Dass es für die SVP ein guter Sonntag werden könnte, war vorauszusehen. Dass sie jedoch im Parlament mit Abstand zur stärksten Fraktion wird, überraschte dann doch. Die Partei konnte im Vergleich zu vor vier Jahren gleich zehn Mandate dazugewinnen. Neu sitzt sie mit 35 Parlamentarierinnen und Parlamentariern im 120-köpfigen Grossen Rat. Die Mitte hingegen musste sechs Sitze abgeben und ist die grosse Verliererin, sie kommt neu auf 28 Sitze. Ebenfalls vier Mandate eingebüsst hat die FDP, die jetzt noch 23 Sitze hält. Die Fraktion SP/Grüne konnte ihre 27 Sitze verteidigen, ebenso die Grünliberalen ihre siebe Sitze.
Dass es für Südbünden nicht einfach werden würde, den Regierungssitz des abtretenden Jon Domenic Parolini (Die Mitte) zu verteidigen, war zu erwarten. Dass das Ergebnis aber so deutlich ausfallen würde, überraschte dennoch. Valérie Favre Accola holte für die SVP nach 18 Jahren Regierungsabstinenz den Sitz zurück. Die Pontresiner Gemeindepräsidentin Nora Saratz Cazin erzielte über 7000 Stimmen weniger als Favre Accola. Wenig überraschend konnte die Mitte ihren dritten Regierungssitz nicht verteidigen; Aita Zanetti, Gemeindepräsidentin von Scuol, verpasste die Wahl ebenfalls deutlich. Auch Maurizio Michael (FDP) und Reto Bott (Unabhängig) blieben chancenlos. Mehr zu den Regierungs- und Grossratswahlen in der Ausgabe vom 16. Juni.
Autor: Reto Stifel
Foto: RTR
Autor: Reto Stifel
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