17.06.2026 Anna Hartmann 1 min
Symbolfoto: Daniel Zaugg

Symbolfoto: Daniel Zaugg

Die Self-Checkout-Kasse im Coop ist eigentlich für Menschen gedacht, die es eilig und ihr Leben im Griff haben. Also theoretisch für mich. Man geht hin, scannt die ersten Artikel und fühlt sich kurz wie ein sehr effizienter, moderner Mensch. Keine Schlange, keine Ablenkung, alles unter Kontrolle. Fast schon ein kleines Erfolgserlebnis im Alltag. Bis zum ersten Problem. «Altersverifikation erforderlich.» Für irgendetwas Harmloses. Joghurt, ein Getränk, manchmal hat man das Gefühl, sogar das Brot wird kurz verdächtig angeschaut. Und in diesem Moment ist es vorbei mit der Effizienz. Die Kasse friert ein, als hätte sie moralische Bedenken. Man selbst steht daneben und versucht so zu tun, als wäre das völlig normal, dass jetzt jemand kommen muss, um zu bestätigen, dass man alt genug ist, um im Supermarkt zu existieren. Währenddessen passiert an der normalen Kasse genau das Gegenteil von Stress: es geht einfach weiter. Ruhig, konstant, ohne Drama. Und jedes Mal entsteht derselbe Gedanke: Diese Self-Checkout-Kasse ist nicht schneller. Sie ist nur optimistischer. Am Ende geht es dann weiter, alles ist bezahlt, und man verlässt den Bereich mit dem Gefühl, gerade einen kleinen bürokratischen Test bestanden zu haben. Und trotzdem geht man beim nächsten Mal wieder hin. Weil man es natürlich schneller haben will.

Autorin: Anna Hartmann
Symbolfoto: Daniel Zaugg

Anna Hartmann

PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.