29.10.2026

Budget 2027 – herausforderndes Umfeld

Der Finanzhaushalt der Gemeinde Samedan hat sich in den letzten Jahre positiv entwickelt und präsentiert sich aktuell solide. Dies zeigt sich insbesondere im Schuldenabbau und in der Steuerbelastung: Seit 2014 konnte die Verschuldung von CHF 56 Mio. auf CHF 4 Mio. Ende 2026 reduziert werden. Der Steuerfuss wurde schrittweise von 95 auf 75 Prozent gesenkt. Gleichzeitig konnten Investitionen im erheblichen Ausmass für gemeindeeigene Projekte und regionale Vorhaben getätigt werden. Die mittelfristigen Aussichten sind jedoch anspruchsvoll: Hohe Investitionen und zusätzliche finanzielle Belastungen setzen den Gemeindehaushalt unter Druck. Die Gemeinde rechnet für 2027 mit Ausgaben von rund CHF 27 Mio. und Einnahmen von CHF 26,7 Mio. Um das daraus resultierende Defizit zu begrenzen, wurden die geplanten Ausgaben um rund CHF 500’000 gekürzt und Investitionsprojekte zurückgestellt. Für 2027 sind Bruttoinvestitionen von CHF 6.9 Mio. geplant. Aus eigener Kraft kann die Gemeinde davon voraussichtlich rund CHF 2 Mio. finanzieren. Auch über die Finanzplanperiode bis 2031 resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag. Ohne Gegenmassnahmen könnte die Verschuldung wieder zunehmen. Die mittelfristige Finanzplanung ist mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Dazu gehören die steigenden finanziellen Belastungen im Gesundheitswesen, die Kosten regionaler Projekte sowie die Steuerausfälle infolge des Wegfalls der Eigenmietwertbesteuerung für selbstbewohnte Erst- und Zweitliegenschaften. Diese externen Faktoren erschweren eine verlässliche Finanzplanung und können den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde künftig spürbar einschränken. Umso wichtiger bleiben eine vorausschauende Finanzpolitik, eine konsequente Ausgabendisziplin und die Priorisierung notwendiger Investitionen nach Dringlichkeit, Notwendigkeit und Wirksamkeit.

Sanierung der öffentlichen Toilettenanlage am Bahnhof Samedan

Die öffentliche Toilettenanlage im Mehrzweckgebäude am Bahnhof Samedan wird umfassend saniert. Grund dafür sind der schlechte bauliche Zustand und die bundesrechtlichen Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes, welche die bestehende Anlage nicht mehr erfüllt. Die Sanierung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Rhätischen Bahn (RhB). Gemäss den bundesrechtlichen Vorgaben ist der Betrieb öffentlicher Toilettenanlagen an Bahnhöfen grundsätzlich Sache der jeweiligen Gemeinde. Die Investitionskosten werden zwischen der RhB als Bahninfrastrukturbetreiberin und der Gemeinde hälftig aufgeteilt. Bislang hatte die RhB den Betrieb der öffentlichen Toilettenanlage am Bahnhof übernommen. Die Gemeinde Samedan beteiligt sich mit voraussichtlich CHF 145’000 an den Kosten der Sanierung. Nach Abschluss der Arbeiten übernimmt sie den Betrieb und Unterhalt der öffentlichen Toilettenanlage, insbesondere die Reinigung und die laufende Instandhaltung. Der Gemeindevorstand hat die entsprechende Nutzungsvereinbarung mit der RhB genehmigt. Mit der Sanierung wird die Toilettenanlage einer zeitgemässen Infrastruktur angepasst und ihre weitere öffentliche Nutzung sichergestellt.

Neue Regelung für Höhenfeuer am 1. August

Der Gemeindevorstand hat eine neue Regelung für 1.-August-Höhenfeuer auf dem Gemeindegebiet beschlossen. Künftig dürfen solche Feuer nur noch ausserhalb von Waldgebieten und mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald entfacht werden. Damit sollen die Brandgefahr reduziert und Wald, Natur, Personen und Sachwerte besser geschützt werden. Anlass für die Regelung war ein Vorfall am 1. August 2026 im Waldgebiet unterhalb der Alp Muntatsch, bei dem zur Verhinderung einer möglichen Brandausbreitung die Feuerwehr aufgeboten werden musste. Zudem war der Einsatz eines Helikopters erforderlich. Mit der neuen Regelung sollen traditionelle 1.-August-Höhenfeuer weiterhin möglich bleiben, sofern die Sicherheitsvorgaben eingehalten werden und keine kantonalen oder kommunalen Feuerverbote beziehungsweise Einschränkungen bestehen. Bei erhöhter Gefahrenlage oder besonderen örtlichen Verhältnissen kann die Gemeinde die Durchführung untersagen. Auf eine generelle Melde- oder Bewilligungspflicht wird verzichtet. Die Verantwortlichen müssen jedoch die üblichen Sicherheitsvorkehrungen wie die durchgehende Beaufsichtigung des Feuers, geeignete Löschmittel sowie das vollständige Löschen nach Beendigung des Feuers treffen. Mit dieser Regelung schafft die Gemeinde Samedan klare und einheitliche Rahmenbedingungen für Höhenfeuer.

