Mit dem Regierungsprogramm und dem Finanzplan 2025–2028, welche die politische Agenda der Regierung für die kommenden Jahre bilden, soll die bereits hohe Standortattraktivität weiter gesteigert werden. Dies geht aus einer Regierungsmitteilung hervor. Die Schwerpunkte des auf vier Jahre ausgelegten Regierungsprogramms sind: Erstens Graubünden an die digitale Zukunft heranzuführen, zweitens die Rahmenbedingungen für das Leben und Arbeiten im Kanton kontinuierlich zu verbessern, drittens Graubünden in Zeiten des Klimawandels mit einem Green Deal nachhaltig zu entwickeln und viertens die Attraktivität des Kantons weiter gezielt zu stärken.

Digitale Transformation
Der Kanton Graubünden ist aufgrund verschiedener gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen in der Verantwortung, die digitale Transfor­mation entschlossen und umsichtig voranzutreiben. Die Regierung möchte die Digitalisierungsbemühungen der vergangenen Jahre daher forcieren und konsequent steigern. Aufbauend auf der gesammelten Erfahrungen und den geschaffenen Grundlagen strebt der Kanton Graubünden in den kommen­den Jahren mit der «Strategie digitale Verwaltung Kanton Graubünden 2024–2028» eine deutliche Intensivie­rung der Aktivitäten sowie eine spür- und sichtbare Beschleunigung der digitalen Transformation an. Dazu will die Regierung in den nächsten Jahren schrittweise die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen schaffen und die Bereitstellung digitaler Angebote vorantreiben. 

Verbesserte Rahmenbedingungen
Nebst der beschleunigten Digitalisierung möchte die Regierung den Wirtschafts- und Wohnstandort Graubünden weiter stärken. So soll beispiels­­­weise das derzeit hauptsächlich auf die Wintermonate ausgerichtete Tourismusangebot stärker diversifiziert und erwei­tert werden. Ein besonderes Augenmerk ist ausserdem auf den Arbeitskräftemangel zu legen. Dieser ist vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich ausge­prägt. Aber auch in den technisch-naturwissenschaftlichen Branchen wie beispielsweise im Ingenieurs- oder IT-Bereich ist ein akuter Fachkräftemangel feststellbar. Die Regierung ist sich dieser gesellschaftlichen und volkswirtschaft­lichen Herausforderung bewusst. Sie ist daher bestrebt, dem Arbeitskräfteman­gel mit wirkungsvollen Massnahmen entgegenzu­wirken. Weiter möchte die Regierung der sozialen Kohäsion und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt spezielle Beachtung schenken. 

Green Deal und Klimawandel
Der Klimawandel beeinflusst den Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum der Bergregionen grundlegend. In Graubünden ist der Klimawandel mit seinen Auswirkungen besonders spürbar. Gefahren soll frühzeitig begegnet werden können. Der Klimawandel bringt aber auch wirtschaftliche Chancen. Die erneuerbaren Energiequellen, insbeson­dere die Wasserkraft bieten ein grosses Potenzial, das Graubünden für eine Vorreiterrolle im Klimaschutz geradezu prädestiniert. Die Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen an erneuerbaren Energien und die Verbesserungen bei der Energieeffizienz sollen deshalb vorangetrieben werden. 

Des Weiteren gilt es Sorge zu den kantonalen Natur- und Kulturlandschaften sowie zur Biodiversität zu tragen. Mit dem «Aktionsplan Green Deal» verfügt der Kanton Graubünden über eine umfassende und ambitionierte Klimastrategie, mit der er bestens für die anstehenden Herausforderungen im Umwelt- und Klimabereich gewappnet ist.

Gezielte Attraktivitätssteigerungen
Das Regierungsprogramm 2025–2028 sieht in vielen Politikbereichen eine gezielte Steigerung der Attraktivität des Kantons Graubünden vor. So soll unter anderem ein verbessertes Mobilitätssystem realisiert werden, indem die Verkehrsmittel sinnvoll kombiniert und im Gesamtmobilitätssystem zweckmässig aufeinander abgestimmt werden. Zudem ist die Verkehrsinfra­struktur nachhaltig und möglichst flächeneffizient auszubauen. Ferner soll durch die Bereitstellung eines vielfältigen Bildungs- und Forschungsangebots die Attraktivität des Kantons Graubünden verbessert werden. 

Finanzielle Aussichten getrübt
Auch der Finanzplan 2025–2028 ist Bestandteil der politischen Agenda. Der Finanzhaushalt präsentiert sich aktuell in sehr guter Verfassung. 

Die Ertragsüberschüsse in den letzten zwei Jahrzehnten ermöglichten den Aufbau hoher Liquidität und eine gesunde Eigenkapitalbasis. Der Finanzplan 2025–2028 zeigt jedoch stark steigende Defizite. Diese können dabei insoweit in Kauf genommen werden, wie dafür frei verfügbares Eigenkapital zur Verfügung steht. Es soll gezielt für die geplante Steuerfusssenkung von fünf Prozent, für Ausfälle von Gewinnausschüttungen der SNB, für vorübergehend hohe Investitionsbeiträge an Dritte sowie für das Startkapital des geplanten Klimafonds zur Umsetzung des «Aktionsplans Green Deal» eingesetzt werden. 

(staka)