Foto: www.shutterstock.com/Chris_Rinckes

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Energiepolitik beschäftigt die Bündner

Welches sind die wichtigsten politischen Herausforderungen im Kanton Graubünden? Gemäss einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sotomo steht an erster Stelle die Energiepolitik. Der SVP werden in dieser Frage die meisten Kompetenzen zugetraut. 

 

Das Forschungsinstitut Sotomo hat im Auftrag von Somedia und Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) eine erste Wählerbefragung durchgeführt, unter anderem zu den Chancen der Regierungsratskandidierenden. Das Team um den Politikwissenschaftler Michael Hermann wollte von den Teilnehmenden der Umfrage aber noch mehr wissen. «Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten politischen Herausforderungen für die nächsten vier Jahre im Kanton Graubünden?», lautete eine der Fragen.

 

Klimawandel an zweiter Stelle

Wohl vor dem Hintergrund der drohenden Stromengpässe, verschärft durch den Krieg in der Ukraine, steht die Energiepolitik und die Wasserkraft deutlich an erster Stelle des Sorgenbarometers. 39 Prozent der 1888 Personen, die an der Umfrage teilgenom‧men haben, haben dieses Problem zuerst genannt. Gefolgt vom Klimawandel mit 28 Prozent und Fragen rund um das Bauen/Wohnen, der Zentralisierung/Dezentralisierung mit 21 Prozent. Auf gleich viele Prozentpunkte kamen die Herausforderungen in Bezug auf die Gesundheitspolitik. Tourismusfragen, der Natur- und Landschaftsschutz oder die Digitalisierung befinden sich nur im Mittelfeld. Die Kriminalität, die Pandemiebekämpfung und die Arbeitslosigkeit tauchen am Schluss der Rangliste auf. 

Welche Prioritäten setzt die Stammwählerschaft der Parteien? Diese Frage wurde in einem zweiten Schritt beantwortet. Die Energiepolitik/Wasserkraft geniesst bei den Mitte-, SVP- und FDP- Wählerinnen und Wähler höchste Priorität. Bei der SP/Grüne ist es ganz klar der Klimawandel, bei den Grünliberalen ebenfalls. Allerdings bewerten die GLP-Wählenden den Klimawandel und die Energiepolitik praktisch gleich hoch.

 

SVP punktet bei Energiepolitik

In einer weiteren Frage wollte das Meinungsforschungsinstitut wissen, welche Parteien die anstehenden Herausforderungen in den kommenden vier Jahren am besten lösen könnten. Etwas überraschend wurde beim drängendsten Problem, der Energiepolitik, die SVP mit 27 Prozent am häufigsten genannt, vor der Mitte-Partei (25 Prozent) und der FDP (19 Prozent). GLP, SP und Grüne folgen abgeschlagen auf den weiteren Rängen. Ein ganz anderes, aber auch spannendes Bild beim Klimawandel: Mit 37 Prozent wird den Grünen hier am meisten Kompetenz eingeräumt. Die SP erreicht in einem ihrer Kernthemen nur 22 Prozent, gleichauf mit der GLP. Immerhin darf sich die SP damit trösten, dass ihr in der Gesundheitspolitik 35 Prozent der Befragten die besten Lösungen zutrauen, die Mitte erreicht 29 Prozent. Im Bereich Wohnen/Bauen liegt die Mitte-Partei klar an erster Stelle der «Problemlöser», wenn es um Verkehr und Mobilität geht ist es die SVP. 

 

Noten für die Parteien

Schliesslich wurde die Arbeit der Parteien im Bündner Grossen Rat in den vergangenen vier Jahren von den Befragten bewertet. Dort liegen die Parteien eng zusammen. Die FDP und die CVP (vor dem Zusammenschluss mit der BDP) erreichen eine 3,5, die SVP eine 3,4, die BDP und die SP eine 3,2 und die GLP eine 3. 

Autor: Reto Stifel

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