In Zweiergruppen lernen Schülerinnen und Schüler spielerisch den Umgang mit Robotern. Bei Unklarheiten helfen Workshopleiter Severin Niggli oder Lehrerin Chiara Cortesi.            Foto: Marie-Claire Jur

In Zweiergruppen lernen Schülerinnen und Schüler spielerisch den Umgang mit Robotern. Bei Unklarheiten helfen Workshopleiter Severin Niggli oder Lehrerin Chiara Cortesi. Foto: Marie-Claire Jur

Keine Angst vor Robotern und Programmiersprachen

Laut Lehrplan 21 solll auch die Bündner Schülerschaft so früh wie möglich in die Welt der Computer, der Robotik und des Programmierens eingeführt werden. Ein von der Biblioteca Engiadinaisa initiierter und an der Primarschule Sils durchgeführter Workshop kam da wie gerufen.

Es geht ziemlich laut zu und her im Nähschulzimmer der Schule Sils. Wo sonst leise gestrickt, gehäkelt und genäht wird, beugen sich sechs Jungen und vier Mädchen in Zweiergruppen über ihre Baukästen, studieren Anleitungen, tippen auf Tablets Befehle ein und versuchen, die sich ihnen stellenden Aufgaben zu lösen. Begleitet werden die Dritt- und Viertklässler an ihrem ersten Robotik-Workshop von ihrer Klassenlehrerin Chiara Cortesi und von Projektleiter Severin Niggli, der während einem halben Jahr stellvertretend die Werkkurse an der Primarschule Sils leitet.

Geschenk der Biblioteca Engiadinaisa
Dass die Schülerinnen und Schüler an diesem Morgen nicht auf ihren Schulbänken büffeln, sondern auf dem Parkettboden liegend mit ihren Robotern experimentieren können, haben sie der Biblioteca Engiadinaisa in Sils zu verdanken, die dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Sie hat ihnen für diesen Workshop ein Baukastensystem zur Verfügung gestellt oder, wie es im Jargon der Stiftung Bibliomedia Schweiz heisst, «Makerspace-Tool‧boxen». Aber auch die Schule Sils war offen für die Möglichkeit, sich dem Thema Robotik und Program‧mier‧sprachen zu nähern. Nicht auf ab‧strakte, theoretische Weise, aber auf ganz konkrete, indem die Schülerschaft lernt, ein Robotermännchen zum Tanzen zu bringen oder mit Kameras bestückte fahrende Kügelchen einen auf einer Karte eingezeichneten Weg mal schnell, mal langsam abfahren zu lassen. Schon bald ertönt im Nähzimmer Musik, fängt es im Raum an zu leuchten und zu piepsen, beginnen die Jungs mit gegenseitigen Attacken ihrer robotisierten «Kampf»-Fahrzeuge. Die Toolboxen bieten ihnen auch die Option, zusätzliche Funktionen einzubauen, beispielsweise ihrem Gefährt auch das Kurvenfahren «beizubringen» oder aus einer Sackgasse per Rückwärtsgang herauszufinden. Zwischendurch versuchen die Mädchen und Jungen auch, sich darüber schlau zu machen, mit welchen technischen Herausforde‧rungen sich ihre Klassenkameraden herumzuschlagen haben. Am Ende des Workshops erklären alle Teams in der Schlussrunde, mit welchem Tool sie sich befassten und demonstrieren dessen Funktionen.
Mit dem Makerspace-Projekt der Stiftung Bibliomedia soll nicht nur die Kommunikation zwischen den Schulen und Bibliotheken verstärkt werden, es dient auch den Schulen gemäss Lehrplan 21, dass Volksschülerinnen und Volksschüler konkrete Kompetenzen in Sachen Informatik und Robotik innerhalb ihrer Gemeinschaft selbst erwerben. In absehbarer Zeit werden sich auch Kindergärtler mit der Thematik befassen. Auch ein Kit zum digitalen Drucken ist übrigens Teil dieses Makerspace-Toolboxen-Angebot, kam aber an diesem Montagmorgen-Workshop nicht zum Einsatz.

Der Workshop kommt an
Auf ihr Fazit befragt, erteilten die Silser Dritt- und Viertklässler dem Workshop die Note «gut». Gelangweilt hätten sie sich nicht, der Kurs sei wie im Flug vergangen.

Text und Foto: Marie-Claire Jur


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