Der erste Satz im Faktenbericht der SUST lautet: «Der alleinige Zweck der Untersuchung eines Flugunfalls oder eines schweren Vorfalls ist die Verhü-tung von Unfällen oder schweren Vorfällen». Die Informationen sollen gemäss dem Untersuchungsdienst zum Sicherheitsbewusstsein der betroffenen Verkehrskreise beitragen. Es geht also nicht um Schuld oder Haftung. Die Untersuchung wurde am 25. März 2025 eröffnet. Der Faktenbericht liegt nun zwar vor, doch hält die SUST fest, dass «in Ermangelung von Flugwegaufzeichnungen sowie aufgrund des hohen Zerstörungsgrades des Flugzeugwracks nur eingeschränkt präventive Aussagen möglich sind».
Zu stark beladenes Flugzeug
Fakt ist, dass die Insassen mit dem Motorflugzeug vom Muster EA 400 am 13. März 2025 aus Dänemark angereist waren. Das Flugzeug war bis zum 17. März 2025 auf dem Flugplatz Samedan geparkt. Für den Rückflug nach Kopenhagen-Roskilde war ein Flugplan aufgegeben worden, der einen Wechsel vom Sichtflug auf Instrumentenflug vorsah. «Durch die Beladung von Gepäck und Passagieren sowie aufgrund der Vollbetankung des Flugzeugs lag die Gesamtmasse des Flugzeuges beim Start um rund fünf Prozent über der höchstzulässigen Abflugmasse; der Schwerpunkt lag hinter der gemäss Piloten-Handbuch zulässigen, hinteren Begrenzung», heisst es im Bericht.
Während der Betankung trat Flugbenzin aus den Überflussventilen der Flügel aus. Laut dem Bericht hielt das Austreten während des Rollens bis zur Piste an, und die Pilotin wurde von der Fluginformationsdienstmitarbeiterin darauf hingewiesen. Das Austreten stoppte allerdings, ehe das Flugzeug in die Startposition auf der Piste 03 rollte.
In bewohntem Gebiet abgestürzt
Der Start erfolgte in Samedan um 16.20 Uhr. Zielflughafen: Kopenhagen-Roskilde. Da keine Flugwegaufzeichnungen des Unfallfluges sichergestellt werden konnten, wurde der ungefähre Flugverlauf nur anhand diverser Augenzeugenberichte rekonstruiert. Dieser führte entlang des Flusslaufs des Inn bis zum Dorf La Punt Chamues-ch, wo eine Linkskurve nach Westen ins Albulatal eingeleitet wurde. Während dieses Manövers beobachteten Augenzeugen um 16.22 Uhr, wie das Flugzeug am nordöstlichen Rand des Dorfes in bewohntem Gebiet abstürzte. Drittpersonen wurden nicht verletzt. Es entstand ein geringer Flurschaden.
Die drei Insassen wurden tödlich verletzt. Das Flugzeug wurde durch den Aufprall und den anschliessenden Brand komplett zerstört. «Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades konnten keine Flugwegaufzeichnungen des Unfallfluges sichergestellt werden».
Kein Befund zu Flugunfähigkeit
Bei der Pilotin und den Passagieren wurde eine Autopsie durchgeführt. «In der Gesamtheit der Befunde ist todesursächlich von einem massiven, stumpfen Polytrauma mit Einwirkung starker Hitze und Feuer auszugehen» schreibt die SUST. Der Unfall sei «nicht überlebbar» gewesen. Die forensisch-toxikologischen Analysen ergaben «keinen todesursächlich relevanten Befund». Es gab auch keinen Befund, der die Handlungs- oder Flugfähigkeit der Pilotin hätte beeinflussen oder einschränken können.
Im Bericht steht, dass bei der Pilotin eine Blutalkoholkonzentration von 0,53 Promille nachgewiesen wurde. «Abhängig von Konstitution und Gewöhnungsgrad ist eine geringe zentralnervöse Beeinträchtigung bei diesen Werten bereits möglich, jedoch bleibt zu beachten, dass eine postmortale Entstehung eines Teils oder des gesamten Alkohols aufgrund von Gärungsprozessen nicht auszuschliessen ist», so die SUST.
Autorin: Fadrina Hofmann
Symbolfoto: Gian Andri Salis
Autorin: Fadrina Hofmann
Symbolfoto: Gian Andri Salis





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