«Dü!», «sett!», «trrr-ipolina!», «sei-la!», «murra!». So klang es am letzten Samstag, kaum hatte Turnierleiter Roberto Crameri mit dem Ruf «Murra aperta» das vierte jährliche Murra-Turnier in Bever freigegeben. Fünfzehn Zweierteams kämpften um die Ehre und – dank grosszügiger Sponsoren – um attraktive Preise.

Schon bald überstieg der Lärmpegel die Grenze von 85 Dezibel, eine Lautstärke, bei der am Arbeitsplatz ein Gehörschutz vorgeschrieben wäre. Murra hat zwar einfache Regeln: Zwei Gegner strecken je eine Anzahl Finger einer Hand aus; den Punkt gewinnt, wer die Summe der Finger (von zwei bis zehn) errät. Aber das Spiel ist anspruchsvoll: schnell, rhythmisch und – wie bereits erwähnt – vor allem laut. An der Spitze der Tabelle lagen bald jene beiden italienischen Teams, die auch schon die Vorjahressieger gestellt hatten. Auch der Final (der mit Schiedsrichter ausgetragen wurde) endete ohne grosse Überraschung: Es gewannen die Vorjahressieger, das Team Caravello/Fulvio. Sie nahmen erneut den Wanderpreis, ein Kupfer-Relief mit Auerhahn, mit nach Hause. Auf die ihnen zustehende massive Holzbank verzichteten sie zugunsten der Zweitplatzierten; sie hatten nämlich bereits im Vorjahr eine Holzbank gewonnen.

Dass einer der beiden Sieger auch noch die abschliessende Tombola gewann, zeigte: Das Leben ist ungerecht, aber – so bestätigten an diesem Tag auch die unterlegenen Engadiner – es ist trotzdem schön. Und Murra lebt: In spätestens einem Jahr kommt die Gelegenheit zur Revanche. 

Autor und Foto: Urs Birchler