Swiss-Ski hat für den Heimweltcup in Davos 24 Athletinnen und Athleten nominiert, davon sieben aus dem Engadin: Giuliana Werro, Fabienne und Roman Alder, Nadja und Marina Kälin sowie Noe und Isai Näff. Fünf von diesen sieben traten am Freitag im Teamsprint in der freien Technik (Skating) an. Abgesehen von Giuliana Werro schafften es alle in den Final. Der Sprint ist allerdings nicht ihre Paradedisziplin und ihr Einsatz war ursprünglich auch nicht geplant. Da einige im Schweizer Team krankheitsbedingt ausfielen, sprang sie kurzfristig ein. 

Ein Exploit gelang dem älteren der beiden Näff-Brüder, Noe. Es war nämlich dem 22-jährigen zu verdanken, dass er und der weitaus erfahrenere Janik Riebli (27) es überhaupt in den Final des Teamsprints geschafft haben. Der Obwaldner war im Prolog gestürzt und fiel weit zurück. Da Noe aber einen ähnlich starken Lauf zeigte im Prolog wie Roman Alder und dort Siebter wurde, durfte auch Riebli nochmal ran. Und der Sprintspezialist (Riebli wurde letztes Jahr im Teamsprint zusammen mit Valerio Grond Zweiter) zeigte mentale Stärke und liess sich von seinem verpatzten Prolog nicht aus dem Konzept bringen. Diesmal blieb er auf den Beinen und auch dran an den Skiern der Top-Favoriten und so kam es, dass die beiden den Anschluss an die Spitze nie verloren und das Podest am Ende nur um eine Skilänge verpasst haben. Schlussrang vier für Noe Näff in einem Weltcuprennen, ein absolutes Topresultat. 

Und dieser Final, welcher bei Flutlicht stattfand, bot noch weitere Sturz-Opfer. Der Sprint-Dominator Johannes Hoesflot Klaebo aus Norwegen kam in der Zielkurve arg ins Straucheln, konnte einen Sturz gerade noch verhindern. Allerdings reichte es dadurch nicht mehr aufs Podest, er wurde Vierter. Die Schweizer blieben aber allesamt auf den Beinen. Fabienne Alder, die zusammen mit Anja Weber ein Team bildete, lief auf den 11. Schlussrang. Ein Resultat, welches die 22-jährige Pontresinerin trotz totaler Verausgabung über beide Ohren strahlen liess im Ziel. Es sei einfach grossartig, in Davos bei Flutlicht laufen zu dürfen, meinte sie nach dem Rennen.  

Ihr Bruder Roman, der im Prolog starker Vierter wurde, bildete mit Isai Näff aus Sent ein Team. Die beiden gehörten mit ihren 21 respektive 20 Jahren zu den jüngsten Athleten im Feld. Am Ende reichte es für Schlussrang 13. Und auch sie waren nach dem Rennen sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, schliesslich sei es wirklich kein einfaches Rennen gewesen mit den vielen Stürzen und der Hektik, die im Teamsprint jeweils herrsche. Aber es habe unglaublich viel Spass gemacht und sie würden viele wichtige Erkenntnisse aus diesem Rennen mitnehmen.   

Den Sieg holte sich Norwegen I mit dem Sprintdominator Johannes Hoesflot Klaebo vor Norwegen II und Italien auf Platz drei. Bei den Frauen siegte Schweden vor den beiden norwegischen Teams. Weiter geht es am Samstag mit den Einzelsprint, ebenfalls in der freien Technik, ebenfalls unter Flutlicht. Und sofern sich die Viren im Schweizer Team nicht noch weiter ausbreiten, werden auch am Samstag wieder Athleten aus dem Engadin am Start sein. Der Prolog beginnt um 13.45 Uhr, die Finals um 16.15 Uhr.

Autorin und Fotos: Sina Margadant