definition nur subjektiv sein. Es ist ein Wertungsvorschlag zur Diskussion. Nicht mehr, nicht weniger. So wie alle Leserbriefe und Online-Kommentare, die bei der EP/PL sehr grosszügig veröffentlicht werden, auch. Wir setzen uns für den Diskurs ein und ich freue mich immer, wenn dieser stattfindet.
H. Poltera am 27.03.2021, 16:59
Sehr geehrter Herr Stifel,

Eigentlich war ich auch etwas stutzig über die zunehmend einseitige Berichterstattung Ihrerseits. Es wirkt als wollten Sie uns eine Wahrheit verkaufen. Nehme aber ihre Aussage hier persönlich und werde ab jetzt vermehrt darauf achten ob sie auch mehrere Perspektiven zulassen, hoffe sie stehen zu Ihrem Wort für Meinungspluralität. Wo ich Ihnen zusprechen und danken kann, sind die Kommentare die Sie mehrheitlich veröffentlichen.

Möchte an dieser Stelle noch anmerken dass es besser wäre von angstprovozierenden „Prognosen“ wieder zu den nüchternen „Fakten“ überzugehen. Alles andere ist Propaganda
Marina Gianola am 27.03.2021, 13:02
Leider ist das Narrativ bezüglich Vernunft ein Ideologisches. Die Fakten sprechen für sich: Je mehr getestet wird, desto mehr wird gefunden, (positive OHNE Symptome, ein kranker merkt es ja selbst) desto mehr wird heruntergefahren, desto mehr leidet die Wirtschaft und mit ihr erst recht das Gesundheitssystem dass schon wegen Kostenersparnissen seit Jahren runtergefahren wird. Wir wissen alle der Sachverhalt ist momentan noch nicht für alle durchschaubar, da viele Verwirrungen herrschen. Jedoch sollten wir weg von Emotionen zu sachlich- und fachlichen Diskussionen kommen. Deshalb muss ich Ihrer Argumentation zurecht Widersprechen, es hilft weder den Familien noch dem Kanton, denn der sind wir Steuerzahler. Man sieht, die Corona-Thematik wird uns noch lange beschäftigen, ausser man ignoriert die Fakten und Zahlen aus Bequemlichkeit.
Mengia P am 27.03.2021, 14:14
Hier sind die Fakten: man hätte auch bei der Grippe so rigoros testen können und hätte rausgefunden das gleich wie jetzt man mehr Fälle findet, aber die waren und sind positiv ohne Symptome, nur hat man das bei der Grippe nie gemacht. Aktueller Stand Letalität(IFR) Corona & Influenza im Vergleich, offiziell von der WHO publiziert = InfluenzaGrippe:0,10-0,20% Covid19:0,14-0,24% (bei unter 70 Jährigen sogar nur 0,03-0,05%) und wie die meisten bereits wissen wurde bei den Verstobenen nicht zwischen AN und MIT Corona unterschieden, wird sind mittlerweile in dem durchschnitt einer normalen Grippe (und wieso diese „emotionale“ Panik vor Mutationen, klar, die Propaganda von Bergamo hat gewirkt, aber das ist Vergangenheit, Menschen können alle nur einmal sterben. Mutationen sind etwas gutes, dadurch können sie sich dem Wirt(Mensch) anpassen und müssen ihn nicht „verlieren“)
Fortunat am 30.03.2021, 21:13
Frau Mengia P
Es bringt nichts etwas gegen die Zeugen Coronas zu sagen. Die wollen es nicht begreifen. In der Schweiz sterben jedes Jahr etwa 60'000 Menschen auf eine Population von etwa 7.8 Millionen. Das sind 5'000 pro Monat oder etwa 166 Tote pro Tag (ohne Pandemie). In den letzten 30 Tagen sind ganze 10 Personen an Covid19 gestorben. Wieso verkauft der Staat Zigaretten und schreibt darauf: "Rauchen tötet". Und wieso nehmen wir nicht alle Drogendealer raus? Jetzt können wir doch "Contact Tracing". Es macht alles keinen Sinn. Einfach alles nur irre.
Fortunat am 30.03.2021, 21:18
wieso schliessen wir nicht alle Strassen für Motorfahrzeuge?
da sterben auch Menschen und sogar Kinder ohne Vorerkrankungen.
jetzt müssen wir konsequent sein. Wir müssen das Risiko auf 0 bringen.
schönes Leben!
marco koller am 04.04.2021, 20:06
Genau in dieser Zeit können wir stolz auf Menschen sein, die hinstehen und sagen: „So nicht“. Von solchen Vorbildern können unsere Kinder was lernen. Es sind nicht die, die alles daran geben, dass möglichst alle unserer überalterten Gesellschaft möglichst nicht an Corona sterben werden. Ausserdem überlegen sich Kinderärzte nicht, wie es ist, in einem Schulzimmer zu stehen und zu unterrichten und noch vor jedem Unterrichtstag einen Spucktest zu machen und dann ins emotionslose Gesicht der Lehrperson zu blicken.
Kaum finden ein paar Leute den Mut sich für die „Freiheit“ zu wehren, kommen solche Berichte und drohen „man bewege sich auf dünnem Eis“. Diese Leute der Zernezer Schule wünsche ich mir auch für alle anderen Schule in der Schweiz.
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