Gemäss Joachim Koppenberg, Spitaldirektor und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Gesundheitszentrums Unterengadin (CSEB), liegen die Zahlen auch deutlich über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. «Die Notfallstation war überdurchschnittlich belegt, was auch zu mehr Hospitalisationen führte. Da sich über die Feiertage grundsätzlich mehr Personen in der Region aufhalten, kommt es unabhängig auch von Wintersportunfällen rein statistisch auch zu mehr medizinischen Notfällen, auch im Bereich der Inneren Medizin wie bei Herzinfarkten, Krampfanfällen etc.», sagt der Spitaldirektor aus Scuol. Überwogen habe ingesamt jedoch klar der Anteil an Wintersportverletzungen. Dank der eingespielten Kooperationen mit den ausländischen Rettungshelikoptern habe das Ospidal Scuol auch mehr Schweizer Patienten aus den Skigebieten Ischgl und Schöneben versorgen können.
Eine deutliche Zunahme sowohl ambulanter als auch stationärer Fälle gab es ab 26. Dezember auch im Spital Oberengadin. «Der Patientenstrom führte dazu, dass alle Betten belegt waren und zeitweise eine Bettenknappheit bestand», antwortet Gianna Raselli, Co-Leiterin Marketing und Kommunikation der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO). Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei die Situation insbesondere im stationären Bereich anspruchsvoller und für das Spitalpersonal arbeitsintensiver gewesen. «Im neuen Jahr wurden rund zwei Drittel mehr stationäre Fälle als im letzten Jahr und etwa ein Viertel mehr als im vorletzten Jahr verzeichnet», sagt Gianna Raselli.
Keine grossen Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren gab es in der Klinik Gut. «Die Festtage sind ähnlich verlaufen wie im Vorjahr. Wir konnten keine wesentlichen Veränderungen feststellen», sagt Anina Rothe, Marketingverantwortliche und Assistentin der Klinikleitung, auf Anfrage. Sowohl die Anzahl der Notfälle als auch die Verletzungsmuster seien mit den Vorjahren vergleichbar.
Sogar weniger Notfälle zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag gab es in der Val Müstair. «Wir hatten dieses Jahr etwa 15 Prozent weniger Notfälle als letztes Jahr», antwortet Theodor von Fellenberg, Chefarzt des Center da sandà Val Müstair (CSVM). ES gab dieses Jahr weniger Unfälle, dafür aber mehr Infekte. «Wegen des fehlenden Schnees gab es weniger Schneesportunfälle und weniger Unfälle aufgrund von Ausrutschen, dafür hat aber die Welle der Atemwegsinfekte die Val Müstair erreicht», ergänzt der Chefarzt. (nba)




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