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Der Schweizerische Nationalpark ist das erste Schweizer Schutzgebiet auf der Grünen Liste der IUCN. Foto: SNP/Hans Lozza

Der Schweizerische Nationalpark ist das erste Schweizer Schutzgebiet auf der Grünen Liste der IUCN. Foto: SNP/Hans Lozza

Der Nationalpark steigt in die «Champions League» auf

Der Schweizerische Nationalpark kommt neu auf die grüne Liste der Weltnaturschutzunion. Als erstes Schutzgebiet der Schweiz. Das exklusive Label freut die SNP-Verantwortlichen. Und es verpflichtet für die Zukunft.

Die Grüne Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) existiert seit 2014, und sie umfasste bisher 49 Standorte in 16 Ländern. Dies aus einem Netzwerk von mehreren 10 000 Gebieten, welche weltweit als «Schutzgebiet» deklariert sind. Nun sind gemäss einer Medienmitteilung der IUCN zehn neue Gebiete aus der Schweiz, Frankreich und Italien auf diese exklusive Liste gekommen. Darunter der 1914 gegründete Schweizerische Nationalpark (SNP), welcher als Naturschutzgebiet in der höchsten Schutzklasse 1a ausgewiesen ist – ein Totalreservat, in welchem Forschung betrieben wird. Der Park ist Teil des Unesco-Biosphärenreservats Engadina Val Müstair und umfasst 170 Quadratkilometer Wälder, subalpine und alpine Wiesen sowie vegetationslose Flächen mit Felsen und Geröll. «Die auf die Grüne Liste aufgenommenen Standorte haben sich durch vorbildliches Management, eine umsichtige Führung und eine erfolgreiche, langfristig gesicherte Erhaltung ausgezeichnet», wird IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle in der Medienmitteilung zitiert. Die auf die Grüne Liste neu hinzugekommenen 59 Gebiete erfüllen einen globalen Standard, welcher die am besten geführten Schutzgebiete der Welt auszeichnet. Mit dem SNP ist nun erstmals auch ein Schweizer Schutzgebiet auf der Liste.

Bisher vieles gut gemacht
Das freut SNP-Direktor Ruedi Haller. «Die Anerkennung zeigt in erster Linie, dass die Parkverantwortlichen in den vergangenen 107 Jahren vieles gut gemacht haben», sagt er. Die konsequente Linie, Prozessschutz, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit an die erste Stelle zu setzen, habe die IUCN beeindruckt. «Diesen Weg wollen wir weitergehen, und wir werden unser Handeln darauf ausrichten», sagt Haller auf Anfrage. Er nennt noch zwei weitere Punkte, welche zur Verleihung des Labels geführt haben. Zum einen das Engagement ausserhalb der Nationalparkgrenze. Sei es mit der Zusammenarbeit in der Unesco Biosfera Engiadina Val Müstair oder mit den Kooperationen in der Region, der Schweiz und im Alpenraum bei Themen wie Ökologie und Biodiversität. Zum anderen die Tatsache, dass im Jahr 2020 14 von 17 Gemeinden zwischen Bregaglia und Samnaun dem SNP finanzielle Unterstützung zugesagt haben. «Eine solche Solidaritätsbekun-dung aus der Region hat bei der Aufnahme auf die Grüne Liste eine grosse Rolle gespielt, weil es der IUCN um das Miteinander für die Natur geht», so Haller.

Langer Weg zum Label
Die Sicherstellung der künftigen Finanzierung ist für Haller mit ein Grund dafür, dass der SNP den Sprung in die «Champions League» der Pärke erst in diesem Jahr geschafft hat. Er gibt zu bedenken, dass es bei einem seriösen Label ein weiter Weg ist, um dieses zu erreichen. «Diesen Aufwand konnten wir uns bis letztes Jahr schlicht nicht leisten. Andere dringlichere Projekte standen im Vordergrund.» Schliesslich sei es Anfang 2020 die IUCN selbst gewesen, welche mit der Bitte auf den Nationalpark zugekommen sei, um diesen Prozess zu durchlaufen und damit in Zukunft andere zu motivieren, dies auch zu tun.
Für Bruno Oberle sind wirksam geschützte Gebiete entscheidend, wenn der dramatische Verlust der Artenvielfalt gestoppt werden soll. «Wir fordern bis 2030 den Schutz von 30 Prozent der Fläche unseres Planeten. Die Gebiete der Grünen Liste sind die besten Beispiele für Effektivität und Schutz», sagt Oberle.

Mehr Leute sollen mit ÖV anreisen
SNP-Direktor Ruedi Haller weiss, dass die Ehre auch mit der Verpflichtung verbunden ist, auch in Zukunft den Anforderungen des Labels Rechnung zu tragen. Die Evaluation wird regelmässig wiederholt, der Status könnte auch wieder entzogen werden. Dass die Ofenpassstrasse mitten durch den Park führt, war denn auch einer der Kritikpunkte. Der IUCN sei aber auch klar, dass man nicht einfach eine kantonale und internationale Verbindungsstrasse aufheben könne. Dass man mit Geschwindigkeitsbeschränkungen auf gewissen Abschnitten versuche, die Situation etwas zu beruhigen, sei von den Verantwortlichen anerkannt worden. Haller könnte sich vorstellen, dass künftig geprüft wird, ob der Anteil der Parkbesucher, die mit dem ÖV anreisen, weiter zunimmt, und was der Park dafür unternimmt. «So gesehen ist die Einführung einer neuen Gästekarte mit Gratis-ÖV für das Unterengadin ein erster Schritt für die nächste Evaluierung in ein paar Jahren.»


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