Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Mensch werde, der bei Wind und Wetter spazieren geht. Und schon gar nicht freiwillig. Heute bin ich schlauer und weiss: Freiwillig ist ein dehnbarer Begriff, wenn man von zwei erwartungsvollen Hundeaugen aus dem Bett heraus angestarrt wird.
Mit 21 habe ich ganz offiziell meine Hündin aus dem Tierschutz adoptiert. Offiziell, weil ich schon immer einen eigenen Hund haben wollte. Inoffiziell aber auch, weil ich an einem Punkt war, an dem tägliche Routinen für mich eher ein Vorschlag als ein Plan waren.
Ein Hund diskutiert nicht. Er wartet. Und wenn jemand auf einen wartet, dann steht man irgendwann eben doch auf. Man geht raus, auch wenn man keine Lust hat. Man bewegt sich, kommt unter Leute, bekommt frische Luft – all die Dinge, die ich damals alleine nicht besonders gut hinbekommen habe.
Natürlich war es nicht immer so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es gab Chaos, Missgeschicke in der Wohnung, zerkaute Gegenstände, verschwundene Schuhe und Momente, in denen ich das Gefühl hatte, meine Hündin würde eher mich erziehen als umgekehrt.
Aber irgendwie hat sich zwischen all dem eine eigene Struktur entwickelt. Kein perfekter Plan, sondern ein Alltag, den ich damals schon lange nicht mehr hatte. Rausgehen bedeutet rausgehen. Egal ob Regen, Schnee oder schlechte Laune. Futterzeiten sind keine Vorschläge. Und Ignorieren funktioniert erstaunlich schlecht, wenn jemand geduldig neben dir sitzt und wartet.
Sie hat nie verlangt, dass ich alles im Griff habe. Nur, dass ich aufstehe, rausgehe und wiederkomme.
Ich dachte zu Beginn immer, ich würde ihr ein besseres Leben schenken. Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, wer hier eigentlich wem geholfen hat. Wahrscheinlich war es ein ziemlich fairer Deal.
Mit 21 habe ich ganz offiziell meine Hündin aus dem Tierschutz adoptiert. Offiziell, weil ich schon immer einen eigenen Hund haben wollte. Inoffiziell aber auch, weil ich an einem Punkt war, an dem tägliche Routinen für mich eher ein Vorschlag als ein Plan waren.
Ein Hund diskutiert nicht. Er wartet. Und wenn jemand auf einen wartet, dann steht man irgendwann eben doch auf. Man geht raus, auch wenn man keine Lust hat. Man bewegt sich, kommt unter Leute, bekommt frische Luft – all die Dinge, die ich damals alleine nicht besonders gut hinbekommen habe.
Natürlich war es nicht immer so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es gab Chaos, Missgeschicke in der Wohnung, zerkaute Gegenstände, verschwundene Schuhe und Momente, in denen ich das Gefühl hatte, meine Hündin würde eher mich erziehen als umgekehrt.
Aber irgendwie hat sich zwischen all dem eine eigene Struktur entwickelt. Kein perfekter Plan, sondern ein Alltag, den ich damals schon lange nicht mehr hatte. Rausgehen bedeutet rausgehen. Egal ob Regen, Schnee oder schlechte Laune. Futterzeiten sind keine Vorschläge. Und Ignorieren funktioniert erstaunlich schlecht, wenn jemand geduldig neben dir sitzt und wartet.
Sie hat nie verlangt, dass ich alles im Griff habe. Nur, dass ich aufstehe, rausgehe und wiederkomme.
Ich dachte zu Beginn immer, ich würde ihr ein besseres Leben schenken. Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, wer hier eigentlich wem geholfen hat. Wahrscheinlich war es ein ziemlich fairer Deal.
Anna Hartmann
PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.

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