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Foto: Daniel Zaugg

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Die RhB-Züge blieben 2020 oft leer

Wenig überraschend hat Corona das Geschäftsjahr 2020 der RhB stark geprägt. Besonders stark litt der Personenverkehr. Für das Geschäftsjahr resultiert ein Verlust von 6,9 Mio. Franken. Die Aussichten bleiben unsicher.

Verwaltungsratspräsident Stefan Engler sprach anlässlich der Bilanz-Medienkonferenz von einem Geschäftsjahr 2020, welches wegen der Corona-Pandemie unter schwierigen Vorzeichen stand. «Die Folgen der Corona-Pandemie dauerten länger als angenommen, und sie werden uns leider weiter beschäftigen», sagte er. Konkret resultierte ein konsolidierter Gesamtverlust von 6,9 Millionen Franken. Dies nachdem im Vorjahr noch ein Rekordgewinn von 7,1 Mio. Franken ausgewiesen werden konnte. Ohne die Covid-19-Finanzhilfen von Bund und Kanton für den Regionalen Personenverkehr und den Autoverlad hätte der Verlust sogar knapp 20 Mio. Franken betragen. Einzig in den Sparten Güterverkehr und Infrastruktur wurden die finanziellen Ziele erreicht. Hohe Verluste der Tochtergesellschaften Glacier Express AG und Panoramic Gourmet AG führten in der Sparte Nebengeschäft zu einem hohen negativen Ergebnis.

Kein Stellenabbau geplant
Gemäss RhB-Direktor Renato Fasciati führten früh eingeleitete Sparmassnahmen dazu, dass der Verlust nicht noch höher ausfiel. Er nannte zum Beispiel die Repriorisierung von Projekten und Investitionen oder das Zurückstellen von nicht sicherheitsrelevanten und zwingenden Unterhaltsarbeiten. Als Reaktion auf die tiefen Frequenzen während des Shutdowns im Frühling 2020 verkehrten weniger Züge, teilweise auch ohne Zugpersonal. Die Öffnungszeiten an den Bahnhöfen wurden verkürzt. Das Personal wurde im April des letzten Jahres in Kurzarbeit geschickt, zudem mussten die Mitarbeitenden bis Ende Jahr Ferien- und Überzeitguthaben abbauen. Gemäss Fasciati ist Kurzarbeit kein Thema mehr, dies auch, weil das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) diese für Staats- oder staatsnahe Betriebe nicht mehr erlaube. «Es ist aber auch so, dass wir mehr oder weniger das normale Fahrplanangebot fahren und darum auf unser Personal angewiesen sind.» Auch ein Personalabbau sei zurzeit kein Thema. Dies umso mehr, als Fahrplan-Ausbauten geplant seien und man in Zukunft eher mehr Personal benötige, betonte Fasciati.
Ein etwas detaillierter Blick auf die Rechnung zeigt, dass die Personenkilometer um rund ein Drittel einbrachen. Entsprechend sanken die Nettoerlöse aus Verkehrsleistungen in der Sparte Personenverkehr im Vergleich zum Vorjahr von 98,9 Mio. auf 67,9 Mio. Der Kostendeckungsgrad erreichte mit 45,1 Prozent einen Tiefstwert.
Die Anzahl beförderter Fahrzeuge durch den Vereinatunnel ging im Vergleich zum Vorjahr um rund 22 Prozent zurück. Beim Güterverkehr und der Infrastruktur waren die Auswirkungen von Corona geringer. Das Ergebnis in der Sparte Güterverkehr lag gegenüber dem Vorjahr sogar leicht höher.

Glacier Express rollt noch nicht
Im nicht subventionierten Nebengeschäft der RhB resultierte ein negatives Spartenergebnis von 3,7 Mio. Franken. Die Glacier Express AG und die Panoramic Gourmet AG erlitten massive Verluste. Die Muttergesellschaften RhB und die Aktiengesellschaft Matterhorn Gotthard Bahn mussten frühzeitig notwendige Darlehen zur Verfügung stellen. Während der Bernina-Express zurzeit mit einem reduzierten Angebot fährt, ist der Betrieb des Glacier Express immer noch eingestellt. Fasciati hofft bei einer Verbesserung der Situation auf eine zeitnahe Wiederinbetriebnahme des touristischen Zuges. Das Investitionsvolumen blieb mit 415,4 Mio. Franken hoch und hat sich gegenüber dem Vorjahr (339,4 Mio.) nochmals gesteigert. In den Substanzerhalt und den punktuellen Ausbau der Infrastruktur wurden 203,5 Millionen Franken investiert, in Verkehr und Nebengeschäft 211,9 Mio., dies hauptsächlich aufgrund der laufenden Beschaffung der 56 Capricorn-Triebzüge, wie RhB-Direktor Renato Fasciati an der Medienkonferenz sagte.

Viele Unsicherheiten
Stefan Engler erwartet frühestens 2024 eine Rückkehr zu den Erträgen auf dem Niveau des Jahres 2019. Reiserestriktionen, die Ungewissheit beim Erfolg der Impfstrategie und die damit verbundene Planungsunsicherheit dürften auch im laufenden Jahr auf das Ergebnis drücken. «Eine der Herausforderungen wird darin bestehen, Einsparungen zu erzielen ohne die Chancen zu verpassen, die sich nach der Corona-Krise ergeben», so Engler.
Die RhB-Verantwortlichen hoffen, dass sich die Situation in der zweiten Hälfte dieses Jahres normalisiert. Das wäre wichtig, auch für die Folgejahre. Gerechnet wird beim Personenverkehr mit Mindereinnahmen von 30 Mio. Franken gegenüber der 2019 fixierten Abgeltungsvereinbarung. Engler betonte, dass man in dieser Situation auf Hilfe der Besteller, also des Kantons und des Bundes angewiesen sei. «Wir dürfen aber feststellen, dass viel politischer Goodwill vorhanden ist.»

Autor: Reto Stifel

Foto: Jon Duschletta


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