Verkehrsbarriere beim Schulhaus bleibt vorerst offen

Die Verkehrsbarriere beim Schulhaus bleibt vorerst offen. Der Gemeindevorstand hat entschieden, die bestehende Situation beizubehalten und zunächst die Verkehrssituation genauer untersuchen zu lassen. Hintergrund sind die Fahrten von Elterntaxis bis unmittelbar vor das Schulhaus sowie teilweise unangepasste Geschwindigkeiten. Auch Beobachtungen aus dem Schulumfeld weisen auf mögliche Gefährdungssituationen im Bereich des Schulhauses hin. Gegen eine sofortige Schliessung der Barriere sprechen verschiedene offene Fragen. Es ist nicht geklärt, ob damit der Verkehr tatsächlich reduziert würde oder ob sich die Gefahrenstellen lediglich auf andere Strassenabschnitte und Kreuzungen verlagern. Durch die Schliessung könnten zudem zusätzliche Wendemanöver, Ausweichbewegungen und Rückstaus entstehen, die gerade bei engen Platzverhältnissen neue Konflikte und Gefährdungen verursachen. Auch die Erreichbarkeit der Kehrichtsammelstelle wäre für einzelne Quartiere erschwert. Zudem fehlen bislang belastbare Zahlen zum Verkehrsaufkommen. Der Gemeindevorstand will deshalb keine Massnahme beschliessen, deren Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und die Erschliessung nicht ausreichend beurteilt werden können. Die Polizei wird beauftragt, die Verkehrssituation zu erfassen und auszuwerten. Auf dieser Grundlage soll zu einem späteren Zeitpunkt beurteilt werden, welche Massnahmen geeignet sind, die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.

Neues Kleinlöschfahrzeug für die Feuerwehr Samedan-Pontresina

Die Feuerwehr Samedan–Pontresina erhält ein neues geländegängiges Kleinlöschfahrzeug. Es ergänzt den bestehenden Fahrzeugpark und stärkt die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr bei Flur- und Waldbränden in unwegsamem Gelände. Die Lieferung das Basisfahrzeuges Can-AM Traxter HD 11 mit feuerwehrspezifischem Aufbau wurde an die Firma Heldstab AG, Davos, für CHF 50'900 vergeben. Der Einbau der Blaulicht- und Warneinrichtungen erfolgt durch die Garage Amstad AG, Bever, für CHF 11'429. Die Investition erfolgt gemäss Zusammenarbeitsvertrag zulasten der Gemeinde Samedan. Die Beschaffung der dazugehörigen Hochdrucklöschanlage erfolgt durch den Feuerwehrverbund.

Nächste Gemeindeversammlung

Die nächste Gemeindeversammlung wird auf Donnerstag, 10. Dezember 2026, einberufen. Im Zentrum der Versammlung steht die Teilrevision der Ortsplanung zur Erweiterung der Gewerbezone Cho d’Punt. Mit der Einzonung von 10’000 m² sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets geschaffen werden. Weitere Traktanden sind die Genehmigung des Budgets 2027 und die Festsetzung des Steuerfusses für das kommende Jahr, die Festlegung der Abgabe für die Sondernutzung des öffentlichen Grundes zum Betrieb des elektrischen Verteilnetzes sowie die Anpassung der Entschädigungen für das Gemeindepräsidium und die Behördenmitglieder. Zudem wird ein Kreditbegehren von CHF 3,8 Mio. für die Gesamtsanierung der Infrastruktur im Gebiet Punt Muragl vorberaten. Die Gemeindeversammlung verabschiedet dazu eine Abstimmungsempfehlung zuhanden der Urnenabstimmung vom 28. Februar 2027. Die vollständige Traktandenliste sowie die Botschaft zu den Geschäften werden auf der Website der Gemeinde Samedan veröffentlicht. 

Beiträge an Institutionen und Veranstaltungen

Die Gemeinde Samedan unterstützt diverse kulturelle und sportliche Anlässe, die einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Kultur- und Sportlandschaft und zur Tourismusförderung leisten. Dazu gehören der internationale Pferderennsportanlass «White Turf» 2027 auf dem St. Moritzersee, das Outdoor Curlingturnier «Coppa Romana» 2027 in Silvaplana, der FIS Freeski & Snowboard World Cup auf dem Corvatsch, die Schweizer Freestyle Meisterschaften & Europacup Premium sowie das Freilichtspiel «500 ans lingua scritta» in Zuoz. Mit der Mitfinanzierung dieser Veranstaltungen und Projekte möchte die Gemeinde Samedan die Attraktivität des Oberengadins als touristische Destination erhöhen und lokale Vereine und Veranstalter bei der Umsetzung hochwertiger Events unterstützen. 

(Pre)