Kaum ist die Eishockey-WM vorbei, sagt die Fussball-WM hallo. Und mit ihr die üblichen Kommentare: Fussballer seien Memmen, würden ständig am Boden liegen und sich mehr für Frisuren und Sportwagen interessieren als für ihren Beruf. Natürlich ist manches im Spitzenfussball schwer nachvollziehbar. Die Transfersummen sind absurd, der Lebensstil einiger Profis ebenso. Trotzdem wird oft vergessen, was diese Spieler tatsächlich leisten.
In Europas Topligen kommen pro Saison schnell 50 oder mehr Pflichtspiele zusammen. Gespielt wird bei Regen, Schnee, Hitze und nicht in temperierten Hallen. Verletzungen gehören zum Alltag, die körperliche Belastung ebenso. Trotzdem hält sich hartnäckig das Bild des verweichlichten Fussballers. Besonders beliebt ist dabei der Vergleich mit dem Eishockey. Im Fussball sind Checks verboten, dafür können Stollen am Schienbein, Tritte auf den Fuss oder Zusammenstösse in Luftduellen durchaus schmerzhaft sein. Wer beides gegeneinander aufrechnet, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Am meisten nerven mich jedoch die selbst ernannten Experten. Oft sind es in die Jahre gekommene Männer, die seit Jahren keinen Ball mehr berührt haben, aber genau wissen wollen, wie man einen Elfmeter schiesst oder einen Eckball tritt. Je grösser der Spruch, desto kleiner häufig die eigene Erfahrung auf dem Platz. Nach zwölf Jahren Aktivfussball habe ich von diesen Kommentaren mehr als genug gehört. Deshalb ein bescheidener Wunsch für die kommenden Wochen: Lasst die Besserwisserei sein und die Spieler spielen. Die meisten von ihnen verstehen ihr Handwerk deutlich besser als die Experten auf dem Sofa.
Und ja, ich freue mich jetzt schon auf die Reaktionen auf diesen Text. Denn zum Fussball haben alle eine Meinung – auch jene, die ihn nicht leiden können. Bring it on!
In Europas Topligen kommen pro Saison schnell 50 oder mehr Pflichtspiele zusammen. Gespielt wird bei Regen, Schnee, Hitze und nicht in temperierten Hallen. Verletzungen gehören zum Alltag, die körperliche Belastung ebenso. Trotzdem hält sich hartnäckig das Bild des verweichlichten Fussballers. Besonders beliebt ist dabei der Vergleich mit dem Eishockey. Im Fussball sind Checks verboten, dafür können Stollen am Schienbein, Tritte auf den Fuss oder Zusammenstösse in Luftduellen durchaus schmerzhaft sein. Wer beides gegeneinander aufrechnet, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Am meisten nerven mich jedoch die selbst ernannten Experten. Oft sind es in die Jahre gekommene Männer, die seit Jahren keinen Ball mehr berührt haben, aber genau wissen wollen, wie man einen Elfmeter schiesst oder einen Eckball tritt. Je grösser der Spruch, desto kleiner häufig die eigene Erfahrung auf dem Platz. Nach zwölf Jahren Aktivfussball habe ich von diesen Kommentaren mehr als genug gehört. Deshalb ein bescheidener Wunsch für die kommenden Wochen: Lasst die Besserwisserei sein und die Spieler spielen. Die meisten von ihnen verstehen ihr Handwerk deutlich besser als die Experten auf dem Sofa.
Und ja, ich freue mich jetzt schon auf die Reaktionen auf diesen Text. Denn zum Fussball haben alle eine Meinung – auch jene, die ihn nicht leiden können. Bring it on!
Sina Margadant
s.margadant@engadinerpost.ch
Seit 2025 schreibt Sina Margadant für die «Engadiner Post/Posta Ladina».
Seit 2025 schreibt Sina Margadant für die «Engadiner Post/Posta Ladina».
PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.

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