Sie sind rar geworden, jene Menschen, die per Anhalter unterwegs sind. «Das ist aus der Mode gekommen», sagte mir kürzlich ein älterer Herr in bunter Kleidung, für den ich mein Auto am Strassenrand angehalten hatte. Steht jemand an der Strasse, den Daumen in die Höhe gereckt, nehme ich ihn oder sie immer mit. Mir gefällt die Idee, dass ich jemanden ein Stück seines Weges voranbringen kann, und seien es nur ein paar Kilometer auf dem Asphalt.
«Hast du denn keine Angst, dass ich ein Mörder sein könnte?», fragte mich einmal ein junger Mann, dessen Ziel Budapest war. Wir fuhren gerade an Susch vorbei und ich antwortete trocken: «Wer sagt dir, dass ich noch niemanden umgebracht habe?» Das Eis war gebrochen, und auf dem Weg nach Scuol erfuhr ich seine Geschichte, die so spannend war, dass sie den Rahmen dieser Kolumne sprengen würde.
Das Tolle, wenn man jemanden im Auto mitnimmt, ist, dass sofort Gespräche entstehen. Jede Person hat eine Geschichte zu erzählen. Als neugieriger Mensch schätze ich solche Begegnungen, denn sie inspirieren, bringen einen zum Nachdenken, erweitern den Horizont. Dass ein Mitfahrer nach einer längeren Reise auch mal streng riechen kann, nehme ich für eine gute Geschichte gerne in Kauf.
Der ältere Herr in bunter Kleidung war übrigens ein Schriftsteller. Schade, fuhr er nur bis zum nächsten Dorf mit. Die gemeinsame Fahrt war kurzweilig.
f.hofmann@engadinerpost.ch
«Hast du denn keine Angst, dass ich ein Mörder sein könnte?», fragte mich einmal ein junger Mann, dessen Ziel Budapest war. Wir fuhren gerade an Susch vorbei und ich antwortete trocken: «Wer sagt dir, dass ich noch niemanden umgebracht habe?» Das Eis war gebrochen, und auf dem Weg nach Scuol erfuhr ich seine Geschichte, die so spannend war, dass sie den Rahmen dieser Kolumne sprengen würde.
Das Tolle, wenn man jemanden im Auto mitnimmt, ist, dass sofort Gespräche entstehen. Jede Person hat eine Geschichte zu erzählen. Als neugieriger Mensch schätze ich solche Begegnungen, denn sie inspirieren, bringen einen zum Nachdenken, erweitern den Horizont. Dass ein Mitfahrer nach einer längeren Reise auch mal streng riechen kann, nehme ich für eine gute Geschichte gerne in Kauf.
Der ältere Herr in bunter Kleidung war übrigens ein Schriftsteller. Schade, fuhr er nur bis zum nächsten Dorf mit. Die gemeinsame Fahrt war kurzweilig.
f.hofmann@engadinerpost.ch
Fadrina Hofmann
f.hofmann@engadinerpost.ch
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».
PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.

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