Manchmal gibt es Momente im Leben, in denen einem für kurze Zeit der Boden unter den Füssen weggerissen wird. Als ich von der Krebsdiagnose meiner Mutter erfuhr, war genau das der Fall. Gedanken überschlugen sich und für einen Moment fühlte sich alles schwer an. Wie Gewitter in meinem Kopf. Ich versuchte den Alltag weiterzuleben – zur Arbeit gehen und normale Routinen beizubehalten. Doch da war eine Unsicherheit, die im Hintergrund immer mitlief.
Als jüngstes von fünf Kindern kam bei mir zusätzlich ein unbekanntes Gefühl auf: der Wunsch, möglichst schnell «vorwärts» im Leben zu kommen. Ich hatte das Bedürfnis, alles so schnell wie möglich zu erreichen – Studienstart, Erfahrungen, besondere Momente, damit meine Mutter bei möglichst allem dabei sein kann. Dieser Gedanke hat viel Druck ausgelöst, aber auch gezeigt, wie wichtig mir diese Momente sind. Denn meine Mutter war und ist immer da – bei jeder Schulaufführung, jedem Theaterstück und jedem Klavierkonzert sitzt sie in der ersten Reihe. Ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, alles zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Schritt für Schritt mit der Situation umzugehen. Meine Familie und Freunde haben geholfen, Stabilität in meinen Alltag zu bringen.
Heute geht es meiner Mutter gut. Das bedeutet nicht, dass sie krebsfrei ist. Sie geht zu regelmässigen Kontrollen und es gibt immer wieder Nachrichten, die Hoffnung geben. Auch wenn die Situation nun Teil unseres Lebens ist, bringt sie nicht mehr dieselbe Schwere wie am Anfang mit sich. Ich habe gelernt, dass Stärke nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Stärke kann auch bedeuten weiterzugehen – auch wenn man sich unsicher fühlt. Ich nehme aus dieser Zeit mit, dass es selbst in schwierigen Momenten nicht nur Dunkelheit gibt. Oft gibt es irgendwo ein kleines Licht – manchmal kaum sichtbar, aber genug, um weiterzugehen.
Als jüngstes von fünf Kindern kam bei mir zusätzlich ein unbekanntes Gefühl auf: der Wunsch, möglichst schnell «vorwärts» im Leben zu kommen. Ich hatte das Bedürfnis, alles so schnell wie möglich zu erreichen – Studienstart, Erfahrungen, besondere Momente, damit meine Mutter bei möglichst allem dabei sein kann. Dieser Gedanke hat viel Druck ausgelöst, aber auch gezeigt, wie wichtig mir diese Momente sind. Denn meine Mutter war und ist immer da – bei jeder Schulaufführung, jedem Theaterstück und jedem Klavierkonzert sitzt sie in der ersten Reihe. Ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, alles zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Schritt für Schritt mit der Situation umzugehen. Meine Familie und Freunde haben geholfen, Stabilität in meinen Alltag zu bringen.
Heute geht es meiner Mutter gut. Das bedeutet nicht, dass sie krebsfrei ist. Sie geht zu regelmässigen Kontrollen und es gibt immer wieder Nachrichten, die Hoffnung geben. Auch wenn die Situation nun Teil unseres Lebens ist, bringt sie nicht mehr dieselbe Schwere wie am Anfang mit sich. Ich habe gelernt, dass Stärke nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Stärke kann auch bedeuten weiterzugehen – auch wenn man sich unsicher fühlt. Ich nehme aus dieser Zeit mit, dass es selbst in schwierigen Momenten nicht nur Dunkelheit gibt. Oft gibt es irgendwo ein kleines Licht – manchmal kaum sichtbar, aber genug, um weiterzugehen.
Anna Hartmann
PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.

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